Katzen sind niedliche und liebenswürdige Wesen, die das Leben ihrer Besitzer bereichern. Dennoch zählen sie zur Gattung der Raubtiere, die auf ein kräftiges und robustes Gebiss angewiesen sind. Der Zahnwechsel ist ein wichtiger Vorgang, der dafür sorgt, dass eine Katze ein Leben lang mit stabilen Zähnen ausgerüstet ist. Warum Sie als Besitzer vor allem während des Zahnwechsels ein wachsames Auge auf Ihre Katze haben sollten, wie Sie Ihrer Katze in dieser Phase helfen können und noch vieles mehr erfahren Sie in diesem Ratgeber.


Das Gebiss einer Katze

Ausgewachsene Katzen haben 30 Zähne in ihrem Gebiss. Diese unterteilen sich in vier verschiedene Arten von Zähnen:

  • Schneidezähne: Das sind die sehr kleinen Zähne, die frontal im Mundraum einer Katze sitzen. Insgesamt 12 Schneidezähne besitzt jede Samtpfote. Sechs im Oberkiefer und sechs im Unterkiefer.
  • Eckzähne: Wie der Name schon verrät, sitzt diese Art der Zähne in den Ecken des Gebisses. Die langen, spitzen Zähne sind in Ober- und Unterkiefer jeweils zweimal vorhanden.
  • Molaren: Diese Zähne sitzen im hinteren Teil des Mundes. Jede Katze hat davon zwei im Oberkiefer und zwei im Unterkiefer.
  • Prämolaren: Zwischen Eckzähnen und Molaren befinden sich die Prämolaren. Katzen haben in ihrem Oberkiefer sechs dieser Zähne und in ihrem Unterkiefer vier.

Die unterschiedlichen Arten der Zähne übernehmen auch teils unterschiedliche Aufgaben, die die Katze mit ihrem Gebiss erledigt. So kommen vorrangig verschiedene Beißerchen zum Einsatz, wenn eine Katze spielt, nach etwas mit ihren Zähnen greift oder während des Fressens.

Draufsicht auf Gebiss einer Katze
Gewöhnen Sie Ihre Katze von klein auf daran, dass Sie ihr Gebiss von Zeit zu Zeit untersuchen.


Wann findet der Zahnwechsel bei Katzen statt?

Jede Katze erlebt innerhalb ihres Lebens drei Phasen, in denen sich in ihrem Zahnapparat etwas ändert. Die ersten beiden Phasen finden im Kitten-Alter statt, die letzte erst im Senioren-Alter. Diese Entwicklungszustände im Zusammenhang mit dem Zahnwechsel werden wie folgt bezeichnet:

  • Milchgebiss
  • Erwachsenengebiss
  • Altersbedingter Zahnausfall.

Das Milchgebiss

Frischgeborene Katzen kommen zahnlos auf die Welt. Das hat evolutionär denselben Hintergrund wie bei uns Menschen. Denn auch die kleinen Kitten werden von der Katzenmutter gesäugt und würden dem Muttertier dabei andernfalls Schmerzen zufügen. Die Milchzähne sind zu dieser Zeit ebenfalls wie bei menschlichen Babys bereits im Mundraum angelegt. Bei Katzen brechen die Milchzähne jedoch bereits zwischen der zweiten und dritten Lebenswoche durch das Zahnfleisch. Zuerst sind die Schneide- und Fangzähne zu sehen. Es folgen die Backenzähne mit einem zeitlichen Abstand von etwa einer Woche. Erreicht das Katzenbaby die achte Lebenswoche, kommen alle anderen Zähne nach, sodass das Milchgebiss mit insgesamt 26 Milchzähnen nun vollständig ist. Das Katzenjunge hat somit den ersten Zahnwechsel erfolgreich durchlaufen.

Info Haben sich bei einem Katzenbaby alle Milchzähne entwickelt, ist es Zeit, festes Katzenfutter als Nahrung bereitzustellen.

