Warum brauchen Jagdhunde ein spezielles Futter?

Jagdhunde haben nicht nur besondere Aufgaben, sondern auch einen individuellen Nährstoffbedarf. Ähnlich wie die Anforderungen, die Sie als Halter an Ihren vierbeinigen Jagdkumpanen stellen, sind auch seine Bedürfnisse an eine artgerechte Ernährung hoch. Wie Sie einen gesunden und ausgewogenen Speiseplan für Ihren Jagdhund gestalten und was in einem guten Jagdhundefutter nicht fehlen darf, erfahren Sie im JOSERA-Ratgeber.


Ohne Mampf kein Kampf: Dank ausgewogener Mahlzeiten zu mehr Jagderfolgen

Die meisten Vierbeiner in deutschen Haushalten sind Familien- und Begleithunde. Sie erfüllen lediglich die besondere Aufgabe, das Leben ihrer Menschen zu bereichern. Gebrauchshunde hingegen gehen einer "regelmäßigen Beschäftigung" nach. Es gibt nur wenige Hunde in Deutschland, die sich ihr Futter erst verdienen müssen. Neben Polizei- und Blindenhunden gehören dazu auch Sport- und Jagdhunde – die Hauptakteure dieses Ratgeberartikels. Wegen ihrer speziellen Tätigkeiten müssen jagdlich geführte Hunde anders ernährt werden. Aufgrund des erhöhten Energieverbrauchs und der teilweise großen sportlichen Herausforderungen, denen sich die vierbeinigen Jäger im Gelände stellen müssen, soll auch der Inhalt ihres Napfes entsprechend angepasst werden.

Mit dem richtigen Futter wird Ihr Jagdhund zum Spitzensportler


Der Energiehaushalt der Hunde

Bevor wir uns den besonderen Fressbedürfnissen der Jagdgebrauchshunde widmen, ist ein grundlegender Blick auf die Fütterung von Hunden im Allgemeinen wichtig. Ähnlich wie Menschen und auch alle anderen Lebewesen braucht der Hund Energie und Nährstoffe zum Überleben. Der Energiebedarf des Hundes setzt sich aus dem Erhaltungs- und dem Leistungsbedarf zusammen.

Tipp: Der Erhaltungsbedarf ist der Grundbedarf, bei dem die Energiemenge umgesetzt wird, die der Hundekörper zur Erhaltung seiner Lebensfunktionen unbedingt braucht. Dazu gehören z. B. Atmung, Blutkreislauf, Körpertemperatur. Er richtet sich nach Alter, Größe, Temperament und Haltungsbedingungen des Hundes. Der Leistungsbedarf umfasst die Bedürfnisse, die durch zusätzliche Bewegung und Muskelarbeit entstehen: lange Strecken im Trab, Hetzjagden im Galopp, Wasserarbeit, Stöbern, Fährtenverfolgung.

Warum benötigen Jagdhunde mehr Energie?

Familienhunde bewegen sich in der Regel im Bereich ihres Erhaltungsstoffwechsels und benötigen also nur so viele Nährstoffe und Energie, dass sie nicht abnehmen. Im Gegensatz dazu brauchen Jagdhunde im Einsatz große Energiereserven, um leistungsfähig zu sein. Sie gehen weit über den grundlegenden Energiebedarf hinaus und haben aufgrund ihrer Belastung andere Ansprüche. Der Bedarf an Energie, die die vierbeinigen Jäger für ihre Leistungsfähigkeit brauchen, steigt proportional zur Belastungsintensität. Bei sechsstündiger Trabbewegung steigt der Leistungsbedarf gegenüber dem Erhaltungsbedarf auf das 2,5-Fache – Hetzjagden oder steile Anstiege erfordern sogar noch mehr Energie.

