Die beeindruckende Statur des Riesenschnauzers, sowie sein ausgeglichenes und kinderliebes Wesen machen ihn weltweit zu einer sehr beliebten Hunderasse. Die stattlichen Riesen sind sehr vielseitig, anpassungsfähig und bei richtiger Auslastung die perfekten Familienhunde. Was Sie bei Ihrem Riesenschnauzer beachten sollten, erfahren Sie in unserer Rassebeschreibung.


Rasseprofil:

  • Herkunft: Deutschland
  • Körpergröße: 60 - 70 cm
  • Gewicht: 35 - 47 kg
  • Fellvariationen: mittellanges Drahthaar mit Unterwolle, rein schwarz oder Pfeffersalz (variierend von dunklem grau bis Silber) mit dunkler Maske, weicher Schnauzbart, markante Augenbrauen
  • Lebenserwartung: 10 - 12 Jahre
  • Charakter: wachsam, freundlich, temperamentvoll, ausgeglichen, kinderlieb, bewegungsfreudig, selbstbewusst, treu, anhänglich
  • Erziehung und Haltung: kein Anfängerhund, braucht viel Bewegung und Auslastung, konsequente und liebevolle Erziehung, bindet sich eng an seine Menschen
  • Krankheiten: Knieerkrankungen, Hüftgelenksdysplasie, Knochenturmore, Knorpeldefekte


 

Herkunft & Ursprung des Riesenschnauzers

Der Riesenschnauzer ist die jüngste Rasse in der Kategorie der Schnauzer und Pinscher. Erste Hinweise zu diesen Hunden findet man zwar bereits um 1850, doch mit der Zucht begann man erst Anfang des 20. Jahrhunderts. Bei einer Hundeausstellung in München wurde die Rasse 1909 erstmals vorgestellt und wenige Jahre später, nämlich 1913, als eigenständige Rasse anerkannt.

Der Süddeutsche Raum gilt als Heimat des Riesenschnauzers, der sich ursprünglich von den Metzger- und Brauereihunden entwickelte. Dort wurden sie Ende des 19. Jahrhundert für den Viehtrieb genutzt und später auch als Begleit- und Wachhund für die Brauereikutschen. Das brachte ihm den Namen "Bierschnauzer" ein. Die beeindruckende Statur, seine Ausdauer und Wachsamkeit machten ihn zu einem geschätzten Arbeitshund. Im Ersten Weltkrieg entdeckte das Militär die respekteinflößende Rasse für sich und begann damit, den Riesenschnauzer vermehrt als Diensthund einzusetzen.

Heute noch wird der Riesenschnauzer gern als Dienst-, Wach- und Schutzhund eingesetzt. Auch bei der Suche nach Sprengstoff oder Drogen tat er seine Dienste. Aufgrund seiner Neigung zur Hüftdysplasie werden jedoch vermehrt andere Rassen, wie z.B. Schäferhunde oder kleinere Schnauzer eingesetzt. Die eher seltene Hunderasse hat sich einen Platz als Familienhund erarbeitet, was auf sein lebhaftes, freundliches und kinderliebes Wesen zurückzuführen ist.


Merkmale & Aussehen des Riesenschnauzers

Der Riesenschnauzer hat das typische Erscheinungsbild eines Schnauzers. Er verfügt über einen quadratischen, gedrungenen Körperbau, der stark bemuskelt ist. Sein hartes, raues und drahtiges Deckhaar und die dichte, weiche Unterwolle schützen ihn vor Wettereinflüssen. Am Fang trägt er den charakteristischen Schnauzer und die Augenbrauen sind buschig. Die Ohren sind hoch angesetzt und klappen seitlich nach vorn, so dass sie an den Wangen anliegen.

Seine imposante Erscheinung mit bis zu 70 cm Widerristhöhe und einem stattlichen Gewicht von bis zu 50 kg flößt Respekt ein. Der kompakte Körper geht leicht geschwungen in eine sichelförmige Rute über, die nach oben getragen wird.

