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Pferdekrankheiten – fütterungsbedingte Lösungen

In der heutigen Zeit werden wir über die sozialen Medien fast täglich mit Horrorgeschichten rundum verschiedener Pferdekrankheiten konfrontiert. Die Angst steigt, dass Sie Krankheiten übersehen oder falsch einschätzen. Wir haben für Sie und Ihr Pferd eine kleine Übersicht über die gängigsten Pferdekrankheiten erstellt, damit Sie wissen, was zu tun ist und was nicht. Hier können Sie Symptome und mögliche Lösungen nachlesen. Damit Sie helfen können, dass Ihr Liebling gesund bleibt oder schneller wieder fit wird.

Folgende Themen werden in diesem Ratgeberartikel behandelt:

 

Kolik – Der Überbegriff für gefährliche Krankheiten

Kolik ist an sich keine Krankheit, sondern ein Überbegriff für Schmerzen im Bauchraum Ihres Pferdes. Es gibt verschieden Ursachen, die Koliken auslösen können, aber hauptverantwortlich sind oft Fütterungsfehler. Jährlich erkranken 10 von 100 Pferden an einer Kolik. Die Ausmaße einer Kolik können sehr drastisch sein und oft stehen Sie vor der Entscheidung über Leben oder Tod. Ist z.B. der Darm verdreht, müssen Sie schnell handeln, da es sonst zu einem Absterben von Darmteilen kommt. Bei dieser schweren Art der Kolik, kommt Ihr Pferd oft um eine Operation nicht herum. Sie sollten sich jedoch im Voraus Gedanken machen, ob für Sie im Falle des Falles eine Operation für Ihr Pferd in Frage kommt. Denn in dieser Situation eine gut überlegte Entscheidung zu treffen, ist sehr schwierig und kostet Zeit, die Ihr Pferd manchmal nicht hat. Informieren Sie sich bei Ihrem Tierarzt über die Risiken und lassen Sie sich beraten. Schließen Sie evtl. eine OP-Kostenversicherung ab, dadurch können Sie den größten Teil der Kosten decken und die Entscheidung fällt Ihnen leichter. Es ist besonders wichtig, dass Sie eine Kolik frühzeitig erkennen und somit schnellstmöglich Ihrem Pferd helfen können.

Daher haben wir Ihnen die gängigsten Symptome aufgelistet. Doch beachten Sie, dass die Symptome vielseitig sind und pferdeindividuell unterschiedlich sein können.Viele Krankheiten lassen sich auf die Fütterung zurückführen

  • Unruhe, ständiges Scharren in der Einstreu
  • wiederholtes Aufstehen und Hinlegen
  • Wälzen
  • anschauen des Bauches
  • Appetitlosigkeit
  • Schwitzen
  • schmerzverzogener Ausdruck
  • apathisches Verhalten

 

Sollte Ihr Pferd diese Symptome zeigen, rufen Sie umgehend einen Tierarzt! Wichtig ist, bis der Tierarzt eintrifft, keine Panik! Falls Ihr Pferd versucht sich permanent zu wälzen, sollten Sie es langsam im Schritt führen bis der Tierarzt eintrifft.

Die Ursache vieler Koliken sind Fütterungsfehler. Achten Sie immer auf eine hohe Futterqualität und lassen Sie sich gerne über das richtige Futter für Ihr Pferd beraten.

KolikvariationenMögliche Ursachen
Verstopfung des Blinddarms Zu kurz gehäckseltes Heu, Stroh und Gras
Verstopfung des Dickdarms Aufnahme großer Mengen an Stroh
Fehlgärungen im Magen Überhöhte Menge an Kraftfutter
Fehlgärungen im Blinddarm / Dickdarm Erhöhter Keimgehalt im Futter
Magenüberladung Unkontrollierte Aufnahme von jungem Weidegras, Trockerübenschnitzel
Störung der Funktion des Dickdarms Wassermangel
Sandkolik Vermehrte Aufnahme von Sand durch Heu oder Gras

 

Um einer Erkrankung vorzubeugen sollten Sie bei der Fütterung auf folgendes achten:

  • Kraftfutterration auf mehrere Mahlzeiten pro Tag aufteilen
  • Futterqualität regelmäßig auf Verunreinigungen und Schimmel prüfen
  • Falsche Zubereitung der Futtermittel vermeiden (z.B. bei Rübenschnitzel und Mash die Quellzeiten beachten)
  • Ausreichende Versorgung mit Raufutter (min. 1,5 kg Heu / 100 kg Körpermasse)
  • Keine plötzlichen Futterwechsel; langsam an ein neues Futter gewöhnen
  • Immer ausreichend Wasser zur Verfügung stellen

 

Tipp:
Viele Koliken entstehen durch Fütterungsfehler. Legen Sie großen Wert auf eine hohe Futterqualität und die richtige Zusammensetzung für Ihr Pferd.

