Haarausfall bei Katzen kann unterschiedliche Ursachen haben: von Allergien über Mangelversorgung, Parasiten und Stress bis zum saisonalen Fellwechsel. Ihre Katze verliert Fell, hat kahle Stellen und stumpfes Haar? Zusammen gehen wir dem haarigen Problem auf den Grund und geben Ihnen Tipps, wie Sie Fellverlust bei Ihrer Mieze künftig vermeiden können.


Warum ist ein gesundes Fell für Katzen so wichtig?

Katzen sind sehr reinliche Tiere und stundenlang mit der täglichen Fellpflege beschäftigt. Da die Katzenzunge rau ist, eignet sie sich bestens dazu, das Fell in Schuss zu halten. Beim normalen, nicht krankheitsbedingten Haarausfall leckt Ihre Katze mit der Zunge auch alle abgestorbenen Haare und Hautschuppen, aber auch Flöhe und andere Parasiten aus dem Fell heraus. Dieser ausgeprägte Drang nach Sauberkeit ist enorm wichtig für Ihre Samtpfote. Das Lecken regt den Blutkreislauf und den Stoffwechsel an, wirkt aber auch Stress-abbauend und führt zur Ruhe und Entspannung. Durch das Lecken verteilt Ihre Katze die natürlichen Fette, die sich auf den Haaren befinden: Die Fette schließen die Körpertemperatur ein und schützen Ihre Katze vor Feuchtigkeit. Besonders bei Freigängern wirkt der Speichel wie ein natürliches Antiseptikum. Das Lecken tötet Bakterien, die somit keine Chance haben Infektionen auszulösen. Wenn Ihre Katze kahle Stellen oder stumpfes Fell bekommt, hat das allerdings nichts mit einer falschen oder unzureichenden Fellpflege zu tun: Derartige Hautprobleme müssen unter die Lupe genommen werden.

Ihre Katze hat Haarausfall? Versuchen Sie es mit dem passendem Futter:


Was ist Haarausfall bei Katzen?

Katzen haaren von Natur aus – doch wann ist der Haarausfall ein natürlicher Vorgang, der im Wechsel der Jahreszeiten auftritt, und wann ist der Fellverlust krankhaft? Der normale Haarausfall soll die Dichte des Fells und damit den Wärmehaushalt der Katze regulieren. Das natürliche Phänomen ist also saisonbedingt und durchaus sinnvoll – auch wenn die Garderobe und das Mobiliar darunter leiden. Auch ist die Lebensdauer eines Haares begrenzt: Haare fallen aus und werden durch nachwachsende Haare ersetzt. Von einem krankheitsbedingten Haarausfall – auch Alopezie genannt – spricht man, wenn bei einer Katze mehr Haare verloren gehen, als nachgebildet werden. Durch starken Haarverlust dünnt das Fell der Katze aus oder es bilden sich kahle Stellen. In solchen Fällen sollen Sie die Ursache durch den Tierarzt abklären lassen.

 


atze liegt auf einem weißem Lacken und leckt sich genüsslich ihre Pfote
Fellpflege gehört zu täglichen Hygieneritualen einer Katze – beim krankhaften Haarausfall reicht sie aber auch nicht aus.

Ursachen von stumpfem Fell und Haarausfall bei Katzen

Gründe für einen übermäßigen Haarausfall bei Katzen gibt es viele – nicht immer sind sie allerdings besorgniserregend. Die häufigsten Ursachen, warum Ihre Katze Fell verliert, sind:

  • Überversorgung: Gerne neigen Katzenbesitzer zu einer Mischfütterung aus Nass- und Trockenfutter. Dabei sind diese beiden Fütterungsarten oft nicht aufeinander abgestimmt. Handelt es sich um ein Alleinfuttermittel oder nur um ein Ergänzungsfuttermittel? Alleinfuttermittel sind darauf ausgelegt, auch nur „allein“ gefüttert zu werden: Sie versorgen Ihren Stubentiger mit allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Somit ist Ihr Mieze optimal und komplett ausgewogen ernährt. Das bedeutet, dass Sie nichts zusätzlich füttern sollten. Ergänzende Mineralstoffpräparate oder die Zufütterung von Fleisch und Feuchtfutter können zu einer Überversorgung und letztendlich zum Haarausfall bei Ihrer Katze führen.
  • Fellwechsel im Frühjahr und Herbst: Eine weitere häufige Ursache für stumpfes Fell und Haarausfall ist der natürliche Fellwechsel im Frühjahr und Herbst. Der Fellwechsel ist ein außerordentlicher Kraftakt für Ihre Katze und kostet viel Energie. Das kann dazu führen, dass das Fell vorübergehend stumpf wirkt und Ihre Katze unter Haarverlust leidet. Vor allem für ältere Katzen ist der Fellwechsel eine nicht zu unterschätzende Anstrengung. Die Ursache ist ganz natürlich und reguliert sich von allein. Gegen diese Art von Fellverlust können Sie also nichts machen – außer Ihre Katze bestmöglich unterstützen.
  • Nährstoffmangel: Einen Nährstoffmangel können Sie schnell durch die falsche Fütterungsart und ein minderwertiges Futter hervorrufen. Dieser Mangel äußert sich durch stumpfes Fell, schuppige Haut und Haarverlust. Füttern Sie ein Ergänzungsfuttermittel, müssen Sie eine weitere Komponente zufüttern, um Ihre Miezekatze ausgewogen und vollwertig zu ernähren. Gerade Barfen (B.A.R.F = biologisch artgerechte Rohfleischfütterung) erfordert ein hohes Maß an ernährungswissenschaftlichen Kenntnissen, über die nur wenige Katzenhalter verfügen. Auf diese Weise kommt es schnell zu einer Mangelerscheinung. Katzen benötigen viel tierisches Taurin. Diese lebensnotwendige Aminosäure muss ausreichend im Katzenfutter vorhanden sein. Ein Beispiel: Um den täglichen Bedarf an Taurin zu decken, müssen Sie Ihrer Katze täglich ca. 400 g Rindfleisch füttern.
  • Futtermittelallergie: Eine Futtermittelallergie kann ebenfalls zu kreisrundem Haarausfall, stumpfem Fell, kahlen Stellen und sogar zu Durchfall führen. Weizen ist häufig in Verdacht, bei Katzen Allergien auszulösen. Jedoch kann Ihre Katze auf jedes im Futter enthaltene Protein eine Unverträglichkeit oder Allergie entwickeln. Die Folge ist meist starker Juckreiz, der bei Katzen meist zum Fellverlust führt. Bevor Sie eine Futtermittelallergie diagnostizieren, empfehlen wir Ihnen eine Ausschlussdiät. Lassen Sie komplett alle Leckerlis, eine zweite Geschmackssorte etc. weg. Bitte füttern Sie ausschließlich das Hauptfutter. Wenn Sie nach ein paar Wochen eine Verbesserung sehen können, ist es naheliegend, dass Ihre Katze die Leckerlis nicht verträgt. Tritt keine Verbesserung auf, empfehlen wir Ihnen die Sorte zu wechseln. Wenn Sie bisher ein Katzenfutter mit Geflügelprotein füttern, probieren Sie ein Futter mit beispielsweise Fischprotein aus. In Allergiefällen empfehlen wir außerdem, einen Tierarzt aufzusuchen.
  • Psychische Belastung: Haarausfall bei Katzen kann auch psychischer Natur sein. Ist Ihre Katze einsam und sehnt sich nach einem Spielkameraden? Entgegen der weit verbreiteten Annahme: Katzen sind keine Einzelgänger. Sie spielen, raufen und schmusen gerne, jagen sich gegenseitig durch die Gegend und haben gemeinsam viel Spaß. Besonders bei jungen Katzen ist der Spieltrieb äußerst ausgeprägt. Junge Katzen möchten die Welt erkunden. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit eine Zweitkatze aufzunehmen. Ein weiterer Stubentiger bereitet nicht nur doppelte Freude, sondern sorgt auch für weniger Langeweile und Verstörungswut Ihrer Katze. Wichtig ist, dass Sie zuvor einige Punkte beachten und sich auf die Zweitkatze vorbereiten. Sollten Sie keine Möglichkeit für eine Zweitkatze haben, empfehlen wir Ihnen viele Denksportaufgaben, Spiele und Streicheleinheit einzuführen. Diese Beschäftigungsmaßnahmen helfen Ihrer Katze zur geistigen und körperlichen Ausgeglichenheit.