Das Erwachsenengebiss

In einem Alter von vier bis sechs Monaten findet der Zahnwechsel bei Katzen statt, der auch wirklich einen Wechsel der Zähne beinhaltet. In diesem Zeitraum weicht das Milchgebiss dem Erwachsenengebiss. Durch das Wachstum der Katze verändern sich ebenfalls Kiefer- sowie Schädel-Proportionen. Im Erwachsenengebiss kommen nach dem Wechsel vier zusätzliche Zähne hinzu. Die Milchzähne fallen bei diesem Vorgang nicht komplett auf einmal aus, sondern nach und nach. Dieser Prozess dauert mehrere Wochen, wobei die Rasse einer Katze die Dauer beeinflussen kann.

Info Erreicht die Katze den siebten Lebensmonat, sollte der Zahnwechsel abgeschlossen sein. Ist dies bei Ihrem Stubentiger in diesem Alter nicht der Fall, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Zahnausfall bedingt durch das Alter

Die letzte Veränderung des Zahnapparates bei Katzen ereignet sich im Senioren-Alter. Der Verlust einzelner Zähne in diesem Lebensabschnitt ist natürlich und kommt auch bei einem völlig gesunden Gebiss der Katze vor. Vermehrter Zahnausfall ist allerdings meistens auf eine Erkrankung im Maul-Rachenraum der Katze zurückzuführen. Auch Zahnfleischentzündungen oder Zahnstein können den Zahnausfall begünstigen. Daher ist eine gute Zahnpflege und vermehrte Prophylaxe bei einem ausgewachsenen Stubentiger unerlässlich.

Info Die meisten Katzen haben durch den altersbedingten Ausfall einzelner Zähne keinerlei Probleme. Bemerken Sie aber, dass Ihre Katze aufgrund dessen weniger frisst oder ein verändertes Verhalten an den Tag legt, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen, um etwaige andere Erkrankungen auszuschließen.


Wie läuft der Zahnwechsel bei Katzen ab?

Bahnt sich der Zahnwechsel bei einer Katze vom Milchgebiss zum Erwachsenengebiss an, löst sich zunächst die Wurzel des Milchzahns langsam auf. Dadurch kann keine Stabilität mehr gewährleistet werden und die Zähne werden wackelig. Die neuen Zähne, die schon im Zahnfleisch angelegt sind, schieben sich nach und verdrängen die Milchzähne.

Meistens bleibt dieser Vorgang von den Katzenbesitzern allerdings unbemerkt, da die sehr kleinen Milchzähne einfach von der Katze verschluckt werden. Das stellt aufgrund der Größe aber keine große Gefahr für die Stubentiger dar.


Begleitende Symptome des Zahnwechsels

Wie oben bereits erwähnt verläuft der Zahnwechsel meistens ohne Probleme und der direkte Wechselvorgang bleibt teils unbemerkt. Dennoch gibt es einige Symptome, die in Zusammenhang mit dem Zahnwechsel bei Katzen auftreten und die Sie darauf aufmerksam machen, dass Ihre Samtpfote diesen Prozess durchläuft:

  • Gerötetes Zahnfleisch
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Mundgeruch
  • Schräglage des Kopfes
  • Vermehrtes Lecken am Zahnfleisch
  • Reiben der Schnauze an Gegenständen oder den Menschen
  • Appetitlosigkeit
  • Übellaunigkeit.

Diese Symptome sind eindeutige Anzeichen für den Zahnwechsel, die relativ harmlos sind und bei Ihrer Katze keine übermäßigen Schmerzen hervorrufen.