 

Freies Kotwasser – Ein unangenehmer Begleiter

Kotwasser ist ein sehr häufiges Problem bei der Pferdehaltung. Neben dem normal geformten Kot scheidet Ihr Pferd im Anschluss ungebundenes Kotwasser aus. Bei freiem Kotwasser wird das Wasser im Dickdarm nicht aufgenommen, oder die Bindung an die Futterpartikel ist gehemmt. Dadurch wird das ungebundene Wasser einfach abgesetzt. Oft zeigt sich Kotwasser nur bei einzelnen Tieren eines Bestandes, daher ist eine eindeutige Zuordnung zu einem Auslöser sehr schwierig. Zusätzlich sind die Ursachen von Kotwasser multifaktoriell. So können zum Beispiel folgende Faktoren Kotwasser auslösen:

  • Stress
  • Kälteeinbrüche
  • eine negative Energiebilanz
  • Verdauungsprobleme
  • ungenügend zerkautes Futter
  • vermehrte Aufnahme von Sand
  • zu wenig Bewegung

 

Fall Ihr Pferd unter freiem Kotwasser leidet, sollten Sie bei der Fütterung auf eine Stabilisierung der Darmflora achten. Durch Bierhefe und Leinsamen können Sie die Verdauung Ihres Lieblings unterstützen und Energiedefizite ausgleichen. Dadurch wird Kotwasser reduziert und Sie sorgen dafür, dass Ihr Pferd eine gesunde Verdauung besitzt. Ein zusätzliches Problem sind die unangenehmen Verklebungen an Schweif und Hinterbeinen Ihres Pferdes. Diese Verunreinigungen führen zu Hautreizungen und Haarausfall an den betroffenen Stellen. Sie sollten daher regelmäßig die Verklebungen entfernen und die Haut reinigen und pflegen z. B. mit Melkfett oder Wund- und Heilsalbe. Bei starkem Kotwasser sollten Sie einen Tierarzt zu Rate ziehen.

Beachten Sie:
Bierhefe und Leinsamen wirken sich positiv auf die Darmflora aus und können Kotwasser reduzieren, jedoch nicht komplett abstellen.

 

Magengeschwür – Ein stiller Begleiter

Magengeschwüre treten immer häufiger auf. Sie betreffen nicht nur eine bestimmte Risikogruppe, sondern sind reitweisend übergreifend. Es wurden sowohl bei Sportpferden, Fohlen aber auch bei 70% der Freizeitpferde Magengeschwüre nachgewiesen. Es zeigen sich oft keine klinischen Symptome und Ihr Pferd kann still unter dieser Erkrankung leiden. Daher müssen Sie besonders achtsam sein und Anzeichen wie:

  • verstärktes Speicheln
  • Zähneknirschen
  • leer Kauen
  • Koppen
  • Koliken direkt nach der Futteraufnahme

 

ernst nehmen. Diese Symptome können Hinweise auf ein Magengeschwür sein. Bei einem Magengeschwür wirkt die Magensäure im Magen reizend und verletzend auf die Magenschleimhaut Ihres Pferdes. Ihr Pferd kann besonders gefährdet sein, wenn es mit folgenden Risikofaktoren konfrontiert ist:

  • Stress (Turniere, Rangkämpfe in der Herde, usw.)
  • Fütterung (Lange Nüchternzeiten und hohe Mengen an Kraftfutter)
  • häufige Transporte
  • hohe Leistung wie z. B. Rennbelastung

 

