Es gibt zwei Hauptgründe für die Suche nach einem getreidefreien Futter für Katzen: entweder ist das Tier auf eine getreidefreie Ernährung angewiesen, weil eine Allergie oder Unverträglichkeit vorliegt, oder es ist der Wunsch bzw. die Überzeugung des Katzenbesitzers, seine Katze ohne Getreide zu ernähren.

Getreide im Katzenfutter: ja oder nein?

Gegen Getreide im Katzenfutter ist prinzipiell nichts einzuwenden. Wichtig ist, dass das Futter ausgewogen ist – egal ob getreidefreies Katzenfutter oder nicht. Alle Vitamine, Mineralstoffe und Nährstoffe müssen in ausreichender und aufeinander abgestimmter Menge im Futter enthalten sein. Es gilt die Zutaten so zu kombinieren, dass ein optimales Verhältnis aller Nährstoffe zueinander entsteht. Das ist die Aufgabe von Ernährungswissenschaftlern, die den Bedarf einer Katze kennen und die Zutaten sorgfältig auswählen.

Gut zu wissen Bei der Katzenernährung gibt es einiges zu beachten. So muss beispielsweise der Bedarf an Taurin durch das Futter gedeckt werden. Auch alle wichtigen Aminosäuren müssen über das Katzenfutter geliefert werden. Diese können sowohl aus tierischen als auch pflanzlichen Proteinquellen bereitgestellt werden.

Getreide ist nicht gleich Getreide. Während Weizen in der Katzennahrung in Verruf ist, sind andere Getreidesorten, wie z. B. Reis, sehr verträglich und auch für sensible Miezen geeignet. Werfen Sie einen Blick auf die Zusammensetzung des Futters und fragen Sie bei Bedarf bei dem jeweiligen Hersteller des Katzenfutters nach, ob das Futter für die speziellen Bedürfnisse Ihrer Katze geeignet ist. Wenn ein Katzenfutter als Alleinfuttermittel deklariert ist, wird Ihre Katze übrigens mit allem, was sie benötigt, rundum versorgt und Sie müssen nichts zusätzlich füttern. Der Protein- und Fleischanteil in den meisten Futtersorten für Katzen ist höher, als in einem Futter für Hunde.

Katzenfutter ohne Getreide
Gerade Besitzer sensibler Katzenrassen greifen gerne zu einem getreidefreien Katzenfutter.

Welche Nährstoffe liefert Getreide?

  • Getreide besteht nur zu ca. 15 % aus Wasser und hat somit eine ausgewogene Nährstoffdichte. Die restlichen 85 % liefern nahezu alle notwendigen Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

  • In Deutschland sind vor allem die Getreidesorten Mais, Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Dinkel bekannt.

  • Reis ist ein wahres „Powerkorn“, das Ihre Katze lange satt macht und ihrem Körper viel Energie bereitstellt. Zudem enthält Reis viele Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium. Kalium ist wichtig für die Bildung von Nervenzellen bei Ihrem Stubentiger. Magnesium hingegen hilft Ihrer Samtpfote mit stressigen Situationen z. B. im Straßenverkehr besser umzugehen. Zusätzlich enthält Reis verschiedene B-Vitamine, Eisen, Folsäure und essentielle (vom Körper nicht selbst herstellbare) Aminosäuren.

  • Mais ist reich an Mineralstoffen wie Eisen, Kalium, Calcium, Natrium, Phosphor und Zink. Eisen ist besonders wichtig für die Atmung und die Enzym- und Blutbildung. Vielen Katzenbesitzern ist nicht bekannt, dass Mais und Reis sogar glutenfrei sind.

  • Gluten ist ein Eiweißbestandteil und kommt vor allem bei den Getreidesorten Weizen, Dinkel, Gerste und Roggen vor.

Wie verdaulich ist Getreide?

