Der Chow Chow

Der Chow Chow ist eine der ältesten Hunderassen und beeindruckt Liebhaber mit seinem imposanten Auftreten, den niedlichen Gesicht und seiner üppigen Haarpracht. Doch der anmutige Chinese, der stark an einen Kuschelbär erinnert, stellt hohe Anforderungen an seinen Halter. Wie Sie Ihren Chow Chow richtig erziehen, pflegen und halten erfahren Sie in unserem Rasseportrait.


Rasseprofil

  • Herkunft: China
  • Körpergröße: mittelgroße Hunderasse, Schulterhöhe 46 bis 51 cm bei Hündin, 48 bis 56 cm beim Rüden
  • Gewicht: 25 bis 30 kg
  • Fell: langes oder kurzes Haar, sehr dicht, bei Langhaar mit dicker Löwenmähne
  • Farben: charakteristische blaue Zunge, Fellfarben: schwarz, rot, blau, braun, beige, weiß, mit Schattierungen, Flecken sind nicht erlaubt
  • Lebenserwartung: 8 bis 14 Jahre
  • Charakter: wachsam, stur, loyal, intelligent, robust, ruhig
  • Erziehung und Haltung: konsequente Erziehung, genügend Zeit um den Bewegungsdrang des Chow Chow zu stillen, nicht unbedingt als Familienhund geeignet


Herkunft & Ursprung des Chow Chow

Der Chow Chow ist eine uralte Hunderasse, die ihren Ursprung in Sibirien und ganz im Osten Chinas, der Mandschurei, hat. Genetisch sind sie am engsten mit dem Alaskan Malamute, Siberian Husky, Akita und Shiba Inu verwandt. Die ersten Chow Chow entstanden vor mehr als 2000 Jahren und ihre ursprüngliche Aufgabe lag - wie es ihre Vorfahren bereits vermuten lassen - im Wach- und Schutzhund, sowie als Schlittenhund und Helfer bei der Jagd.

Vielleicht wundern Sie sich bei den Übersetzungen in unserer Infografik auch über das Wort "Nahrung"? Tatsächlich wurden die Chow Chows bei den ärmeren Schichten der Bevölkerung auch als Fell- und Fleischlieferant genutzt. Dabei handelte es sich jedoch meist um Mischlinge. Der kernige Beschützer von Haus und Hof fand also auf vielfältige Art Beschäftigung. Die alten Kaiser sahen diese Rasse als sehr wertvoll an und verehrten ihre Hunde.

Wussten Sie...? Dass der Chow Chow von allen Hunderassen dem Wolf genetisch am ähnlichsten ist? Über 2000 Jahre alte Terracotta-Figuren, die in Gräbern aus der Han-Dynastie gefunden wurden, zeigen, wie sehr die alten chinesischen Kaiser ihre Hunde liebten.

 


Seinen Weg nach Europa fand er erstmals 1880, als die Engländer den "Chinesischen Spitz" für sich entdeckten. Wenige Jahre später begann man dort auch mit der Zucht und seit 1894 ist er im Kennel Club als eigenständige Rasse geführt.

Die moderne Zuchtlinie hat heutzutage nur noch wenig mit dem ursprünglichen Chow Chow zu tun. Man setzte besonders in den letzten 20 Jahren auf ein immer mehr ausgeprägtes Teddygesicht, was gesundheitliche Einschränkungen zur Folge hatte. So haben heutige Chow Chows aufgrund der extremen Faltenbildung oft mit Haut- und Fellproblemen zu tun und leiden häufiger an Augenkrankheiten. Um dem entgegen zu wirken setzt sich der FCI seit 2011 zunehmend für eine Reform des Rassestandards ein.


Merkmale und Aussehen des Chow Chow

Der Chow Chow ist eine mittelgroße Hunderasse mit kurzem oder langem Fell, die optisch einem Bären oder einem Löwen ähnelt. Im Gegensatz zu allen anderen Hunderassen besitzt der Chow Chow 44 statt 42 Zähne. Besonders durch die, für bestimmte asiatische Bärenarten typische, kurze Schnauze, die blaue Zunge und den kompakten Körperbau wird er auch "Bärenhund" genannt.

Der Chow Chow zählt zu den Spitztypen, hat einen kompakten Körperbau und trägt seine Rute über dem Rücken. Es gibt zwei Arten: einmal die ursprüngliche und eine, die speziell als Show-Chow-Chow gezüchtet worden sind. Letztere ist etwas kleiner, sieht eher wie ein Teddybär oder Plüschtier aus und ist aufgrund der Zucht häufiger von Erbkrankheiten betroffen. Auch die Faltenbildung und der stämmige Körperbau, die beim Show-Hund verstärkt auftreten, können gesundheitliche Probleme mit sich bringen. 

Die Felllänge ist normalerweise mittellang bis lang. Es gibt sie auch als Kurzhaar, allerdings sind diese Hunde selten geworden. Das Fell ist sehr dicht und steht gerade vom Körper ab. Im Halsbereich bildet sich eine Mähne, die ebenfalls plüschig abstehen soll. 

Chow Chow mit blauer Zunge ausgestreckt
Die blaue bzw. teilweise blau gescheckte Zunge ist ein charakteristisches Merkmal des Chow Chow.


Charakter und Wesen

Chow Chows sind sture Einzelgänger, die sich nicht so schnell beeindrucken lassen. Als stämmiger Wach- und Schutzhund trifft er seine eigenen Entscheidungen und gilt als eigensinnig und unbestechlich. Seiner Bezugsperson gegenüber ist er sehr loyal, jedoch sucht er sich tatsächlich eine aus. Als Familienhund ist er daher nur bedingt geeignet, denn Kinder und andere Familienmitglieder toleriert er lediglich.