Sie können fütterungsbedingt vorbeugen, in dem Sie die Kraftfuttermenge pro Mahlzeit auf maximal 0,3 kg / 100 kg Körpermasse limitieren. So können Sie eine zu starke Füllung des Magens Ihres Pferdes vermeiden und somit eine zusätzliche Belastung reduzieren. Ein weiterer Punkt, den Sie bei der Fütterung beachten sollten, ist, dass Fresspausen von über 4 Stunden nicht entstehen sollten. Denn durch den Nahrungsbrei, der mit Speichel vermengt ist, wird die Magensäure gepuffert und kann somit die Magenschleimhaut Ihres Pferdes nicht verletzen. Die Fütterung von Leinsamen ist zur Vorbeugung besonders zu empfehlen. Da die im Leinsamen enthaltenden Schleimstoffe sich schützend auf die Magenschleimhaut legen und eine Verletzung der Magenwand verhindern. Desweiten sollten Sie die tägliche Menge an Raufutter von min. 1,5 kg / 100 kg Körpermasse nicht unterschreiten. Zusätzlich können Sie Ihrem Pferd auch Luzerneheu anbieten, welches sich positiv zur Vorbeugung und Begleittherapie von Magengeschwüren auswirkt.

TIPP:
Die Schleimstoffe die im Leinsamen enthalten sind, legen sich schützend über die Magenschleimhaut. Dadurch wird eine Verletzung der Magenwand verhindert. Besonders während eines anstrengenden Turnierwochenendes können Sie so den Magen Ihres Pferdes schützen.

 

Hufrehe

Die Hufrehe ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut, verursacht durch ein Ungleichgewicht der Darmflora im Blinddarm. Das Ungleichgewicht führt zu einer Vergiftung Ihres Pferdes. Dadurch entstehen Entzündungsprozesse im Körper, die eine akuten Hufrehe auslösen. Früher wurde angenommen, dass eine erhöhte Eiweißernährung Ihres Pferdes zur einer Hufrehe führt. Heute ist bekannt, dass sie durch bestimmte Kohlenhydrate wie Fruktane, Stärke und Zucker verursacht wird. In folgenden Situationen ist Ihr Pferd gefährdet und Sie sollten es besonders gut im Auge behalten:

  • Überanstrengung
  • Gebärmutterentzündung (Fehlgeburten, Nachgeburtsverhalten)
  • Koliken
  • Fütterungsfehler
  • stärke- und zuckerreiche Futtermittel
  • Umstellung von Stall- auf Weidehaltung
  • Weidegras mit hohem Fruktangehalt

 

Zur Vorbeugung sollten Sie die oben genannten Futtermittel reduzieren oder für Ihr Pferd meiden. Ist Ihr Pferd anfällig für eine Weidehufrehe, sollten Sie es bei niedrigen Temperaturen (5-10 °C) trotz Sonnenschein nicht auf die Weide stellen. Da bei diesen Temperaturen das Graswachstum beschränkt und somit der Fruktangehalt sehr hoch ist. Dadurch steigt die Gefahr einer Hufrehe für Ihr Pferd. Desweiten sollte Sie die Umstellung von Stall- auf Weidehaltung über einen Zeitraum von 4 Wochen durchführen. So können sich die Darmbakterien langsam an die neue Futterzusammensetzung gewöhnen. Sie können somit ein Absterben der guten Bakterien und ein umkippen der Darmflora vermeiden. Anzeichen einer akuten Hufrehe sind:

  • Bewegungsunlust
  • Appetitlosigkeit
  • steifer / klammer Gang
  • „Sägebock“-stellung
  • Entlastung der Beine
  • Liegen und nicht Aufstehen wollen
  • Schmerzverzogener Ausdruck
  • Schwitzen

 

Zeigt Ihr Pferd Anzeichen einer Hufrehe, rufen Sie einen Tierarzt zur Hilfe!

Bei der Fütterung von rehegefährdeten Pferden sollten Sie auf ein Strukturfutter mit niedrigem Stärke- und Zuckergehalt zurückgreifen. Im Falle eines akuten Reheschubes sollten Sie komplett auf Kraftfutter verzichten und Ihr Pferd ausreichend mit Heu füttern (min. 1,5 kg Heu / 100 kg Körpermasse)

Beachten Sie:
Bei hufrehegefährdeten Pferden verwenden Sie ein Strukturfutter mit einem niedrigen Stärke- und Zuckergehalt.