Immer wieder hören Sie von anderen Katzenbesitzern, in Foren, oder Zeitschriften, dass Ihre Katze das enthaltene Getreide nicht verdauen kann. Diesem Mythus gehen wir nun auf den Grund:

Je nach dem mit welchem Herstellungsverfahren das getreidehaltige Katzenfutter hergestellt wird, ist es mehr- oder weniger gut verdaulich. Die verschiedenen Herstellungsverfahren unterscheiden sich in der Verdaulichkeit von Getreide.

Wie wird Trockenfutter hergestellt? Trockenfutter wird in der Regel mit dem sogenannten Extruder-Verfahren hergestellt. Bei der Extrusion des Trockenfutters wird die enthaltene Stärke (Aufschluss der Rohstoffe) durch die Kurzzeiterhitzung auf ca. 100 Grad Celsius und dem zugeführten Wasserdampf zu großen Teilen aufgeschlossen. Dieses Verfahren ist wichtig, dass das enthaltene Getreide und Gemüse für Ihre Katze gut verdaulich ist. Des Weiteren erhöht sich durch das extrudierte Futter die Verträglichkeit des Produktes. Alle Zutaten wie z.B. Gemüse, Getreide und Fleisch werden zu einem Teig geknetet. Dieser Teig wird anschließend mit Hochdruck durch eine Düse gepresst und dann zu den so genannten Kroketten verarbeitet.



Dies ist bei kaltgepresstem Trocken- und Flockenfutter anders. Kaltgepresstes Katzenfutter wird - wie der Name verrät - ohne zusätzlichen Einsatz von Hitze hergestellt. Alle Zutaten werden vorab getrocknet und gemahlen. Anschließend kommen diese in eine große Trommel und werden mit einer Walze an die durchbohrte Trommelwand gepresst. Dieser Druck führt dazu, dass die Zutaten stark verdichten und sozusagen verkleben. Das kaltgepresste Katzenfutter hat nun eine typische Pelletform. Bei der Kaltpressung ist jedoch der Stärkeaufschluss kaum gegeben. Zwar bleiben die Zutaten durch das kaltgepresste Verfahren in ihrem Ursprung, können jedoch von Ihrer Katze nicht gut aufgenommen werden. Die enthaltene Stärke wird kaum aufgeschlossen und somit ist das Futter nicht so gut verträglich wie beispielsweise mit dem Extruder Verfahren. Halbfeuchtfutter mit ca. 18 – 33 % Feuchtegehalt ist in der Regel auf künstliche Konservierungsstoffe angewiesen. Trockenfutter kommt ohne künstliche Konservierungsstoffe aus.



Ist Getreide verantwortlich für Allergien und Unverträglichkeiten?

Häufig haben Katzenbesitzer glutenhaltiges Getreide wie z. B. Weizen, Gerste und Roggen als Auslöser für eine Allergie in Verdacht. Ist Getreide alleine Schuld und löst eine Allergie aus? Bei einer Allergie bekämpft das Immunsystem nur die Bestandteile des Futters, mit denen Ihre Katze bereits in Kontakt gekommen ist. Ein Erstkontakt kann beispielsweise durch eingeatmete Pflanzen, Pollen oder einzelne Zutaten im Katzenfutter entstehen.

Ist Ihre Katze schon mal mit einem Inhaltsstoff wie Weizen in Berührung gekommen, ist es wahrscheinlich, dass Ihre Katze darauf eine Reaktion zeigt. Dies kann jedoch auch mit jeder im Futter enthaltenen Fleischsorte auftreten.

Getreide im Katzenfutter
Getreide ist nicht gleich Getreide - es gibt Unterschiede bei der Verträglichkeit und Verdaulichkeit.


Was ist der Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit?

Aus medizinscher Sicht gibt es einen großen Unterschied, zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit. Bei einer Allergie (Beispielsweise gegen Weizen) reichen wenige Gramm aus, um bei Ihrer Katze eine allergische Reaktion hervorzurufen. Das Immunsystem Ihrer Katze erkennt das Nahrungsmittel (in dem Fall der Weizen) sofort und die Abwehrmechanismen laufen auf Hochtouren. Leidet Ihre Katze an einer Allergie, sollten Sie penibel darauf achten, dass Ihre Mieze nicht mit diesem Lebensmittel in Kontakt kommt.