Auf fremde Menschen und Hunde kann er gut verzichten. Meist ignoriert er sie. Sollte er jedoch eine echte Bedrohung seines Menschen bzw. seiner Familie wahrnehmen, kann er aggressiv und gefährlich werden. Er ist sehr wachsam, jedoch kein Kläffer und nimmt diese Aufgabe sehr ernst. Er eignet sich nur bedingt als Wohnungshund und mag lieber ein Haus mit Garten. Zwingerhaltung ist nicht zu empfehlen, da der eigenständige Dickkopf sich gern seine eigenen Plätze sucht, an denen er alles im Blick hat.

Chow Chows sind sehr stolze Hunde, die im Wesen oft mehr einer Katze ähneln als einem Hund. Trotz seines plüschigen Aussehens eignet sich der Chow Chow nicht als Spielgefährte für Kinder. Er bindet sich an einen Menschen und hat nur wenig Spieltrieb. Darüber hinaus könnte sein eigenständiges Wesen zu Problemen zwischen Kind und Hund führen, welche ihn gern mit einem Kuscheltier verwechseln.


Erziehung, Beschäftigung und Auslastung

Der Chow Chow ist nicht als Anfängerhund geeignet, da er einiges an Hundeverstand voraussetzt. Verbunden mit einer konsequenten und liebevollen Erziehung, die nicht auf Dominanz oder Unterwürfigkeit setzt, machen Sie aus Ihrem Chow Chow Welpen einen gut sozialisierten Hund. Die Sozialisierung ist bei dieser Rasse besonders wichtig, denn durch seinen hohen Wach- und Schutzinstinkt sollten Sie ein Augenmerk darauflegen, dass er möglich gelassen auf Umwelteinflüsse und Situationen reagiert.

Chow Chow Portrait braunes Fell
Das Fell des Chow Chows benötigt viel Pflege und sollte täglich gebürstet werden.


Hundesport und klassisches Training auf dem Hundeplatz liegen dem Chow Chow nicht so sehr. Dafür braucht er viel Auslauf und mag ausgedehnte Spaziergänge oder lange Wanderungen. Aufgrund seines ausgeprägten Jagdtriebs ist das jedoch nur mit viel Übung im Freilauf möglich.

Am wohlsten fühlt er sich, wenn Sie ihm eine klare Aufgabe übertragen, z.B. das Bewachen Ihres Grundstücks. Apportieren oder andere Spiele sind dem ernsten "Einmannhund" suspekt und werden einfach ignoriert. Hundetricks und Trainingseinheiten, wie sie in der Hundeschule geübt werden, beeindrucken den Chow Chow nur wenig. Wenn Sie sein Herz erobern wollen, gehen Sie einfach nur mit ihm spazieren und respektieren sein Wesen. Eine enge, vertrauensvolle Bindung zu seinem Halter macht ihn glücklich.


Gesunde Ernährung

Der Chow Chow ist in der Regel recht anspruchslos, was sein Futter angeht. Ein hochwertiges Trockenfutter reicht im Normalfall aus, um Ihren Vierbeiner mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, die er für ein gesundes Hundeleben benötigt.

Sollte Ihr chinesischer Spitz an einer Allergie oder Schilddrüsenunterfunktion, die bei dieser Rasse häufig vorkommt, leiden, suchen Sie sich fachkundige Beratung für ein Diätfutter. Ist Ihr Hund aus einer Showlinie sollten Sie außerdem darauf achten, dass er nicht zu dick wird. Aufgrund des dichten Fells ist es nicht leicht zu erkennen, wann Ihr Vierbeiner eine Idealfigur hat. Ertasten Sie daher regelmäßig, ob Ihr Hund zu dick ist. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie feststellen, ob Ihr Hund zu dick ist.


Pflege, Gesundheit & Erbkrankheiten der Rasse

Das dichte Fell ihres Chow Chows sollte täglich gebürstet werden, um abgestorbene Haare, Schmutz und Fremdkörper zu entfernen, sowie Verfilzungen zu vermeiden. Achten Sie dabei besonders auf die Stellen hinter den Ohren und an der Mähne.

Wenn Sie einen Vierbeiner mit vielen Falten haben, sollten Sie diese regelmäßig kontrollieren. Dort können sich feuchte Stellen bilden, die nicht nur übel riechen, sondern auch ein ideales Milieu für Milben und Entzündungen bieten. Besonders bei Falten an den Augen kann es zu schlimmen Entzündungen kommen, die chronisch werden können.

Auch Atemprobleme und extreme Hitzeempfindlichkeit sind bei den auf Aussehen und Show-Tauglichkeit gezüchteten Vierbeinern häufig ein Problem.

Mögliche Erbkrankheiten beim Chow Chow sind:

  • Hüftdysplasie (HD)
  • Kurzatmigkeit
  • Allergien
  • Hautprobleme
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Augenkrankheiten
  • Entropium

Wenn Sie sich einen Chow Chow kaufen möchten, wählen Sie den Züchter mit Bedacht aus. Achten Sie darauf, dass nicht nach dem Showstandard gezüchtet wird und der Züchter schlanke und bewegliche Hunde züchtet. Am besten ist es, wenn auch das Muttertier vor Ort ist. Prüfen Sie, ob bei den Eltern keine Erbkrankheiten vorliegen und kaufen Sie Ihren Welpen nur von einem seriösen Züchter.

 


Fazit

Wenn Sie sich einen Chow Chow holen möchten, sollten Sie auf seine speziellen Bedürfnisse Acht geben. Am besten eignet sich diese Rasse für Alleinstehende oder kleine Familien mit größeren Kindern. Durch liebevolle, aber konsequente Erziehung und sorgfältige Sozialisierung machen Sie aus Ihrem "Bären" einen entspannten Begleiter und souveränen Bewacher.