 

Stoffwechselstörungen – EMS und Cushing

EMS – Equines Metabolisches Syndrom

Das equine metabolische Syndrom, kurz EMS, ist eine Krankheit, die aus verschieden Symptomen besteht. Zum einen leidet Ihr Pferd unter starkem Übergewicht, mit einzelnen Fettdepots an Kuppe, Nackenkamm und Schulter. Bei EMS entsteht auch eine Insulinresistenz, die einen vermehrten Hunger bei Ihrem Pferd verursacht. Das natürliche Hungergefühl ist gehemmt und Ihr Pferd frisst ohne zu stoppen, was zu dem obengenannten Übergewicht führt. Daher ist EMS auch als „Wohlstandskrankheit“ bekannt, da Pferde mit Übergewicht ein erhöhtes Risiko haben, an EMS zu erkranken. Zusätzlich ist durch die vermehrte Futteraufnahme das Hufrehe-Risiko höher. EMS ist ein Teufelskreislauf, der nur sehr schwer zu durchbrechen ist. Häufig vom equinen metabolischen Syndrom betroffen, sind im Allgemeinen schwere Rassen und Ponies. Um Ihrem Pferd zu helfen, ist es sehr wichtig, dass Sie Ihr Pferd auf eine strenge diätische Fütterung umgestellen. Hierzu sollte die Fütterung nur 60-70% des Erhaltungsbedarfs decken. Das Futter sollte durch eine voluminöse, energiearme Raufutterration von 1,2-1,5 kg Heu / 100 kg Körpermasse ersetzt werden. Bieten Sie Ihrem Pferd Heu in einem engmaschigen Heunetz an, somit ist die Fresszeit verlängert. Versorgen Sie Ihr Pferd zusätzlich mit einem Mineralfutter oder einem Leckstein, damit ist es mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Ist Ihr Pferd sonst nicht krank und zeigt keine körperlichen Schäden, so sollten Sie die Bewegung Ihres Lieblings steigern. Damit die ungewünschten Pfunde wieder purzeln. Denn nur so können Sie Ihrem Pferd helfen, wieder fit zu werden.

Wichtig:
Errechnen Sie die Futtermenge nicht nach dem aktuellen Gewicht, sondern nach dem Ziel- / Idealgewicht Ihres Pferdes.

 

ECS - Equines Cushing-Syndrom

Das Equine Cushing-Sydrom, kurz ECS, entsteht durch eine Störung in der Hypophyse. Es erkranken überwiegend ältere Pferde über 15 Jahren an Cushing, was jedoch nicht bedeutet das jüngere Pferde nicht auch davon betroffen sind. Pferde mit ECS besitzen oft ein unübliche langes, welliges Fell. Desweitern ist der Fellwechsel gestört oder bleibt sogar ganz aus. Viele Pferde die unter Cushing leiden zeigen auch:

  • Muskelschwund
  • eine Fettumverteilung
  • Reheschübe
  • Leistungsschwäche
  • erhöhte Infektionsgefahr
  • Läsionen, z.B. in der Maulhöhle
  • EMS

 

Neben der Therapie durch den Tierarzt können Sie Ihr Pferd durch eine angepasste Fütterung unterstützen. Sollte Ihr Pferd zusätzlich unter Übergewicht und EMS leiden, müssen Sie bei der Fütterung auf einen geringeren Energiegehalt des Futters achten. Bei Muskelschwund versorgen Sie ihr Pferd mit hochwertigen Eiweißträgern, wie z. B. Sojaextraktionsschrot oder Reiskleie, um somit dem Muskelabbau entgegen zu wirken. Zusätzlich können Sie das angegriffene Immunsystem Ihres Pferdes mit Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E unterstützen. In Leinsamen sind diese besonders enthalten und Sie können z.B. durch eine Mashfütterung die Pferdegesundheit Ihres Pferdes unterstützen. Bei Weidegang müssen Sie darauf achten, dass einige Gräser einen sehr hohen Zuckergehalt besitzen und bei Cushing-Pferden Hufrehe auslösen können. Daher sollten Sie die Weidezeiten bei anfälligen Pferden beschränken.

TIPP:
Leinsamen helfen durch seine Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E, das Immunsystem Ihres Pferdes zu unterstützen.

 

Mauke & Strahlfäule – Alle Jahre wieder zur feuchten Jahreszeit

MaukeSie können viel für die Gesundheit Ihres Pferdes tun

Mauke ist eine weit verbreitete Pferdekrankheit und fast jeder Pferdebesitzer kennt das Problem. In der Fachsprache auch Fesselekzem genannt, da sich kleine Verletzungen und Reizungen im Bereich der Fesselbeuge zeigen. Im Verlauf vermehren sich die Bakterien und die Verletzungen werden immer schwerer. Bis dazu, dass sie die tieferliegenden Hautschichten durchdringen. Das Fesselekzem ist sehr schmerzhaft und kann sich bei Ihrem Pferd auch durch eine Lahmheit äußern. Ursachen hier für sind:

  • feuchte Bodenbedingungen (matschige Paddocks / Koppeln)
  • mangelnde Hygiene (Pferd stehen im Kot)
  • helles Fell an den Beinen
  • langer Behang, z.B. bei Friesen, Tinkern usw.

