Genau wie bei uns Menschen ist das Niesen bei einer Katze ein Schutzreflex. Staub und Fremdkörper werden aus der Nase regelrecht hinausgeschleudert. Das ist eine natürliche Reaktion, die nicht weiter besorgniserregend ist. Allerdings können auch Allergien, eine Krankheit wie der Katzenschnupfen oder Tumore mögliche Ursachen sein. Wir sagen Ihnen, warum eine Katze niest und wie Sie ihr helfen können.


Ihre Katze niest häufig - welche Ursachen gibt es dafür?

Eine Katze mag nicht so Schnüffelwunder sein wie ein Hund, aber sie riecht in jedem Fall besser als wir Menschen. Die feine Nase ist wichtig für das Beurteilen von Futter oder von Artgenossen. Und es erklärt, warum die Tiere auf manche, für uns angenehme Düfte sehr ablehnend reagieren. Da das kätzische Riechorgan empfindlich ist, kann es auch schnell passieren, dass das Tier niest. Das muss nicht immer sofort auf eine Erkältung oder eine andere Krankheit hindeuten. Manchmal ist die Ursache ganz harmlos.

Großaufnahme einer Katzennase
Katzen riechen besser als Menschen – wenn auch nicht so gut wie Hunde


Die Katzennase ist empfindlich

Alle Arten von Fremdkörpern reizen und jucken - seien es Staubkörner, Grassamen oder Fussel. Dann niest Ihre Mieze mehrmals hintereinander. Haben Sie schon mal beobachtet, dass Sie mit Schwung Katzenstreu ins Klo gefüllt haben und Ihre Samtpfote niesend danebenstand? Die aufgewirbelten Partikel sind zwar sehr klein, können aber durchaus in der Nase kitzeln. Was hilft? Reinigen Sie Oberflächen regelmäßig feucht und sorgen Sie dafür, dass das Tier nicht im Raum ist, wenn Sie die Streu wechseln.

Ihre Samtpfote niest, wenn sie sich putzt? Dann kitzeln sie möglicherweise einige ihrer eigenen Haare in der Nase. Besonders wenn sie leicht erkältet ist, ist sie dafür empfindlich.

Was für uns Menschen meist angenehm riecht, kann eine sensible Katzennase reizen:

  • Raumsprays
  • Weichspüler
  • Putzmittel
  • Parfüm
  • Deodorants
  • Zigarettenrauch

Ist in Ihrer Wohnung die Luft sehr trocken? Dann reagiert Ihr Minitiger vielleicht darauf, indem die Nase Feuchtigkeit produziert. In der Folge muss er niesen. Wenn die Heizung im Winter die Luft austrocknet, sollten Sie regelmäßig Stoßlüften. Ein Luftbefeuchter oder ein Katzenbrunnen können ebenfalls helfen und das Wohnklima verbessern.


Wenn Niesen für Krankheit steht

Die Nase juckt und läuft. Manchmal atmet Ihr Liebling lauter als gewöhnlich. Die Katze niest zudem, hustet und ihre Augen tränen? Freigänger können sich bei kühlen Temperaturen schon einmal eine Erkältung einfangen. Und auch Wohnungskatzen, die Zugluft ausgesetzt sind, können sich verkühlen. Die Tiere fühlen sich dann ähnlich wie ein Mensch. Sie suchen Wärme und wollen ihre Ruhe. Wenn der Zustand länger als zwei Tage anhält, sollten Sie unbedingt zum Tierarzt gehen. Denn dann steckt vielleicht mehr dahinter.

Katzenschnupfen - die Katze niest häufig, die Augen sind verklebt

Diese Krankheit hört sich harmloser an, als sie in vielen Fällen ist. Sie beschreibt einen Symptomkomplex, der durch verschiedene Erreger ausgelöst werden kann, zu denen Bakterien und Viren gehören. Ihre Katze niest dann oft und würgt manchmal, hat weniger Appetit oder leidet unter Entzündungen und Geschwüren im Maul und Rachen. Auch Ausfluss aus Nase und Augen kommt vor.

Wenn Sie solche Symptome bemerken, gehen Sie bitte unbedingt mit Ihrem Liebling zum Tierarzt. Nach einer genauen Untersuchung und Abklärung kann der Veterinär gegen den bakteriellen Befall ein Antibiotikum verordnen. Bei den Herpes- und Caliciviren, die zu den Verursachern des Katzenschnupfens gehören, kann homöopathisch therapiert und das Immunsystem gestärkt werden. Möglicherweise hilft auch eine Interferon-Kur.

Besonders Jungtiere sind gesundheitlich noch sehr anfällig, sodass die Erkrankung im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann. Je früher Sie sie erkennen, desto größer sind aber die Chancen, dass Ihr Liebling wieder vollständig gesund wird. Eine Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfungen gegen Katzenschupfen werden empfohlen. Leider schützen sie nicht gegen alle Virenstämme, sodass es trotz Impfung auch zu einer Erkrankung kommen kann.

Die Katze niest viel in bestimmten Jahreszeiten?

