Genüsslich räkelt und streckt sich Ihre Samtpfote vor Ihnen und wartet nur darauf, dass sie mit Streicheleinheiten belohnt wird. Dass ihr das gefällt und sie Ihre Aufmerksamkeit genießt, zeigt sie Ihnen prompt mit einem hingebungsvollen Schnurren. Und kaum hat sie bekommen, was sie wollte, ist sie auch schon wieder weg. Sie holen sich, was sie brauchen und ziehen sich zurück, wenn sie für sich sein möchten. Und das ist auch gut so, weil das eben genau das Wesen unserer kleinen Tiger ist. Aber lassen sie sich in gewissem Maße erziehen? Was ist und wie funktioniert Clickertraining mit Katzen? Welche Übungen können sie lernen? Diese und weitere interessante Fragen rund um die Erziehung Ihres Tiers mit Clicker beantworten wir Ihnen hier.

Was ist das Clickertraining für Katzen?

Ziel ist, das Verhalten der Tiere mithilfe des Prinzips der operanten Konditionierung zu beeinflussen. Begründer dieses Prinzips war der Psychologe Burrhus Frederic Skinner. Nach seiner Methode erfolgt das Lernen, indem eine erwünschte Verhaltensweise des Tiers über einen bestimmten Zeitraum hinweg immer wieder positiv bestärkt wird und zwar in Form einer Belohnung. Das kann zum Beispiel sein:

  • Leckerli
  • Streicheleinheiten
  • Individuelle Aufmerksamkeiten, die Ihre Katze besonders mag

Tiertherapeuten empfehlen das Clickertraining insbesondere für Stubentiger. Diesen können Sie mit dem Training eine ganz besondere Freude machen. Sie genießen es, wenn man sich mit ihnen beschäftigt, neue Reize und Aufgaben für sie bereit hält und sie sich körperlich und geistig betätigen dürfen.

Ist das Clickertraining für jede Katze geeignet?

  • Das Clickertraining eignet sich für jede Katzenrasse
  • Unabhängig von ihrem Alter können Katzen mit dieser Trainingsmethode die unterschiedlichsten Verhaltensweisen erlernen
  • Für die Durchführung des Clickertrainings müssen Sie keine bestimmten Tageszeiten einhalten

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Einen Katzen-Clicker können Sie in jedem Tierfachhandel kaufen

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Für das Clickertraining verwenden Sie einen Katzen-Clicker, welchen Sie in der Regel in jedem Tierfachhandel kaufen können. Es funktioniert ähnlich wie der Knackfrosch, den Sie vielleicht aus Ihrer Kindheit kennen. Moderne Clicker besitzen entweder eine Zunge aus Metall oder einen Knopf aus Plastik. Wenn Sie das Gerät betätigen, löst das ein klassisches Click-Geräusch aus. Daher hat der Clicker für Katzen auch seinen Namen.

Wie gewöhnen sich Ihre Samtpfoten an den Katzen-Clicker?

In der Regel reagieren Felltiger besonders auf eine Belohnung in Form von Katzenfutter oder Leckerli. Meist zeigen sie schon eine neugierige Reaktion auf das Rascheln mit einer Futtertüte. So gewöhnen Sie Ihre Katze ganz leicht an den Clicker: In dem Moment, in dem sie zu Ihnen kommt, clickern Sie und belohnen die Katze direkt mit einem Leckerli. Entfernen Sie sich einige Schritte und wiederholen Sie diesen Vorgang. Schnell wird sich Ihre Samtpfote darauf einstellen und begreifen: Immer wenn das Click-Geräusch ertönt, gibt es eine Belohnung. Jetzt können Sie das Verfahren für das Erlernen jeder anderen Verhaltensweise einsetzen. Zeigt die Katze ein positives oder wünschenswertes Verhalten, bestätigen Sie sie darin sofort mit einem Click-Geräusch und im Anschluss daran mit einer Belohnung. Sie wird sich diesen Vorgang merken und das erwünschte Verhalten mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wieder zeigen.

  • Eine Trainingseinheit sollte nicht mehr als zehn Wiederholungen umfassen. Schließlich soll das Clickertraining Ihrer Katze auch Spaß machen. Wiederholen Sie die Übungen am selben Tag zu einem späteren Zeitpunkt oder am darauffolgenden Tag.

Tipp: Lassen Sie Ihrer Katze Zeit, sich an das Geräusch zu gewöhnen. Erlauben Sie Ihr ruhig, an dem Clicker zu schnuppern und diesen bewusst wahrzunehmen. Wichtig ist außerdem, dass Sie sich selbst vorab mit dem Gerät vertraut gemacht haben und dieses zuverlässig bedienen können, um beim Training Sicherheit zu vermitteln.

Zusammenfassung:

  • Sie bringen ihr bei, dass auf jeden Click eine Belohnung folgt.
  • Ihre Samtpfote lernt, dass bestimmte Verhaltensweisen einen Click auslösen und sie direkt im Anschluss daran eine Belohnung bekommt.
  • So merkt sie ganz schnell, welches Verhalten sich für sie lohnt und zeigt deshalb eben genau dieses.

