Bei Ihnen zu Hause soll schon bald ein flauschiger Stubentiger einziehen? Dann haben Sie sich bestimmt schon mit folgender Frage intensiv auseinandergesetzt: Kater oder Katze? Schließlich gibt es bei den stolzen Samtpfoten, was das Geschlecht betrifft, nicht nur biologisch, sondern auch charakterlich einige Unterschiede.

Falls für Sie jedoch klar feststeht, dass Sie einer männlichen Katze ein neues Zuhause geben möchten, erfahren Sie bei uns alles, was Sie über Kater als Haustiere und ihr Verhalten wissen müssen. Welche Eigenschaften sind typisch für Männchen? Wie funktioniert das Zusammenleben von Katern in einem Mehrkatzenhaushalt? Und wie unterscheiden sich Kater und Katzen grundsätzlich? Antworten auf diese und weitere spannende Fragen gibt es hier!

Kater und Katze: Unterschiede in der Anatomie

Während sich Kater und Katzen sprachlich recht problemlos ihrem Geschlecht zuordnen lassen (Kater = männlich, Kätzin = weiblich), ist eine Kategorisierung anhand ihres Erscheinungsbildes nur schwer möglich. Das liegt vor allem daran, dass der sogenannte Geschlechtsdimorphismus bei männlichen und weiblichen Katzen nur schwach ausgeprägt ist.

Das bedeutet: Optisch gibt es zwischen den Geschlechtern kaum Unterschiede. Dennoch können Sie bei genauem Hinsehen Kater und Kätzinnen hinsichtlich ihrer Anatomie auseinanderhalten.

  • Kater besitzen (sofern sie nicht kastriert wurden) Hoden, die sich meist gut sichtbar unterhalb des Afters befinden.
  • Männchen bringen in der Regel mehr Gewicht auf die Waage als Weibchen.
  • Männliche Hauskatzen sind meistens größer als Katzen und besitzen einen kräftigeren Körperbau.
  • Kater entwickeln, wenn sie älter werden, hormonbedingt oft „Katerbacken“, die das Gesicht runder erscheinen lassen.

Erkennt man männliche Katzen an der Fellfarbe?

Sei es Thomas O’Malley aus Walt Disneys Film „Aristocats“ oder der Montag-hassende Comic-Held Garfield – über die Jahre hat sich in unsere Köpfe das Bild des roten, abenteuerlustigen und frechen Charakter-Katers eingebrannt. Und vielleicht haben diese Zeichentrick-Samtpfoten auch zur Verbreitung eines Katzen-Mythos beigetragen, nämlich, dass alle Katzen mit roter Fellfärbung männlich seien.

Doch diese Annahme ist so nicht ganz richtig. Zwar stimmt es, dass bei roten Katzen mit bis zu 80 Prozent das männliche Geschlecht in der Überzahl ist. Doch auch Kätzinnen können diese besondere Farbe aufweisen. Woran das liegt, zeigt ein Blick in die Genetik.

Kater mit rotem Fell sitzt auf einer Mauer
Katzen mit rotem Fell sind zum Großteil männlich. Grund sind die Gene.

Hier ist vor allen Dingen das X-Chromosom von besonderer Bedeutung, denn über dieses wird die rote Färbung dominant vererbt. Von diesem Chromosom besitzen weibliche Katzen zwei (XX) und Männchen nur eines (XY). Diese Ausgangslage bedingt, dass die Vererbung der roten Farbe bei der Paarung an weibliche Nachkommen von Natur aus unwahrscheinlicher ist.

Trägt beispielsweise eine Mutterkatze die rote Farbe in ihrer DNA, dann gibt sie diese unabhängig von der Fellfarbe des Vaters an männliche Nachkommen weiter. Eine rote Kätzin entsteht dagegen nur, wenn sowohl Mutter als auch Vater die rote Farbe in ihrem Erbgut tragen. Diese Konstellation ist jedoch sehr selten, wodurch sich rote Kater und Kätzinnen im Verhältnis 80:20 gegenüberstehen.

