Die richtige Ernährung ist das A und O für ein langes und gesundes Hundeleben. Nicht selten sieht man Bilder von unterernährten und verwahrlosten Hunden, deren miserabler Gesundheitszustand sofort zu erkennen ist. Dabei wünscht sich doch eigentlich jeder Hundebesitzer einen gesunden, sportlichen Hund mit schönem Fell.

Besonders bei Arbeits-, Sport- und Gebrauchshunden, tragenden Hündinnen und zu dünnen Hunden ist auf ein energiereiches Futter zu achten. Doch was sollten Sie als Hundebesitzer tun, wenn Ihr Hund untergewichtig ist oder nicht genügend Energie für die Erbringung seiner Arbeitsleistung hat?

Nicht jeder Hund benötigt ein Aufbaufutter, sodass Sie genau abwägen sollten, ob es für Ihren Hund in Frage kommt


Welche Hunde benötigen ein Leistungs- und Aufbaufutter?

Wie Sie sich vorstellen können, benötigt nicht jeder Vierbeiner ein Leistungs- und Aufbaufutter. Größtenteils werden Hunde als reines Familienmitglied mit durchschnittlichem Bewegungslevel gehalten. Solche Familienhunde sollten natürlich auch mit einem hochwertigen Hundefutter gefüttert werden, jedoch darf dieses nicht zu energiereich sein. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Ihr Vierbeiner zunimmt und übergewichtig wird.

Übergewicht bei Hunden Leider bereitet Übergewicht heutzutage nicht nur uns Menschen, sondern auch vielen Hunden Probleme.

Folgende Hunde können von einem Leistungs- und Aufbaufutter profitieren:

  • unterernährte Hunde (Hunde aus dem Ausland, verwahrloste Hunde)
  • Gebrauchs- und Arbeitshunde (Hirten-, Rettungs- und Jagdhunde)
  • Diensthunde (Polizei- und Zollhunde)
  • Sporthunde (Schlittenhunde)
  • Zuchthündinnen (tragende und laktierende Hündinnen)


Aufbaufutter für unterernährte Hunde aus dem Ausland

Immer mehr Hundebesitzer möchten einen Hund aus dem Ausland retten. In vielen Ländern (z. B. Spanien, Rumänien und Bulgarien) haben Hunde einen niedrigeren Stellenwert als in Deutschland und sind unerwünscht. Viele Vierbeiner leben deshalb auf der Straße, in Tierheimen oder sogar in Tötungsstationen. Diese Hunde haben in ihrem Leben schon einiges durchgemacht und benötigen oftmals ein Aufbaufutter. Sollten Sie sich für einen “ausländischen“ Vierbeiner entscheiden, möchten wir Ihnen gerne ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Der Gesundheitszustand Ihres Hundes kann bei der Ankunft in Deutschland besorgniserregend sein.

Das Tierheim, die Reise, das neue Klima und die Futterumstellung bedeuten Stress für Ihren Hund. Sie als Hundebesitzer sind nun gefragt, wieder Ruhe in das Leben Ihres Vierbeiners zu bringen, indem Sie ihm ein ruhiges und schönes Zuhause voller Geborgenheit bieten und ihn artgerecht ernähren. Um ihn wieder aufzupäppeln, benötigen Sie viel Zeit, Fürsorge und natürlich das richtige Hundefutter.

Oft sind diese Hunde untergewichtig und voller Parasiten. Eine regelmäßige und kräftigende Ernährung päppelt sie wieder auf und senkt den Stress der vergangenen Monate.

 


Mein Hund ist zu dünn! Aufbaufutter für untergewichtige Hunde

Bei der Auswahl des richtigen Hundefutters sollten Sie darauf achten, dass es hochverdaulich und verdauungsregulierend ist. Diese Eigenschaften sind besonders wichtig, da Hunde einen sehr sensiblen Magen-Darm-Trakt haben und in stressigen Situationen oft mit Durchfall reagieren.

Des Weiteren sollten Sie eine Gewichtszunahme anstreben, damit Ihr Hund gesund und kraftvoll in sein neues Leben starten kann. Sie sollten darauf achten, dass das neue Hundefutter einen erhöhten Protein- und Fettanteil aufweist, weil dieser wichtig für die Gewichtszunahme ist.

Setzt Ihr Vierbeiner nicht all die Energie um, die er durch das Hundefutter aufnimmt, wird er zunehmen.

Wichtig! Bitte überfordern Sie Ihren Vierbeiner während der Aufbauphase nicht.

Was Ihr Hund jetzt braucht, sind seinem Gesundheitszustand angepasste Spaziergänge, viele Streicheleinheiten und ein Futter, das ihm neue Kraft schenkt. Dabei ist zu beachten, dass kleine Portionen über den Tag verteilt besser verdaulich sind und nicht so schwer im Magen liegen wie wenige und dafür größere Portionen. Geben Sie Ihrem Vierbeiner Zeit und lassen Sie ihn langsam zunehmen.


