Sowohl die Schwangerschaft als auch die Geburt sind der Beginn eines neuen Lebens – dies gilt für Menschen wie für Katzen. Ist Ihre Katze trächtig, erwartet Sie nicht nur die Freude über kleine, süße Katzenbabys. Die Zeit der Trächtigkeit kann zu einer Abenteuerreise werden, auf die Sie sich vorbereiten können. Was während der Trächtigkeit und Katzengeburt beachtet werden sollte, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.

Trächtige Katze sitzt
Damit Ihre Katze die Trächtigkeit gesund übersteht und auch Ihre Kitten optimal heranwachsen können, sollten ihre Lebensumstände in den kommenden neun Wochen angepasst werden.


Ab wann ist eine Katze geschlechtsreif?

Wie alle Säugetiere durchlaufen auch Katzen verschiedene Zyklen und Phasen der Fruchtbarkeit. Die meisten Katzen werden zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat geschlechtsreif. Der genaue Zeitpunkt der Geschlechtsreife kann nicht vorhergesagt werden, da dieser von der Rasse, der Haltung und auch der individuellen Genetik des Tieres abhängig ist. Einige wenige Rassen erleben ihre erste Rolligkeit anders als der Durchschnitt sehr früh (im 4. Monat), andere eher später (im 12. Monat). Ist Ihre Katze fruchtbar bzw. „rollig“, verändert sich ihr Verhalten und sie kann trächtig werden. Die meisten Katzen sind während dieser Zeit sehr anhänglich und anschmiegsam. Die meisten Katzen gelten als sehr fruchtbar und können bis zu 3-mal pro Jahr trächtig werden, wenn ihre Halter nicht vorbeugen (durch Isolierung, Sterilisation oder Kastration).

Weiße Katze liegt auf dem Rücken
Katzen werden nach ungefähr einem halben Jahr geschlechtsreif und können pro Jahr bis zu dreimal trächtig werden.


Anzeichen erkennen und deuten: Ist Ihre Katze trächtig?

Paart sich Ihre Katze während der Rolligkeit mit einem Kater, besteht die Wahrscheinlichkeit, trächtig zu werden. Um herauszufinden, ob Ihr Stubentiger trächtig ist, müssen Sie etwas geduldig sein. Katzen sind in der Regel über einen Zeitraum von ca. 3 Wochen rollig und können sich während dieser Zeit häufiger paaren. Deswegen können pro Wurf auch mehrere Kater „Väter“ werden. Die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft lassen sich ca. 2 bis 3 Wochen nach der Rolligkeit erkennen. Eine eindeutige Ultraschalluntersuchung beim Tierarzt gibt Aufschluss, doch Sie können eine mögliche Trächtigkeit auch anhand folgender Anzeichen erkennen:

  • Vergrößerung und Färbung der Zitzen (treten stark hervor und werden rosa bis rötlich)
  • gesteigerter Appetit
  • gelegentliche Übelkeit und Erbrechen
  • Gewichtszunahme
  • Wachstum des Bauchumfanges
  • mögliche Stimmungsschwankungen (von anhänglich bis distanziert).

TIPP Bemerken Sie solche Veränderungen bei Ihrer Katze, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt in Kontakt treten. Nicht immer steckt eine Trächtigkeit hinter den Anzeichen, sodass Ihre Fellnase in jedem Fall untersucht werden sollte. Als Katzenhalter sollten Sie den Bauch Ihrer Katze nicht eigenständig abtasten, um Verletzungen zu vermeiden.

Die Phasen der Trächtigkeit einer Katze

Eine Katze ist im Durchschnitt 8 bis 9 Wochen trächtig, wobei es auch hier zu Abweichungen kommen kann. Einige Katzen gebären erst nach 72 Tagen, andere schon nach 61. Pro Wurf gebärt eine Katze ca. 3 bis 6 Junge. Aber auch Würfe mit mehr als 7 Kätzchen sind nicht ungewöhnlich. Die Entwicklung der Kätzchen im Mutterleib umfasst verschiedene Phasen, die sich folgendermaßen unterteilen lassen:

  • Tag 1 bis 15: Einnistung und Entwicklung der Embryonen, Beginn der Organ-, Haut- und Rückenmarkentwicklung, Kopf- und Schwanzende sowie erste Entwicklungsansätze des Magen-Darm-Systems und der Durchblutung sind zu erkennen.
  • Tag 15 bis 21: Kopf- und Bauchseite der Embryonen sind gut erkennbar, primitives Magen-Darm-System besteht, Entwicklung des Maules, des Kleinhirns sowie der Vorder- und Hinterbeine, Hals und Schwanz sind zum Oberkörper gebogen.
  • Tag 21 bis 28: Entwicklung der oberen Schnauze, der Ohren und Augenlider, Herausbildung der Zehen, Weiterentwicklung der Genitalien, Skelett- und Muskulaturbildung, Ausbildung von Kiefer, Gaumen, Zunge und Speicheldrüsen, Wachstum der Zähne im Kiefer, Formung von Bauchfell, Lungen und Zwerchfell.
  • Tag 28 bis 38: rasantes Wachstum (Gewicht und Größe), Entstehung dreieckiger Ohren, Entwicklung von Gebärmutter bei weiblichen Föten, Wachstum der Blase, Haut und Krallen, Bildung der Iris (Auge).
  • Tag 38 bis 58: Verdichtung der Hautschichten, Verlängerung von Schwanz und Ohren, Fell- und Pigmentbildung.
  • Ab Tag 58: Föten sind allein lebensfähig und alle Organe vollständig entwickelt, Geburt kann stattfinden.