Fest steht jedoch, dass rotgefärbte Stubentiger eine faszinierende Laune der Natur sind, weshalb ein roter Kater bei Züchtern oder im Tierheim im Vergleich zu seinen Artgenossen sehr gute Vermittlungschancen hat.


Der Kater und sein Charakter

Männliche Katzen weichen jedoch nicht nur durch ihren Körperbau und die weiterverbreitete rötliche Fellfarbe von der weiblichen Katze ab. Auch was das Verhalten eines Katers angeht, gibt es einige geschlechtsspezifische Eigenheiten, auf die Sie sich als (Neu-)Katerbesitzer einstellen sollten:

  • Männchen haben einen größeren Spieltrieb als Weibchen. Gerade junge Kater raufen gerne oder wollen bespaßt werden, um sich richtig auszutoben und die Rangfolge im Rudel festzulegen.
  • Speziell unkastrierte Kater haben einen großen Freiheitsdrang und entfernen sich dabei gerne weit vom eigenen Zuhause. Ausgiebige Ausflüge zum Streunen, die manchmal mehrere Tage dauern können, sind die Regel.
  • Aggressiv und unnachgiebig – beides trifft wieder auf unkastrierte männliche Katzen zu. Im Kampf um ein Weibchen oder das eigene Revier werden häufig die Krallen ausgefahren. Dabei kommt es nicht selten zu teils schweren Verletzungen.
  • Das Revierverhalten macht sich aber nicht nur durch ein erhöhtes Aggressionspotenzial bemerkbar. Sei es draußen oder in der Wohnung: Mit ihrem Urin markieren geschlechtsreife unkastrierte Kater regelmäßig ihr Territorium.

Kätzinnen sind daher in der Regel umgänglicher als unkastrierte Kater, wie unsere Gegenüberstellung zeigt:

Aspekt Kater vs. Katze
Wesen

Kater: Robuster Freigänger, Streuner auf der Suche nach rolligen Weibchen

Katze: Sanftmütige Diva, die sehr heimatverbunden ist

Revierverhalten

Kater: Stark ausgeprägt

Katze: Kaum vorhanden

Kontakt mit Kindern

Kater: Verzeihen versehentliche Grobheiten

Katze: Reagieren manchmal nachtragend sowie zurückhaltend auf ungestüme Kinder

Rolle des Fressens

Kater: Wirkt als Motivator, führt aber auch schnell zu Übergewicht

Katze: Stillt in erster Linie den Hunger

Jadgverhalten

Kater: Befriedigt den starken Spieltrieb

Katze: Dient der Versorgung des Nachwuchses

Markieren

Kater: Unkastrierte Kater tuen es ständig und überall

Katze: Für Weibchen untypisch

Kater auf Streifzug im Gras
Unkastrierte Kater zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten.

Die Kastration beim Kater und ihre Folgen

Auf den ersten Blick mögen Ihnen männliche Katzen nun vielleicht wie hitzköpfige Kampfmaschinen erscheinen. Doch dieser Schein trügt, denn in jedem Kater schlummert tief im Inneren ein sanftmütiger Schmusetiger, den auch Sie zum Vorschein bringen können.

Neben einer artgerechten sowie liebevollen Haltung Ihres Haustiers ist es außerdem empfehlenswert, Ihren Kater kastrieren zu lassen. Bei diesem Eingriff werden die Keimdrüsen, also die Hoden, völlig entfernt. Das bringt u. a. folgende Vorteile mit sich:

  • Ihr Stubentiger wird insgesamt ruhiger und verschmuster.
  • Das ständige Harnmarkieren hat sowohl drinnen als auch draußen ein Ende.
  • Ihr Kater ist deutlich seltener in Revierkämpfe verwickelt, da rollige Katzen nun uninteressant sind.
  • Auch lange Streifzüge gehören der Vergangenheit an.
  • Unterm Strich steigt mit einer Kastration die Lebenserwartung Ihres Katers, da er seltener zu Kämpfen neigt.
  • Zu guter Letzt tragen Sie auf diese Weise nachhaltig zur Eindämmung der unkontrollierten Katzenvermehrung bei.