Jagdhunde haben ganz besondere Futterbedürfnisse


Was Jagdhunde und Leistungssportler gemeinsam haben

Nicht anders als Hochleistungssportler, die penibel ihre tägliche Diät planen, sollen auch Jagdhunde ernährungstechnisch gut versorgt werden. Schließlich erfüllen die tapferen Jäger vielfältige Funktionen als Vorsteh-, Stöber-, Schweiß- oder Apportierhunde und müssen sowohl ihre Sinne als auch ihre Kondition vielfach unter Beweis stellen. Ob Feldarbeit oder Apportieren, Nachsuche oder Wasserarbeit, Jagd im Unterholz, Schilf oder in unterirdischen Bauten, stundenlanges Aufspüren, kilometerweites Verfolgen einer Fährte oder das Zutreiben des Wilds auf die wartenden Schützen – all diese anspruchsvollen Einsätze haben einen erhöhten Nährstoffbedarf zur Folge.

Bei Stöberhunden, die erhebliche Wegstrecken bewältigen, lässt sich dieser anhand der zurückgelegten Kilometer einfach ermitteln. Bei der Wasserjagd oder der Arbeit der Erdhunde, wie beispielsweise Dackel, die durch ihren Körperbau in der Lage sind Raubwild - wie dem Fuchs - in den Bau zu folgen, hingegen ist der teilweise enorme Kräfteverbrauch nur schwer zu beziffern. Eine besonders sorgfältig zusammengesetzte, hochenergetische Fütterung braucht aber jeder aktive Jagdhund.

Jagdhunde dürfen öfter gefüttert werden als Haushunde, aber niemals direkt vor der Jagd.

 


Management ist alles: Die richtige Fütterungsmenge und -zeit für Ihren Jagdhund

Ginge es nach Ihrem Liebling, würde er wohl zu jeder Zeit Unmengen an Futter vertilgen. Eine gesunde Futtermenge für Ihren Jagdhund richtet sich jedoch nach seinem Energiebedarf und dem Energiegehalt seines Futters. Aufgrund der starken körperlichen Beanspruchung während eines Pirschgangs benötigen Jagdhunde größere Futtermengen, die optimalerweise auf mindestens zwei Tagesrationen aufgeteilt werden sollen. Das belastet den Magen weniger und die Magensäure kann den Nahrungsbrei schneller durchdringen. Die Fütterungszeiten sollten nach Möglichkeit bei allen Hunden – unabhängig von ihren Aufgaben – immer gleich sein.

Zeitliche Distanz zwischen Arbeitszeit und Mahlzeit Ein Jagdhund sollte sich unter keinen Umständen direkt vor der „Arbeit“ den Magen vollschlagen. Das würde die körperliche Belastung unnötig steigern, weil der Hund eine zusätzliche Magen-Darm-Füllung mit sich schleppt, sein Atmungsraum eingeschränkt ist und der Wasserbedarf steigt. Auch die Gefahr einer Magendrehung ist deutlich höher, wenn sich der Hund mit vollem Magen intensiv bewegt. Die Hauptmahlzeit sollten Sie Ihrem Hund am Abend vor der Jagd verabreichen, die restliche Portion etwa zwei Stunden nach Einsatzende oder dann, wenn sich der Hund von der Arbeit erholt hat.

Der Energiebedarf eines aktiven Jagdhundes übersteigt den eines Haushundes um Längen


Der Nährstoff-Check: Worauf kommt es bei einem Jagdhundefutter wirklich an?

Auf der Suche nach der optimalen Nahrung für Ihren Jagdhund sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen:

  • deklarierte Inhaltsstoffe
  • Energiegehalt
  • Fresslust des Hundes
  • Verdaulichkeit und Verträglichkeit

Während man die Deklaration und Kalorienmenge bereits vor dem Kauf unter die Lupe nehmen kann, lassen sich die restlichen Punkte erst nach Verfütterung des Produkts beurteilen. Sowohl die Akzeptanz – schließlich soll das Futter auch Freude bereiten – als auch Kotmenge und -konsistenz, Hautbild und Haarkleid sollen bei der Wahl des Jagdhundefutters eine Rolle spielen.