Die richtige Ernährung während der Tragzeit

Wie beim Menschen verändert sich auch bei der Katze das Fressverhalten während der Trächtigkeit. Da trächtige Miezen einen höheren Kalorien- und Nährstoffbedarf haben, empfiehlt es sich, die Nahrung schrittweise umzustellen. Während der Trächtigkeit sind vor allem Kalzium, Vitamin A, Taurin, Kupfer und Eisen für Ihre Katze von Bedeutung. Neben speziellem Futter für trächtige und stillende Katzen eignet sich auch Kittenfutter für werdende Katzenmamas aufgrund des erhöhten Protein- und Energiegehaltes.


Die richtige Pflege und Fürsorge: Was Ihre trächtige Katze wirklich braucht

Nicht nur die richtige Ernährung ist für eine trächtige Katze von Bedeutung. Wie schon während der Rolligkeit wird Ihre Katze auch während der Trächtigkeit verschmuster und anhänglicher als zuvor sein. Über besondere Aufmerksamkeit und Kuscheleinheiten wird sie sich demnach freuen. Auch wenn Kuscheln nun auf der Tagesordnung steht, sollten Sie den Bauchbereich beim Streicheln  auslassen, da dieser sehr empfindlich ist. Bei eventuellen Stimmungsschwankungen dürfen Sie mit Nachsicht reagieren. Wichtig ist vor allem, Ihrer Katze ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Unter keinen Umständen sollte sie während der Trächtigkeit Stress oder Angst empfinden.

Katze liegend auf dem Rücken
Neben der richtigen Ernährung sind vor allem Aufmerksamkeit und Nähe für eine trächtige Katze wichtig.

Impfungen während der Trächtigkeit Ihrer Katze?

Im Idealfall sollte Ihre Katze schon vor der Rolligkeit alle wichtigen Impfungen bekommen haben. Das hat vor allem den Vorteil, dass die Mutterkatze ihre Antikörper an ihre Jungen weitergeben kann. Ist Ihre Katze nicht geimpft, ist das nicht unbedingt problematisch. Da einige Impfungen für trächtige Katzen nicht geeignet sind, sollte in jedem Fall Ihr Tierarzt entscheiden, ob und wann Ihre Miez geimpft wird.

Was ist bei einem Parasitenbefall zu tun? Trächtige Katzen können Parasiten wie Würmer auch an ihre Kitten weitergeben, was gefährliche Folgen mit sich bringen kann. Deswegen kann und sollte Ihre Katze auch während der Trächtigkeit weiter mit Antiparasitika behandelt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welches Medikament für Ihre trächtige Katze geeignet ist.


Die richtige Geburtsvorbereitung: Das Wurflager

Befindet sich Ihre Katze in den letzten beiden Wochen der Trächtigkeit, sollten Sie ein Wurflager für sie vorbereiten. Um zu verhindern, dass sie versehentlich draußen ohne Beobachtung und Hilfe gebärt, empfiehlt es sich, Freigänger drinnen zu halten. Das Wurflager ist ein von Ihnen eingerichteter Ort, an dem Ihre Katze sich wohl und geborgen fühlt und an dem sie gebären kann.  Als Wurfkiste eignet sich ein Pappkarton, den Sie mit Decken, Kissen und Handtüchern polstern. In jedem Fall sollte der Raum groß genug für Ihre Katze und die Katzenbabys sein und einen Rand besitzen, über den die Neugeborenen nicht krabbeln können. Wichtig ist, dass das Wurflager warm genug für Katzenmama und Kitten  ist (mind. Zimmertemperatur). Denn auch wenn Ihre Katze einmal das Wurflager verlässt, sollte die Umgebung den Kitten genügend Wärme spenden.

Katze schläft in ihrer Wurfkiste mit neugeborenem Kätzchen auf dem Kopf
Ein großer Karton, der mit Decken, Handtüchern und Kissen ausgepolstert wird, eignet sich perfekt für ein Wurflager.

Probleme während der Trächtigkeit

Leider kann es während der Trächtigkeit hin und wieder zu Problemen kommen, die in jedem Fall medizinisch betreut werden sollten. Plötzliche Verhaltensänderungen müssen nicht immer mit ernsthaften Komplikationen zusammenhängen, jedoch sollten Sie aufmerksam sein. Folgende Symptome können auf Probleme während der Trächtigkeit hinweisen:

  • Unruhe, Verwirrtheit
  • Schreien, offensichtliche Schmerzen
  • vermehrtes Lecken an Genitalien
  • Appetitlosigkeit
  • übelriechender oder blutiger Ausfluss
  • Blutungen während der Trächtigkeit oder Geburt
  • Harnwegsprobleme (häufiger Besuch des Katzenklos ohne Urinieren oder Blut im Urin).

Trächtige Glückskatze liegt im Gras und schaut zurück
Leider kann es hin und wieder während der Schwangerschaft zu Problemen kommen. Fallen Ihnen während der Trächtigkeit Ihrer Katze besorgniserregende Veränderungen auf, sollten Sie umgehend Ihren Tierarzt kontaktieren.


Fazit: Machen Sie es Ihrer trächtigen Katze so einfach und angenehm wie möglich

Katzen können ohne Prävention mehrmals pro Jahr trächtig werden. Ist Ihre Miez in freudiger Erwartung kleiner Kätzchen, sollten Sie ihr die Zeit der Schwangerschaft so angenehm wie möglich machen. Neben Liebe, Zuwendung, der richtigen Ernährung und einer gemütlichen Wurfkiste dürfen vor allem tierärztliche Kontrollen nicht fehlen. Da Ihre Katze verschiedene Phasen während der Trächtigkeit durchlebt, kann es sowohl vor als auch nach der Geburt zu Komplikationen kommen. Um weder das Leben Ihrer Miez noch das ihrer Kitten zu gefährden, empfehlen wir, stets Rücksprache mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens zu halten.