Kastration: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Kater sind bereits mit fünf bis sechs Monaten geschlechtsreif. Ungefähr ab diesem Zeitpunkt beginnen sie meist damit, ihr Territorium mit Hilfe ihres übelriechenden Urins abzustecken. Spätestens jetzt ist eine Kastration sinnvoll, um unerwünschtem Verhalten vorzubeugen. Schließlich kann es bei älteren Männchen passieren, dass sie sogar nach dem Eingriff ihr Markierungsverhalten nicht ablegen.

Experten empfehlen deshalb, junge Kater bereits ab einem Alter von drei bis vier Monaten zu kastrieren. Nachteile sind bei dieser Methode der „Frühkastration“ nicht bekannt – ganz im Gegenteil. Studien haben bewiesen, dass früh kastrierte Kater seltener unter felinem Asthma sowie Zahnfleischentzündungen leiden.

Nachdem der Tierarzt Ihren Kater begutachtet hat, wird er Ihnen mitteilen, ob bei Ihrer Fellnase eine Frühkastration möglich ist, oder ob Sie noch ein wenig mit dem Eingriff warten sollten.


Kater kastrieren: Welche Kosten entstehen?

Wenn Sie Ihre Katzen kastrieren lassen möchten, hängen die Kosten des Eingriffs übrigens vom Geschlecht Ihres Tieres ab. Unterm Strich ist die OP bei einem Kater günstiger, da der Aufwand geringer ist. Nach der aktuellen Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) sollten Sie bei der Kastration einer männlichen Katze ungefähr 48 € einplanen – der letztendliche Behandlungssatz kann jedoch von Veterinär zu Veterinär variieren. 


Kater erziehen: Ist es möglich?

Egal ob Kater oder weibliche Katze. Jedes Tier hat seinen individuellen Charakter und kann von der ruhigeren oder der wilderen Sorte sein. Aber seien Sie unbesorgt, denn entgegen der landläufigen Meinung kann man Katzen sehrwohl erziehen. In unserem kostenlosen E-Book rund um “Katzenerziehung” haben wir einige Tipps und Tricks für Sie zu diesem Thema zusammengetragen. Laden Sie es sich doch gleich hier herunter:

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Gibt es Krankheiten, von denen Kater häufig betroffen sind?

Die Antwort lautet: Ja. Gründe dafür sind zum einen das ausgeprägte Kampfverhalten unkastrierter Kater. Aber auch eine Kastration kann in seltenen Fällen negative Folgen haben. Folgende Krankheiten treten bei männlichen Katzen öfter auf als bei Weibchen:

  1. Diabetes mellitus: Wie bei uns Menschen versteckt sich hinter diesem Namen die Zuckerkrankheit Diabetes. Der Körper einer betroffenen Katze ist nicht mehr in der Lage, den Blutzuckerspiegel richtig zu regulieren. Besonders oft tritt die Krankheit bei kastrierten oder übergewichtigen Katern auf. Typische Symptome sind u. a. starker Durst oder Gewichtsverlust bei normalem Fressverhalten.
  2. Katzen-AIDS: Hier handelt es sich um das Immunschwäche-Virus FIV, das in den meisten Fällen durch Bisse übertragen wird. Da vor allem unkastrierte männliche Freigänger ein ausgeprägteres Kampfverhalten zeigen, infizieren sie sich folglich häufiger mit dem Erreger. Eine Heilung ist zwar nicht möglich, doch bei guter Haltung muss eine Infektion mit dem Virus kein Todesurteil sein.

Ein neuer Kater zieht ein: Das müssen Sie beachten

Sie möchten Ihr heimisches Rudel mit einer weiteren Katze vergrößern? Dann sollten Sie nichts überstürzen. Zwar sind Stubentiger soziale Wesen, welche die Gesellschaft ihrer Artgenossen genießen. Fest steht aber auch: Katzen sind Individualisten, und ähnlich wie wir Menschen, mögen sie nicht jeden.