In seltenen Fällen, vor allem bei stärkeren Entzündungen während der Veränderung des Zahnapparates, können zusätzlich Komplikationen auftreten. Bei diesen gilt es einen Tierarzt aufzusuchen:

  • Durchfall: Vor allem für junge Katzen ist Durchfall und der damit einhergehende Flüssigkeitsverlust sehr gefährlich. Hält dieser über einen längeren Zeitraum an und zur Abklärung etwaiger anderer Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, wie zum Beispiel Verstopfung bei Katzen, sollten Sie unbedingt den Tierarzt kontaktieren.
  • Fieber: Erhöhte Temperatur bis hin zu Fieber und ein verschlechtertes Allgemeinbefinden ist ebenfalls eine Komplikation, die bei manchen Katzen auftritt. Um sicherzugehen, dass keine andere Erkrankung hinter diesen Symptomen steckt, sollten Sie auch bei diesen Anzeichen Ihren Tierarzt zurate ziehen.
  • Persistierende Milchzähne: Manchmal kommt es vor, dass ein Milchzahn nicht durch den Zahnwechsel ausfällt und dadurch das weitere Wachstum des bleibenden Gebisses beeinflusst sowie Zahnfehlstellungen begünstigt. Es entstehen sogenannte „Doppelzähne“, bei denen sich Milchzahn sowie neuer Zahn einen Platz im Gebiss teilen müssen. Dies ist insbesondere an den Fangzähnen der Katze sehr auffällig. Solche hartnäckigen Milchzähne sollten vom Tierarzt gezogen werden.
  • Fehlende bleibende Zähne: Genetische Veränderungen führen manchmal dazu, dass an einer Stelle im Gebiss kein bleibender Zahn auf den Durchbruch wartet. Dann fällt der Milchzahn ebenfalls nicht aus. Auch in diesem Fall sollten Sie dem Tierarzt einen Besuch abstatten. Dieser klärt dann mit einer Röntgenaufnahme, ob der bleibende Zahn tatsächlich fehlt und der Milchzahn erhalten werden kann.

Glückliche Katze sitzend
Ein gesunder Zahnapparat ist für Katzen unerlässlich.


Unterstützen Sie Ihre Katze beim Zahnwechsel

Sobald Sie als aufmerksamer Katzenbesitzer anhand der genannten Symptome bemerken, dass sich Ihre Samtpfote im Zahnwechsel befindet, können Sie einige Maßnahmen ergreifen, um Ihrem Stubentiger diesen Vorgang etwas leichter zu gestalten.

  • Spezielle Leckerli: Kaufen Sie Ihrer Katze spezielle Leckerli im Tierfachhandel, die eine antiseptische Wirkung haben. Diese helfen Zahnfleischreizungen und kleinere Infektionen zu lindern.
  • Futterangebot ändern: Weiches Katzenfutter, das ohne Mühe gekaut werden kann, eignet sich während des Zahnwechsels besonders gut. Wenn Sie zusätzlich dafür sorgen wollen, dass die losen Zähne leichter ausfallen, können Sie etwas Trockenfutter oder knusprige Leckereien unter das Futter mischen.
  • Geeignetes Spielzeug: Obwohl Beißspielzeug für Katzen eher weniger üblich ist, ist es eine gute Möglichkeit, im Zuge des Zahnwechsels die losen Zähne zu verlieren und gleichzeitig das Jucken des Zahnfleisches abzuschwächen.
  • Zahnfleisch massieren: Manche Katzen, die einen starken Bezug zu ihren Besitzern haben und daher keine Berührungsängste haben, sind empfänglich für eine Zahnfleischmassage. Lässt Ihre Samtpfote dies zu, können Sie den Zahnwechsel auf diese Weise angenehmer gestalten. Außerdem können Sie dabei den Stand des Zahnwechsels in Augenschein nehmen.


Fazit

Der Zahnwechsel ist ein normaler Vorgang, den jede Katze durchläuft. Im Normalfall ist dieser nicht mit großen Problemen verbunden. Seien Sie einfach für Ihre Katze während des Zahnwechsels da und leisten Sie nur, wenn nötig, Hilfestellung.