Kupieren von Ohren und Rute Auch die Schnauzer gehören zu den Hunderassen, bei denen man immer wieder Exemplare sieht, deren Ohren oder Rute kupiert sind. Laut Tierschutzgesetz ist es in Deutschland bereits seit 30 Jahren verboten, die Hunde so zu verstümmeln. Im Ausland werden immer wieder kupierte Hunde angeboten, aber auch die Einfuhr solcher Tiere ist zu Recht verboten.


Charakter & Wesen des Riesenschnauzers

Unter der harten Schale verbirgt sich ein weicher Kern. Riesenschnauzer sind sehr menschenbezogen, ausgeglichen und freundlich zu ihrer Familie. Sie sind ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und fordern diese gern mit vollem Körpereinsatz, z.B. durch Anstupsen ein. Die respekteinflößenden Riesen sind enorm ausdauernd und belastbar, brauchen also immer wieder neue Herausforderungen.

Bei entsprechender Auslastung können die temperamentvollen Riesen zu Hause sehr ruhig und ausgeglichen sein. Trotz ihrer Wachsamkeit sind sie mit guter Sozialisierung sehr freundliche Hunde, die man überall mit hinnehmen kann. Sie passen sich an den Lebensstil ihrer Menschen an, solange dieser aktiv ist und das Leben sich viel in der Natur abspielt.

Als Stadthund eignet sich der Riesenschnauzer weniger, da er viel Platz und Bewegung benötigt. Er kann aber bei entsprechender Auslastung auch in einer Wohnung gehalten werden. Ideal ist für ihn jedoch ein Haus mit Garten, wo er seinem Wachinstinkt nachkommen kann. Kinder, die mit im Haushalt leben, sollten schön größer sein. Der Riesenschnauzer kann mit seinem Temperament manchmal etwas zu ungestüm sein.

Riesenschnauzer liegt auf einer Wiese
Riesenschnauzer sind echte Arbeitshunde, die viel Bewegung, sowie körperliche und geistige Auslastung brauchen, um ein glückliches Leben zu führen.


Erziehung, Beschäftigung & Auslastung

Der Riesenschnauzer gilt als Sturkopf, deshalb sollten Sie bereits über Hundeverstand verfügen, bevor Sie sich einen dieser eigenwilligen und stolzen Riesen nach Hause holen. Besonders Anfängern fällt es schwer, dem Starrsinn und dem temperamentvollen Wesen gerecht zu werden. Sie sind Spätentwickler und erst nach ca. 2,5 komplett ausgewachsen. Mit konsequenter und liebevoller Erziehung kommen Sie weiter als mit übertriebenem Dominanzgehabe.

Besonders wichtig ist eine gute Sozialisierung auf andere Hunde, Tiere und Situationen. Ihr kleiner Welpe wächst einmal zu einem kräftigen Muskelprotz, den Sie im Zweifelsfall unter Kontrolle halten müssen. Eine gute Kinderstube und funktionierendes Grundgehorsam sind dabei ebenfalls ausschlaggebend. Neben all der Erziehung ist es aber das Wichtigste, dass Sie Ihren Riesen artgerecht auslasten und beschäftigen. Er ist ein Arbeitstier durch und durch. Wenn er sich langweilt, könnte er problematische Verhaltensweisen entwickeln.

In Bezug auf die körperliche und geistige Auslastung sollten Sie mit Ihrem Riesenschnauzer nicht zu früh Hundesport oder ähnlich anstrengende Tätigkeiten ausüben. In der Wachstumsphase die Gelenke und Knochen zu überanstrengen kann im Laufe des Lebens zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Wenn Sie sich für einen Hundesport, wie beispielsweise Agility entscheiden, besprechen Sie am besten vorher mit Ihrem Tierarzt, ob Ihr Hund sich dafür eignet. Wählen Sie Aktivitäten, die die Gelenke nicht zu stark belasten.