Zudem spielen Altersunterschied sowie das Geschlecht der Samtpfoten wichtige Rollen, wenn Sie Katzen zusammenführen. Soll Ihr Neuzugang ein Kater sein, müssen Sie folgendes beachten:

  • Lebt bei Ihnen bereits ein unkastrierter Kater, kann es problematisch werden. In diesem Fall stehen lautstarke Revierkämpfe, die zu dauerhaftem Stress für beide Tiere führen, auf der Tagesordnung. Hier führt meist kein Weg an einer Kastration vorbei.
  • Steht für Sie dennoch fest, dass Sie zwei männliche Katzen zusammen halten möchten, entscheiden Sie sich am besten für noch nicht geschlechtsreife Kitten. Sie sind die Nähe des anderen von klein auf gewohnt und haben dadurch seltener Probleme damit, ihr Territorium zu teilen.
  • Trifft ein betagter Kater auf einen jungen Neuzugang, führt dies ebenfalls häufig zu Konflikten. Wichtig ist hier, dass Ihre Hauskatzen einen ähnlichen Charakter haben. Gegensätze erschweren das Zusammenleben. Gleiches gilt übrigens für die Kombination Kater und Katze.
 

Zwei Katzen schlafend auf einer Decke
Eine erfolgreiche Zusammenführung braucht Zeit, macht aber auch aus zwei Katern wahre Freunde.

Ist es schließlich so weit, dass Ihr neuer Kater endlich bei Ihnen einzieht, helfen Ihnen folgende Tipps dabei, Ihre Stubentiger aneinander zu gewöhnen:

  1. Sorgen Sie zunächst für Abstand: Halten Sie Ihren Neuzugang die ersten paar Tage räumlich getrennt von Ihrer anderen Katze.
  2. Positive Assoziationen schaffen: Füttern Sie die Fellnasen zeitgleich auf unterschiedlichen Seiten derselben Tür. So verbinden die Tiere den Geruch des Anderen mit etwas Positivem – nämlich dem Futter. Tun Sie dies einige Tage hintereinander und lassen Sie die flauschigen Mitbewohner sich erst nach ein paar Tagen sehen.
  3. Schaffen Sie für beide Tiere positive Erlebnisse: Öffnen Sie die Tür und lassen Sie ihre Tiger einander beschnuppern. Türschutzgitter sind in dieser Phase eine gute Möglichkeit, um einander zu beschnuppern, ohne, dass es gleich zu Raufereien kommt. Wenn Sie die beiden nun auch noch durch Spielzeuge und Leckerlis wieder voneinander ablenken, wird die Gegenwart des Anderen mit einem positiven Erlebnis assoziiert und die Grundsteine für eine tolle Katzenfreundschaft sind gelegt.
  4. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Katzen: Auch wenn Sie Ihre Tiere nun ohne Tür und Gitter zusammenkommen lassen, lenken Sie sie mit Spielen ab. Gönnen Sie Ihren schnurrenden Fellknäulen außerdem in den ersten Tagen der Zusammenführung besonders viel körperliche Nähe und Streicheleinheiten. Das gibt Sicherheit.

Wenn Sie unsere Tipps befolgen, sollten im Regelfall keine größeren Probleme auftreten, wenn Sie eine Katze und einen Kater zusammenhalten oder Sie bald in einem „Männerhaushalt“ leben.


Leckeres Futter, das bei der Zusammenführung helfen kann


Fazit

Kater sind zwar unabhängige Freiheitsliebhaber, die als Haustiere ihren Freiraum benötigen. Ihren Menschen gegenüber sind sie jedoch absolut loyal und treu. Durch ihre abenteuerlustige und verspielte Art sind sie eine Bereicherung für jede Familie und können einen immer wieder zum Lachen bringen.

Jedoch können zwei oder mehrere geschlechtsreife unkastrierte Kater unter einem Dach viel Konfliktpotenzial mit sich bringen. Artet das starke Revierverhalten in dauerhaften Stress für die Tiere aus, ist eine Kastration eine kostengünstige und vor allen Dingen ungefährliche Lösung.