Ohne Verpflegung keine Bewegung

Gebrauchs- und Arbeitshunde richtig ernähren

Gebrauchs- und Arbeitshunde sind wahre Workaholics, die ihren Besitzern bei der täglichen Arbeit eine große Unterstützung sind. Teilweise sind diese Hunde durch nichts zu ersetzen. Von Gebrauchshunden spricht man in der Regel erst, wenn sie eine Gebrauchshundeprüfung des FCI (Fédération Cynologique Internationale) bestanden haben.

Denken Sie nur mal an Hirtenhunde: Sie halten täglich alle Schafe beieinander, damit keines abhandenkommt. Dabei läuft ein Hirtenhund viele Kilometer und muss stets konzentriert sein. Ein Schäfer kann quasi nicht ohne seinen treuen und arbeitswilligen Freund auskommen.

Vor allem Arbeitshunde wie z. B. Hüte- und Jagdhunde haben ein besonderes Energiebedürfnis

 

Gebrauchs- und Arbeitshunde sind sehr intelligent, klug und voller Arbeitseifer. 

Daher...

  • ... müssen sie gefördert und beschäftigt werden.
  • ... brauchen sie Arbeit, um sich wohlzufühlen und ausgelastet zu sein.
  • ... benötigen sie viel Platz und Auslauf.

Sie sollten deshalb auf keinen Fall in einer kleinen Wohnung gehalten werden. Wenn Gebrauchs- und Arbeitshunde ihrem natürlichen Instinkt nicht nachgehen können, entstehen sehr schnell Verhaltensauffälligkeiten.

Typische Arbeitshunde sind auch Rettungs- und Jagdhunde. Je nach Einsatz sind sie stundenlang mit ihren Besitzern unterwegs und helfen bei wichtigen Aufgaben. Damit sie genügend Energie haben, um diese Arbeitseinsätze gut zu meistern, benötigen sie ein energiereiches Hundefutter. 

Die wichtigsten Nährstoffe eines Hundefutters sind folgende:

  • Proteine
  • Fette
  • Kohlenhydrate
  • Mineralstoffe
  • Vitamine

Vor allem Fette und Kohlenhydrate liefern viel Energie. Daher gilt: Je fettreicher das Hundefutter ist, umso mehr Energie kann es dem Vierbeiner liefern. Proteine haben ebenfalls eine besondere Bedeutung, da sie wichtig für den Muskelaufbau, die Stärkung des Bindegewebes und für Regenerationsprozesse im Körper sind. Wenn Ihr Vierbeiner sich in der Aufbauphase befindet, sollten Sie also Wert auf ein proteinreiches Hundefutter legen.

Wichtig Beachten Sie: Trinkwasser ist einer der wichtigsten Bestandteile bei der Hundeernährung.

Folgende Hunderassen sind besonders als Gebrauchs-, Arbeits- und Diensthunde bekannt:

  • Deutscher Schäferhund
  • Berger de Brie (Briard)
  • Border Collie
  • Australian Shepherd
  • Berner Sennenhund
  • Belgischer Schäferhund (Malinois)
  • Dobermann
  • Boxer
  • Kangal-Hirtenhund
  • Riesenschnauzer
  • Appenzeller Sennenhund

Von einem Arbeits- und Gebrauchshund wird oft ein bestimmter Kraftaufwand verlangt.


Ihr Freund und Helfer: Der Diensthund bei Polizei und Zoll

Als Diensthunde werden Hunde bei der Polizei und beim Zoll bezeichnet. Sie werden als Schutzhunde, Fährtenhunde, Rauschgiftspürhunde, Leichenspürhunde und Sprengstoffspürhunde ausgebildet. 

Je nach Einsatzgebiet hat der Diensthund folgende Aufgaben:

  • Einholen fliehender Personen (z. B. nach einem Einbruch)
  • Sicherung seines Teams
  • Suche nach vermissten Personen

Solche Dienste erfordern all die Kraft und Ausdauer Ihres Vierbeiners. Diensthunde sollten immer entsprechend ihrer Leistung gefüttert werden. In der Regel ist eine Hundefuttersorte mit einem erhöhten Protein- und Fettgehalt erforderlich.


Wie wird mein Hund muskulöser?

Damit Ihr Vierbeiner Muskelmasse aufbauen kann, benötigt er ein effizientes Training und das passende Hundefutter. Besonders wichtig ist, dass Sie die richtige Hundesportart für sich und Ihren Vierbeiner finden. Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe sowie Vitamine im passenden Verhältnis sind ebenfalls unerlässlich. Aus diesem Grund muss auf die richtige Ernährung ebenso viel Wert wie auf das Training gelegt werden.