Tipp: Falls Sie mit Leckerli arbeiten, bewahren Sie diese in einem Beutel auf. Das verhindert, dass Ihre Hände danach riechen, was Ihren kleinen Tiger während der Trainingsphase vermutlich ablenken könnte. In einem Beutel ist die Belohnung außerdem schnell griffbereit und kann direkt auf das Clickern erfolgen.

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Lassen Sie Ihrer Samtpfote Zeit, sich zu gewöhnen

Und so geht es weiter

Sie selbst können den Clicker zuverlässig bedienen? Ihre Katze hat begriffen, dass mit dem Click-Geräusch eine Belohnung verbunden ist? Dann können Sie die Übungen des Clickertrainings mit Ihrer Katze jetzt vertiefen und Ihrer Samtpfote besondere Tricks beibringen. Wichtig ist, dass Sie die Übungen während des Clickertrainings mit Ihrer Katze immer an einem ruhigen Ort durchführen. So kann sich Ihr kleiner Tiger ganz darauf konzentrieren und wird nicht durch andere akustische oder optische Eindrücke abgelenkt.

Auch sollten Sie sich genügend Zeit für das Training mit Ihrer Samtpfote nehmen, damit Sie und Ihre Katze sich voll und ganz auf das Clickern konzentrieren können. Manche Katzenbesitzer benutzen regelmäßig eine bestimmte Decke, ein Kissen oder einen Teppich, um Ihrer Samtpfote ein besonderes Signal für das Training zu setzen. Durch das Clickern haben Sie nun die Möglichkeit, ihr genau die Verhaltensweisen beizubringen, die Sie sich von Ihrer Katze wünschen.

Wichtig: Bei dem Clickertraining geht es nicht darum, dem Tier bestimmte Verhaltensweisen aufzuzwingen. Oberste Priorität hat immer, dass Ihre Mieze Spaß bei den Übungen hat und die gemeinsame Zeit mit Ihnen genießt.

Was müssen Sie für das Clickertraining mit Katzen selbst mitbringen?

  • Üben Sie sich in Geduld. Nicht jedes Tier lernt gleich schnell. Entscheidend ist, dass Sie selbst in Ihrem Verhalten konsequent bleiben und wirklich nur erwünschte Verhaltensweisen belohnen, unerwünschtes Verhalten wird ganz einfach ignoriert.
  • Auf keinen Fall sollten Sie mit der Katze schimpfen. Das speichert sie als negatives Erlebnis ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie erneut an einer Trainingseinheit teilnehmen, sinkt dadurch nur.
  • Des Weiteren muss die Belohnung direkt auf das Clickern erfolgen, damit die Katze einen direkten Zusammenhang erkennen kann.
  • Wenn Sie ihr spezielle Tricks beibringen möchten, beginnen Sie mit einfacheren Übungen. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade zeigt die Tabelle:

Übrung Schwierigkeitsgrad
Sitz machen Leicht
Auf Kommando hinlegen Leicht
Ringspringen Mittel
Selbstständig in die Transportbox steigen Mittel
Einmal um sich selbst drehen Mittel
Pfötchen geben Mittel

Bleiben sie stets konsequent. Nur so können Sie ihrer Katze das richtige Verhalten antrainieren. Wenn Sie nachgeben, gefährden Sie Trainingserfolge, denn sie wird sofort merken, wenn Sie ungeduldig sind und das gekonnt ausnutzen.

Wann  ist Clickertraining sinnvoll und was können Sie Ihrer Samtpfote damit beibringen?

Clickern eignet sich hervorragend für Stubentiger, die im Alltag ohne jegliche Anregung schnell unterfordert sind. Diesen bieten Sie mit dem Training eine sinnvolle Beschäftigung und willkommene Abwechslung. Mit dem Clickertraining können Sie Ihrer Katze individuelle Tricks beibringen, wie zum Beispiel:

  • Männchen machen
  • Pfote geben
  • Durch einen Ring springen
  • Balancieren
  • Spielgeräte apportieren
  • Auf Kommando Sitz machen

Daneben ist das Clickern eine Möglichkeit, sie darin zu unterstützen, alltagsrelevante Dinge zu lernen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Benutzen eines Kratzbaumes
  • Ohne Angst in die Transportbox steigen
  • Fellpflege zulassen
  • Zuverlässiges Aufsuchen der Katzentoilette
  • Durch eine Katzenklappe gehen
  • Abtrainieren unerwünschter Verhaltensweisen beispielsweise dem Spielen mit langen Vorhängen oder dem Kratzen an Möbelstücken

Das Clickertraining ist eine Möglichkeit, eigensinnige Tiger spielerisch zu erziehen. Wichtig ist, dass Sie ausreichend Geduld mitbringen und immer darauf achten, dass alle Beteiligten Spaß am Training haben und die gemeinsame Aktivität miteinander genießen können.