Möglicherweise steckt eine Allergie hinter vermehrten Niesattacken. Die kann nicht nur Menschen, sondern auch ihre tierischen Mitbewohner betreffen. Beobachten Sie Ihre Katze genau: Tritt das Verhalten in einer bestimmten Jahreszeit oder Situation besonders häufig auf? Allergien gegen Pollen, Schimmel, Hausstaub oder Reinigungsmittel sind bei Katzen zwar nicht so verbreitet wie bei uns Menschen. Sie sind aber durchaus mögliche Ursachen für das Niesen.

Ihre Katze schnarcht? Dann hat sie vielleicht einen Nasenpolypen

Möglicherweise niest Ihre Katze, weil sie Wucherungen in der Nase oder den Nebenhöhlen hat. Diese sogenannten Polypen fühlen sich an wie ein Fremdkörper und erschweren das Atmen. Entzündungen in der Nase können folgen. Es ist ebenfalls nicht ungewöhnlich, dass Ihre Samtpfote dann schnarcht. Ein Tierarzt kann die Polypen, die zu den gutartigen Tumoren gehören, operativ entfernen.

Dauerhafter Schnupfen und Niesen können auch auf einen Tumor hinweisen

Das sieht anfangs aus wie ein harmloser Schnupfen, der einfach nicht abheilen will. Es kann aber auch sein, dass sie eine Art Wucherung an der Nase feststellen, die eitrig oder blutig aussieht oder Ihr Liebling Blut niest. Zum Glück sind Nasentumore bei Katzen eher selten. Aber sie müssen vom Tierarzt untersucht werden. Solche Nasentumore sorgen für Atembeschwerden – die Katze schnappt nach Luft, nicht nur bei Anstrengungen. Je länger mit der Behandlung gewartet wird, umso eher kann der Tumor metastasieren.

Roter Kater sitzt im Gras
Auch Fremdköper in der Nase reizen zum Niesen


Checkliste für Katzenbesitzer: Was tun, wenn Ihre Katze häufig niest

Bringen Sie in Erfahrung, wann Ihre Katze oft niest oder andere Symptome zeigt. Treten allergische Reaktionen beispielsweise auf, nachdem sie draußen gewesen ist?

  • Sie haben den allergieauslösenden Stoff gefunden? Gut, dann können Sie von nun an versuchen, ihn zu meiden. Lassen Sie das Tier in der Wohnung, wenn draußen starker Pollenflug herrscht. Ein hochwertiges hypoallergenes Katzenfutter ist frei von allergieauslösenden Inhaltsstoffen und kann in manchen Fällen ebenfalls helfen.
  • Stellen Sie Ihren Liebling außerdem beim Tierarzt vor. Er gibt Tipps, wie Sie die Ursache finden und eine Allergie behandeln oder vermeiden können. Er kann das Tier hyposensibilisieren oder Ihnen ein Notfallmedikament für Asthmaanfälle mitgeben. Manchmal helfen außerdem kortisonhaltige oder juckreizstillende Medikamente.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze genug trinkt. Wie das geht? Laufendes Wasser aus dem Hahn oder ein Katzenbrunnen wirken meist sehr interessant und anziehend auf Ihren Stubentiger.
  • Wer sich nicht wohlfühlt, braucht Ruhe. Das gilt für Menschen wie für Katzen. Richten Sie Ihrem Haustier daher am besten ein abgelegenes Plätzchen ein, wohin es sich zurückziehen kann, wenn ihm danach ist.


Wann sollten Sie zum Tierarzt gehen?

Generell gilt: Wenn Sie sich unsicher sind, stellen Sie Ihren Liebling vorsichtshalber beim Veterinär vor. Können Sie folgende Fragen mit „Ja“ beantworten? Dann ist ein Beuch beim Tierarzt nötig.

  • Niest Ihre Katze ungewöhnlich oft?
  • Gehen andere Krankheitssymptome damit einher?
  • Verhält sie sich anders, ist sie beispielsweise antriebslos oder möchte sie nicht fressen?


Symptome und Ursachen von häufigen Niesen im Überblick

Ursachen Weitere Symptome Maßnahmen
Gerüche, Staub, Fremdkörper Unruhe, Nervosität Auslöser beseitigen

Erkältung

Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Durst

Ruhe gönnen, viel Flüssigkeit anbieten

Katzenschnupfen

Verklebte Augen, Schluckbeschwerden, Durst, Husten und Würgen

Schnell zum Tierarzt gehen und das Tier auf Vieren und Bakterien testen lassen.

Allergien

Atemnot, Juckreiz

Auslöser beseitigen, ggfs. auch Futter umstellen und Ausschlussdiät

Polypen

Atemnot, Schnorcheln oder Schnarchen

Chirurgische Maßnahmen notwendig

Tumore

Umfangsvermehrung an der Nase, Blut niesen, Dauerschnupfen

Chemotherapie oder Strahlentherapie


Fazit

Es ist nicht immer ganz einfach, zu unterscheiden, was eine Allergie, eine harmlose Erkältung oder eine Virusinfektion ist. Als Faustregel gilt: Niesen, das länger als zwei Tage anhält, sollte in jedem Fall vom Tierarzt untersucht werden.