Ursachen Beispiele Abhilfe

Überversorgung durch Mischfütterung

Stumpfes und struppiges Fell

Entscheiden Sie sich für ein Alleinfuttermittel
Nährstoffmangel

Stumpfes und struppiges Fell

Lassen Sie sich beraten und wechseln Sie die Katzenfuttersorte

Zahnschmerzen

Ihr Stubentiger frisst schlecht, weil er Zahnschmerzen hat und nimmt somit zu wenige Nährstoffe auf

Tierarzt aufsuchen

Parasiten, Flöhe Schuppen, starker Juckreiz Tierarzt aufsuchen und Parasitenmittel geben
Futtermittelunverträglichkeit

Durchfall, Juckreiz, Haarausfall

Ausschlussdiät, Katzenfuttersorte wechseln, Tierarzt aufsuchen

Hautpilz Kreisrunder Haarausfall Pilzmittel vom Tierarzt

Fellwechsel im Frühjahr und Herbst

Ihre Katze leidet unter starkem Haarverlust und kommt mit dem Putzen nicht mehr hinterher

Sie können Ihre Katze mit einer weichen Bürste helfen

Psychische Belastung

Umzug, Langeweile oder Einsamkeit

Eine Zweitkatze, oder fordern Sie Ihre Katze mit Spielen und Denksportaufgaben

Tipp: Sollten Sie gesundheitliche Gründe bzw. Erkrankungen, wie Parasiten (z. B. Flöhe), Zahnschmerzen, Hautpilz oder eine Futtermittelunverträglichkeit im Verdacht haben, ist ein Tierarztbesuch ratsam. Ihr Tierarzt untersucht Ihre Katze genau und diagnostiziert Ihr Leiden.


Was kann ich gegen Fellverlust bei meiner Katze tun?

Leidet Ihre Katze an Haarausfall, sollten Sie der Ursache auf den Grund gehen. Liegt eine natürliche Ursache, wie beispielsweise der Fellwechsel vor, können Sie Ihre Katze mit Bürsten und einem Futter, welches gegen die Anti-Haarballen-Bildung hilft, unterstützen.

  • Katzenfutter gegen Haarballen: Einige Katzenfuttersorten können dafür sorgen, dass die verschluckten Katzenhaare besser durch den Darm abtransportiert werden. Besonders wichtig ist, dass sich langhaarige Katzenrassen (wie z. B. Perser, Maine Coon oder die Norwegische Waldkatze) ausgiebig putzen und lecken. Andernfalls können die Haare verfilzen und es kommt zu Fellproblemen.
  • Katzenfell bürsten: Unterstützen Sie Ihre Katze bei der täglichen Fellpflege und bürsten Sie die Haare vorsichtig mit einer speziellen Katzenbürste. Bitte gewöhnen Sie Ihre Katze spielerisch an das Kämmen.
  • Ernährung; Das A und O für ein gesundes Fell ist die richtige Ernährung. Sowohl durch eine Überversorgung als auch einen Nährstoffmangel kann es schnell zu Haarverlust und anderen Fellproblemen kommen. Viele Futtermittelhersteller bieten eine kostenlose Futterberatung an, damit Sie das passende Katzenfutter für Ihre Mieze finden. Des Weiteren können Sie sich vorab kostenlose Futterproben bestellen. Sie helfen Ihnen, das passende Futter für Ihre Samtpfote zu finden.

atze liegt in den Armen der Katzenbesitzer und wird sanft mit einer speziellen Katzenbürste gebürstet
Das rundum Verwöhn-Paket - Täglichen Fellpflege: Bürsten Sie die Haare vorsichtig mit einer speziellen Katzenbürste.


Fazit

Das Haarkleid spiegelt den Gesundheitszustand Ihrer Samtpfote wider. Ist das Fell stumpf und struppig, ist das ein Zeichen, dem Sie nachgehen sollten. Es gibt harmlose Ursachen für den Haarausfall bei Katzen wie der saisonale Fellwechsel im Frühjahr und Herbst, der sich von allein reguliert. Jedoch gibt es auch ansteckende Krankheiten wie Hautpilz, den Sie nur mit einem speziellen Pilzmittel behandeln können. Im Zweifel sollten Sie sich immer an einen Tierarzt wenden und mit ihm die Alopezie oder das unschöne Fell analysieren.