Folgende Beschäftigungen liegen dem Riesenschnauzer:

  • Joggen, Radfahren
  • Hundesport, z.B. Obedience, Zughundesport
  • Mantrailing, Fährtensuche
  • Ausbildung zum Rettungs-, Polizei- oder Diensthund
  • Ausbildung zum Sprengstoff- oder Rauschgiftsuchhund
  • Ausbildung zum Blindenführhund


Gesunde Ernährung

Aufgrund der Größe, die ein ausgewachsener Riesenschnauzer erreicht, stellt er im Welpenalter einige Anforderungen an seine Ernährung. Achten Sie darauf, dass Ihr Welpe nicht zu schnell wächst, damit sich Knochen und Gelenke gesund entwickeln können. Passen Sie den Energiebedarf Ihres Vierbeiners entsprechend seiner Lebensphasen, also Alter, Gewicht und Aktivitätslevel an.

Ein hochwertiges Alleinfuttermittel für große Rassen hat in der Regel etwas weniger Energiedichte als herkömmliche Futtersorten. Dies sorgt für ein artgerechtes Wachstum. Generell sollten Sie im Laufe des Lebens immer das Gewicht Ihres Riesen im Auge behalten. Auch Übergewicht beansprucht auf lange Sicht die Gelenke, was für Rassen ungünstig ist, die zu Gelenkproblemen neigen.

Nach den Mahlzeiten sollte der Riesenschnauzer eine Weile ruhen, da sonst die Gefahr einer Magendrehung droht. Vermeiden Sie lange Spaziergänge oder sportlich Aktivitäten nach dem Essen.

Riesenschnauzer steht auf einer Wiese
Die Fellpflege ist beim Riesenschnauzer zeitintensiv. Bart und Augenbrauchen müssen regelmäßig geschnitten werden und auch das restliche Fell sollte getrimmt werden.


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Pflege, Gesundheit & Erbkrankheiten

Riesenschnauzer sind pflegeintensiver als andere Rassen. So muss beispielsweise der Bart und die Augenbrauen regelmäßig gesäubert und gekämmt werden, da sie sonst verfilzen. Die Fellpflege ist relativ einfach, da Schnauzer nicht haaren. Jedoch muss er mehrmals im Jahr getrimmt werden, damit das Fell nicht zu lang wird und verfilzt. Wichtig ist deshalb, dass Sie Ihren Riesenschnauzer direkt von Anfang an dieses Ritual und die benötigen Geräte, z.B. Schermaschine, gewöhnen.

Im Großen und Ganzen ist der Riesenschnauzer eine sehr robuste Rasse. Wie viele große Hunde leiden sie jedoch oft unter Gelenkproblemen, wie Ellenbogen- und Hüftdysplasie (ED und HD). Deshalb sollten Sie bei Ihrem Welpen auf eine entsprechende Ernährung achten und Sportarten meiden, die Knochen und Gelenke stark belasten.

Um genetisch bedingte Gelenkprobleme zu vermeiden, holen Sie sich Ihren Welpen nur von einem verantwortungsbewussten Züchter. Dieser wird Ihnen gesunde Elterntiere präsentieren können und achten bereits in den ersten Lebenswochen des Welpen auf eventuelle Anzeichen solcher Erkrankungen.


H2 - Fazit

Der Riesenschnauzer ist keine Rasse für Couch Potatos. Er ist ein Arbeitshund durch und durch. Wenn Sie Spaß an der Bewegung an der frischen Luft haben, ist dieser Hund perfekt für Sie. Er ist kein Hund für Anfänger. Sie sollten über Hundeverstand verfügen und bereit sein, viel Zeit in die Erziehung Ihres Riesen zu stecken. Auch aktive Familien mit Kindern werden an dem temperamentvollen Charmebolzen viel Freude haben.