 

Oft spielen mehrere Faktoren zusammen für einen Ausbruch. Wichtig bei einer Mauke ist das Sauberhalten der betroffenen Stellen. Sie sollten die Maukestelle täglich gründlich waschen und trocknen halten. Es empfiehlt sich eine Waschlotion, die antibakteriell wirkt. Anschließend können Sie die Wunden mit einer Zinksalbe pflegen. Durch die Zinksalbe verhindern Sie, dass erneut Keime in die verletzte Haut eindringen. Somit kann sich die Haut wieder erholen. Bei schweren Fällen sollten Sie unbedingt einen Tierarzt zu Rate ziehen, damit Ihr Pferd bestens versorgt ist.

Beachten Sie:
Bei einer Mauke ist das Reinigen und Pflegen der betroffenen Stellen sehr wichtig und sollte täglich erfolgen. Achten Sie zusätzlich darauf, dass Ihr Pferd auf trockenen Böden steht und sich keine Feuchtigkeit in der Fessel bilden kann.

 

Strahlfäule

Die Strahlfäule ist eine Erkrankung des Hufstrahls. Die Fäulnisbakterien greifen den Hufstrahl Ihres Pferdes an und zersetzen diesen. Durch Feuchtigkeit und mangelnde Hufhygiene können sich die Bakterien besonders gut vermehren und es kommt zu einem Auflösen des Strahls. Ein deutliches Symptom für eine Strahlfäule ist die Taschenbildung im Hufstrahl Ihres Pferdes, welche mit einer faulriechenden schwarzen Masse gefüllt sind. Daher tritt, wenn Sie die Hufe Ihres Pferdes auskratzen, ein fauliger Geruch auf. Ist Ihr Pferd betroffen, sollten Sie Ihren Hufschmied anrufen. Durch großzügiges Ausschneiden entfernt dieser die faulen Stellen und somit die Fäulnisbakterien. Somit wird der Zersetzung des Hufstrahls entgegengewirkt. Ist die Pferdekrankheit schon so weit fortgeschritten, dass sie auf die weiße Linie trifft, sollten Sie einen Tierarzt zur Behandlung hinzuziehen. Um der Strahlfäule vorzubeugen, sollten Sie Ihr Pferd auf trockenen Böden in einem hygienischen Stall halten. Desweitern sollten Sie die Hufe Ihres Pferdes täglich gründlich reinigen und regelmäßig den Hufschmied zur Hufpflege kommen lassen. Somit tragen Sie deutlich zur Pferdegesundheit Ihres Tieres bei.

TIPP:
Regelmäßige Hufpflege durch den Hufschmied, alle 6-8 Wochen, beugt einer Stahlfäule am besten vor.

 

Borreliose – die Gefahr in der Wiese

Jedes Jahr, wenn die Temperaturen wieder über 6-8 °C steigen, erwachen die Zecken aus ihrer Winterruhe und machen sich auf die Suche nach Nahrung. Diese Nahrung finden sie in Form von Blut von Wirtstieren, zu denen auch das Pferd gehört. Die Übertragung von Bakterien erfolgt beim Anzapfen der Tiere. Diese Bakterien heißen Borrelien und verursachen die Infektionserkrankung Borreliose. Die Borreliose ist keine unbekannte Infektionskrankheit. Die Meisten haben schon mal von ihr gehört, da sie auch auf den Menschen übertragbar ist. Die Symptome können vielseitig sein, aber werden oft erst sehr spät erkannt, da das Entdecken einer Zecke im dichten Pferdefell sehr schwierig ist. Zusätzlich verdeckt das Fell auch die typische kreisrunde Rötung an der Bissstelle. Zu den Symptomen gehören:

  • unspezifische und wechselnde Lahmheiten
  • starke Muskelverspannungen
  • ein klammer Gang
  • starker Gewichtsverlust
  • Hautveränderungen
  • ein geschwächtes Immunsystem