Dabei ist Folgendes besonders wichtig:

langkettige Kohlenhydrate mit Ballaststoffen

z. B. Reis, Mais und Kartoffeln

Auffüllen der erschöpften Energiereserven

wertvolle und wichtige Proteinquellen

z. B. Fleisch und Fisch

Versorgung der Muskeln mit Aminosäuren

genügend Ruhe zwischen den Trainingseinheiten

bis zu 20 h am Tag

effektiver Muskelaufbau 

Bei jedem Aufbautraining entstehen kleine Risse und Beschädigungen in den Muskelfasern. Der Hundekörper muss diese Schäden wieder reparieren – dazu benötigt er ein hochwertiges Hundefutter mit ausreichend Proteinen. Des Weiteren müssen Sie etwas Geduld mitbringen, denn Muskeln benötigen Zeit zum Wachsen.


Leistungsgerechtes Hundefutter

Sport ist nicht gleich Sport, denn nicht jede Sportart ist gleich anstrengend. Man kann z. B. die Sportart “Dogdancing“ nicht mit Schlittenhunderennen vergleichen: Schlittenrennen sind eine der anstrengendsten Hundesportarten der Welt. Bedingt durch das kalte Klima, Schneestürme und die kilometerweiten Rennstrecken benötigen Schlittenhunde wahnsinnig viel Energie und Kraft.

Besonders während der Trainingsphase und zur Rennsaison brauchen Hunde ein Hochleistungsfutter, welches viel Energie liefert. Andernfalls droht die Gefahr, dass sie die anstrengenden Rennen nicht durchhalten. Huskys beispielsweise sind bekannt für Schlittenrennen.

Sportliche Hunde haben wie Arbeitshunde einen besonderen Anspruch an ihre Ernährung


Das passende Futter für Ihren Hund

Es muss nicht eine Hochleistungssportart wie Schlittenrennen sein, doch Sport ist sowohl für Ihren Vierbeiner als auch für Sie selbst gesund. Wer Sport treibt und sich viel bewegt, der bleibt körperlich und geistig fit. Des Weiteren stärkt Sport die Hund–Mensch-Beziehung. Warum werden Sie also nicht gemeinsam mit Ihrem Vierbeiner sportlich aktiv?

Wichtig: Wenn Sie mit Ihrem Hund die Hundeschule besuchen und zweimal pro Woche trainieren, benötigen Sie kein Leistungsfutter.

Eine sehr beliebte Hundesportart ist Agility (Geschicklichkeit). Egal, ob Sie einen kleinen oder großen Hund haben: Agility kann nahezu jeder körperlich fitte Hund betreiben – und es macht noch dazu tierisch Spaß!

Auch andere Hundesportarten wie Wasserarbeit, Leistungshüten, Fährtenarbeit, Schutzdienst, Mantrailing und Unterordnung sind sehr beliebt.


Zuchthündinnen: Hochleistungssportlerinnen der etwas anderen Art

Tragende und laktierende Hündinnen brauchen genügend Energie für ihre Welpen und zur Milchproduktion. Aus diesem Grund sollten Sie ab dem letzten Drittel der Trächtigkeit je nach Welpenanzahl und Rasse ein Hochleistungsfutter füttern.

Eine Überfütterung sollten Sie jedoch unbedingt vermeiden, da ansonsten Geburtsschwierigkeiten auftreten könnten. Damit die Hündin auch nach der Geburt noch genügend Energie zur Milchproduktion hat, benötigt sie ein sehr protein- und fettreiches Hundefutter.

Säugende und trächtige Hündinnen benötigen mehr Energie, um auch ihre Welpen versorgen zu können.

 


Fazit: Im Zweifelsfall einen Gang zurückschalten

Bei der richtigen Ernährung Ihres Hundes müssen Sie ehrlich zu ihm und sich selbst sein. Je nach Alter und Aktivität Ihres Vierbeiners sollten Sie leistungsentsprechend füttern. 50 % aller deutschen Hunde sind zu dick. Der Grund dafür: Hundebesitzer meinen es oftmals zu gut und füttern viele Leckerlis und Snacks sowie ein Futter, das zu viel Energie enthält. Reine Familienhunde und Hunde, die gelegentlich Sport treiben, benötigen kein Leistungsfutter.

Wichtig! Leistungsfutter und Hochleistungsfutter benötigen in der Regel nur tragende Hündinnen und Hunde, die eine Arbeitsleistung erbringen müssen oder an Wettkämpfen und Hochleistungsportarten teilnehmen. Auch unterernährte Hunde können zeitweise mit einem Leistungsfutter ernährt werden.