Der Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit liegt an dem ablaufenden Prozess im Katzenkörper. Die Allergie ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Bei der Unverträglichkeit ist das nicht der Fall. Beispielsweise bei einer Laktoseintoleranz hat Ihre Katze Beschwerden wie Blähungen, Durchfall und Bauchkrämpfe nach dem Verzehr. Der Grund: Ihrer Katze fehlt ein wichtiges Enzym. Die sogenannte Laktase, die den enthaltenen Milchzucker in seine Bestandteile splittet und für den Körper Ihrer Katze verwertbar macht.

Es können noch weitere Inhaltstoffe im Katzenfutter eine Unverträglichkeit auslösen. Viele Katzen vertragen beispielsweise kein Rind, Schwein, Geflügel oder Fisch. Jedes im Futter enthaltene Protein kann eine Reaktion hervorrufen, wenn eine Allergie bzw. Unverträglichkeit vorliegt. Nicht nur Getreide ist das Problem - jedes weitere Protein kann ebenfalls dazu führen.

Info Die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) ist ein Sonderfall. Diese ist weder eine Unverträglichkeit, noch eine Allergie. Der Klebereiweiß Gluten sorgt für eine Entzündung in der Darmschleimhaut. Das Abwehrsystem Ihrer Katze sieht Gluten als bösen Feind und löst eine Abwehrreaktion wie die Entzündung der Darmschleimhaut aus.



Aus welchen Gründen sollte ich meine Katze getreidefrei ernähren?

Sofern Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze unter einer Getreideunverträglichkeit leidet, sollten Sie zumindest erstmal auf ein glutenfreies, oder ein getreidefreies Katzenfutter wechseln. Wichtig ist, dass Sie anschließend auch auf getreidehaltige Leckerlis- und Zusatzfutter verzichten. Sollte Ihr Stubentiger weiterhin gesundheitliche Probleme wie Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen oder Hauprobleme haben, empfehlen wir Ihnen einen Tierarztbesuch. Eine Untersuchung vom Tierarzt und ggf. ein Allergietest kann Ihnen bei der Ursachenforschung helfen.

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Welche Alternativen gibt es zu Getreide?

Getreide dient in erster Linie als Energie- und Kohlenhydratlieferant im Katzenfutter. In einem Alleinfuttermittel müssen Kohlenhydrate enthalten sein, um Ihre Katze vollwertig und komplett ausgewogen zu ernähren. Können die wichtigen Kohlenhydrate nicht aus Getreide gewonnen werden, muss zwingend eine Alternative enthalten sein. Weit verbreitet ist die Kartoffel als Getreideersatz.

Folgende Lebensmittel sind ebenfalls oft als Alternative enthalten:

  • Süßkartoffel
  • Amaranth
  • Hirse
  • Quinoa
  • Tapioka

Wie erkenne ich ein hochwertiges Katzenfutter ohne Getreide?

Sie sollten auf qualitativ hochwertige Zutaten mit einem hohen Fleischanteil achten. Katzen benötigen ausreichend tierisches Taurin. Ein hochwertiges Katzenfutter beinhaltet außerdem:

  • Viele tierische Proteine in Lebensmittelqualität
  • Keine billige Ersatzeiweißquelle aus Soja
  • Natürliche Rohwaren (keine gentechnisch veränderten Zutaten)
  • Keine künstlichen Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe
  • Kein Zucker

Fazit Gegen getreidehaltiges Katzenfutter ist prinzipiell nichts einzuwenden. Selbstverständlich ist Getreide im Futter nicht für Katzen geeignet, die eine Allergie oder Unverträglichkeit gegenüber Getreide haben. Wichtig ist, dass das Futter ausgewogen ist – egal ob das Futter getreidefrei ist oder nicht. Alle Vitamine, Mineralstoffe und Nährstoffe müssen in ausreichender und aufeinander abgestimmter Menge, im Futter enthalten sein.

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