 

Ob Ihr Pferd an einer Borreliose leidet, lässt sich sehr leicht durch einen Antiköpertiter-Test im Blut feststellen. Ihr Tierarzt kann diese Blutuntersuchung bei Ihrem Pferd durchführen. Die Behandlung einer Borreliose ist beim Pferd genau so aufwendig wie beim Menschen. Die Borrelien liegen in aktiver und inaktiver Form im Körper vor und nur die aktive Form kann bekämpft werden. Die Behandlung erfolgt mit hochdosiertem Antibiotika über einen längeren Zeitraum. Daher sollten Sie in dieser Zeit besonders auf eine Fütterung mit hoher Verdaulichkeit und darmflorastabilisierender Wirkung achten. Durch die Zugaben von Leinsamen und Bierhefe können Sie Ihr Pferd während der Behandlung unterstützen.

Vorbeugend können Sie Ihr Pferd gegen Borreliose impfen. Lassen Sie sich hier durch Ihren Tierarzt beraten. Zusätzlich ist es sehr wichtig, dass Sie Ihr Pferd täglich auf festgebissene Zecken überprüfen da die Übertragung der Erreger innerhalb von 24h erfolgt und Sie durch das Entfernen der Zecken einer Borreliose vorbeugen können. Benutzen Sie unbedingt, zum Entfernen der Zecken, geeignetes Werkzeug, wie z. B. eine Zeckenzange. Diese ermöglicht es Ihnen, die Zecke zu entfernen ohne dass der Kopf der Zecke stecken bleibt. Denn bleibt der Kopf der Zecke in Ihrem Pferd stecken, übertragen sich weitere Erreger. Zusätzlich können Sie Ihr Pferd mit Zeckenschutzmittel einreiben, welches Sie überwiegend am Kopf, Hals, Bauch, an den Beinen und unter den Schweifrüben auftragen. Da Zecken diese Plätze besonders bevorzugen.

TIPP:
Tägliches Kontrollieren Ihres Pferdes auf Zecken kann die Übertragung einer Borreliose reduzieren. Die Erreger übertragen sich erst über den Zeitraum von 24 h.

 

Zusammenfassung der gängigsten Krankheiten:

KrankheitenSymptomeEmpfehlungen
Kolik Starke Bauchschmerzen, Unruhe, Scharren, Abliegen und wieder Aufstehen Umgehend den Tierarzt rufen!
Freies Kotwasser Absetzen von Flüssigkeit nach festem Kot Bierhefe und Leinsamen wirken positiv, sowie Mash.
Magengeschwür Verstärktes Speicheln, Zähneknirschen, leer Kauen, Koppen, Koliken nach der Futteraufnahme Schleimstoffe im Leinsamen schützen die Magenschleimhaut. Mash füttern in stressigen Zeiten.
Hufrehe Starke Schmerzen in den Hufen, „Sägebock-Stellung“, permanentes Liegen, Bewegungsunlust Umgehend den Tierarzt rufen! Auf eine stärke- und zuckerreduzierte Fütterung umstellen
Equines Metabolisches Syndrom (EMS) Starkes Übergewicht, Fettdepots am Nacken und Kuppe Energiereduzierte Fütterung, Stärke und Zucker reduzieren
Equines Cushing Syndrom (ECS) Unübliche langes, welliges Fell, Hufrehe, Leistungsschwäche Seniorfutter, stärke- und zuckerreduziert füttern
Mauke Verletzungen in Fesselbeuge Tägliches Reinigen und Pflegen der betroffenen Stellen
Strahlfäule Modriger, fauler Geruch des Hufstrahls Regelmäßige Hufpflege durch den Schmied alle 6-8 Wochen
Borreliose Klammer Gang, Muskelverkrampfungen, wechselnde Lahmheit, schwaches Immunsystem Impfen, regelmäßige Kontrolle des Pferdes auf Zecken

Über den Autor
Patricia Knecht

Ich bin quasi schon seit Kindertagen Tierexpertin. Bereits als Kleinkind war ich auf dem Pferderücken zu Hause. Heute reite ich fast täglich auf meiner Holsteiner Stute "Corifee" durch die unterfränkischen Wälder. Immer mit dabei ist mein Schäferhund "Falko" - auch beim Joggen. Der Rüde gehört fest zu meiner Familie. Ich bin erfahrene Ratgeberin rund um die Tierernährung.

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