 

Weniger Kohlenhydrate und dafür mehr Fett für Ihren Jagdhund

Die wichtigsten Energielieferanten im Hundefutter sind Fette, Kohlenhydrate und Proteine. Jagdhunde brauchen fettreiche Futtersorten, um ihren Energiebedarf mit einer vergleichsweise kleinen Mahlzeit zu decken. Eine geringe Futtermenge belastet den Magen weniger und der Hund ist schneller leistungsfähig. Füttern Sie Ihren Jagdhund über einen längeren Zeitraum mit einem fettreichen Futter, lernt der Hundekörper, das Fett vorrangig als Energiequelle zu nutzen. Fette liefern mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate oder Proteine. Zu hohe Mengen an Kohlenhydraten hingegen sollten eher gemieden werden – sie sind zwar leicht verwertbar, füllen aber den Magen und wirken sich negativ auf die Leistungsfähigkeit bei der Jagd aus.

Mehr Fett und weniger Kohlenhydrate: So wird Ihr Jagdhund kräftig

Stark wie Popeye: Der Jagdhund braucht Proteine

Neben dem hohen Fettgehalt im Jagdhundefutter ist auch ein ausgewogenes Verhältnis von Eiweiß und Energie von entscheidender Bedeutung. Je energiereicher – in diesem Fall also fetter – ein Futter ist, desto höher muss auch sein Eiweißgehalt sein. Ein Jagdhund braucht viele Proteine, die seinen körpereigenen Eiweißen bestmöglich ähneln, also qualitativ hochwertige Proteinquellen. In einem guten Jagdhundefutter ist nicht nur der Rohproteingehalt angegeben, anhand dessen weder die Herkunft des Proteins noch die tatsächliche Verwertbarkeit ersichtlich ist, sondern auch die offen deklarierten Bestandteile. Diese liefern wertvolle Auskunft über die vorhandenen Eiweißverbindungen.

Pflanzen im Hundefutter? Oh ja, unbedingt! Hunde – und somit auch Ihr Jagdhund – sind keine reinen Fleischfresser, sondern Allesfresser. Neben hochwertigen tierischen Inhaltsstoffen sollten somit auch pflanzliche Komponenten Bestandteil der Nahrung sein, damit sie ausgewogen ist. Die sogenannten Ballaststoffe dienen dazu, die Darmmotorik aufrechtzuerhalten. Natürliche Rohfaserquellen sind Getreide, Kleie, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.

Mineralien, Spurenelemente und Vitamine

Wie jedes andere Hundefutter muss auch das Futter für Jagdhunde eine Reihe von wichtigen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen enthalten. Die erhöhte Arbeitsbelastung erfordert keine zusätzliche Zufuhr der genannten Mikronährstoffe. Dennoch sollten Sie unbedingt darauf achten, dass das Jagdfutter Ihrer Wahl Ihrem jagdlich geführten Vierbeiner die empfohlenen Nährwerte in einem optimalen Verhältnis liefert. Calcium und Phosphor braucht Ihr Hund für die Knochen, die Stabilität des Skeletts und weitere wichtige Stoffwechselfunktionen. Viele Spurenelemente und Vitamine wirken sich auch mehr oder weniger direkt auf die Leistung des Hundes aus, wie etwa Selen, Jod oder Eisen sowie Vitamin E und B-Vitamine. Ein Mangel an Natrium oder Zink kann beispielsweise den Geruchssinn Ihres Vierbeiners beeinträchtigen.


Fazit: Besonderes Futter für besondere Hunde

Körperlich beanspruchte Hunde brauchen ein spezielles Futter, um ihre volle Leistung zu erbringen. Mit der richtigen Ernährung können Sie die Leistungsbereitschaft und die Ausdauer Ihres Jagdhundes positiv beeinflussen. Damit das Jagdhundefutter Ihren Liebling optimal versorgt, muss es hochwertige Inhaltsstoffe wie essentielle Fettsäuren, einen ausgewogenen Fleischanteil und ausgesuchte Kohlenhydrate beinhalten. Mit einem hochwertigen Fertigfutter für Jagdhunde ist eine ausgewogene Mischung an Nährstoffen garantiert und der erhöhte Energiebedarf Ihres treuen Begleiters gedeckt.