Bemerken Sie, dass Ihr vierbeiniger Mitbewohner Tröpfchen oder kleine Pfützen auf dem Boden verteilt, sollten Sie das im Auge behalten. Denn in vielen Fällen stecken Blasensteine hinter der plötzlichen Stubenunreinheit. Diese bereiten der Katze nicht nur Beschwerden, sondern können schwerwiegende Folgen haben. Lesen Sie daher in unserem Ratgeber Wissenswertes über Struvitsteine bei Katzen – von den Ursachen über die Risiken bis hin zu Behandlungsoptione.

Was bedeutet Struvit bei Katzen?

Diagnostiziert ein Tierarzt bei Ihrer Katze Struvit, meint er Struvitsteine. Sie zählen zu den häufigsten Harnsteinerkrankungen bei den Samtpfoten und sollten tiermedizinisch behandelt werden. Denn sie können zu einer Erkrankung der Harnwege oder zu Blasenentzündung führen, die für das betroffene Tier schmerzhaft sind und tödlich enden können, wenn sie unbehandelt bleiben.

Struvitsteine sind Blasen- oder Nierensteine bei Katzen. Man spricht auch allgemein von Harnkristallen. Sie können in den Nieren oder im Harnleiter sitzen und dort Beschwerden verursachen. Oft reizen und verletzen sie die Blasenwand und im schlimmsten Fall können sie die Harnröhre verstopfen. Dann kann die Katze keinen Urin mehr abgeben und es besteht die Gefahr, dass die Blase reißt oder platzt. Des Weiteren kann eine Verstopfung der Blase zu Nierenschäden führen. Das Risiko dafür ist bei einem Kater größer als bei einer Katze. Dies liegt daran, dass seine Harnröhre dünner ist und sich zur Spitze seines Geschlechts hin verjüngt. 

Expertenwissen: Wie entstehen Struvitsteine? Der pH-Wert des Urins ist unter anderem dafür verantwortlich, dass sich Struvitsteine bei einer Katze bilden. Sein Normalwert liegt zwischen 6,5 und 7,2. Liegt er darüber, können aus Mineralien im Harn kleine Steinchen entstehen.  Damit die kleinen Steine wachsen können, müssen sich viele Mineralien im Harn befinden. Als ehemalige Wüstenbewohner trinken Katzen meist sehr wenig und produzieren nur kleine Mengen Harn, der stark konzentriert ist. Daher sind sie sehr anfällig für Struvitsteine und andere Blasen- oder Nierensteine.


Wie erkennt man Struvitsteine bei Katzen?

Dreifarbige Katze liegt zusammengerollt auf dem Boden.
Struvitsteine können der Katze große Beschwerden bereiten. Das erkennen Sie oft daran, dass ihre Aktivität nachlässt und sie sich zurückzieht.

Hat Ihre Katze Struvitsteine, können Sie das an verschiedenen Symptomen erkennen. Am eindeutigsten ist es, wenn sie nicht mehr richtig uriniert. Zudem bereitet es ihr Schmerzen, wenn sie Wasser lassen möchte.

Welche Symptome zeigen Katzen mit Struvitsteinen?

  • Häufiges Urinieren bzw. häufiger Versuch zu urinieren
  • Urinieren nur noch tröpfchenweise
  • Schmerzen beim Urinieren
  • Blutiger Urin
  • Klagelaute beim Wasserlassen
  • Unreinheit: Katze verliert außerhalb des Katzenklos Urin in Tröpfchen oder kleinen Pfützen
  • Appetitlosigkeit
  • Bewegungsunlust

Die Symptome von Struvitsteinen bei der Katze erinnern oftmals an die bei einer Blasenentzündung.
Expertenwissen: Sind Struvitsteine, Blasensteine und Harngries bei der Katze dasselbe? Harn- oder Blasensteine ist der Oberbegriff für alle kleinen Kristalle, die sich im Urin bzw. in der Blase einer Katze bilden können. Als Harngries bezeichnet man die Zusammenbildungen von Kristallen, die kleiner als Steinchen sind. Bei Harngries handelt es sich somit um kleinere Harnsteine. Struvitsteine sind bei Katzen die häufigsten Blasensteine. Sie bestehen aus Ammonium-Magnesium-Phosphat-Kristallen, unter dem Mineralnamen Struvit bekannt, und verbinden sich mit Eiweißen aus dem Urin zu Steinen oder größeren Pfropfen, welche die Harnwege verstopfen können.  Am zweithäufigsten kommen bei Katzen Kalziumoxalatsteine vor, die aus Kalzium-Oxalat-Kristallen bestehen.


Was ist die häufigste Ursache von Struvitsteinen bei Katzen?

Braun getigerte Katze frisst aus einem Edelstahlnapf.
Trinkt Ihre Katze zu wenig, können leicht Struvitsteine und andere Blasensteine entstehen.

Am häufigsten verursachen Inhaltsstoffe aus dem Futter, wie eine zu hohe Menge an Mineralstoffen, und eine zu geringe Trinkmenge Struvitsteine bei der Katze.

Darüber hinaus nennen Experten folgendes als mögliche Ursachen:

  • Falsche Ernährung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Flüssigkeitsmangel
  • Häufige bakterielle Harnwegsinfektionen

Neigen Katzen nach Kastration zu Struvitsteinen? Kastrierte Kater gehören zu den häufigsten Harnsteinpatienten unter den Samtpfoten. Die Kastration an sich ist dabei aber nur indirekt die Ursache. Nach einer Kastration neigen viele Kater dazu, träge zu werden. Das wiederum zieht oft Übergewicht nach sich, das ein Risikofaktor für Struvitsteine bei Katzen ist.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bestimmte Katzenrassen anfälliger für Blasensteine sind. Eine Langzeitstudie über mehr als 15 Jahre in den USA und Kanada fand heraus, dass Struvitsteine bei einigen Katzen häufiger vorkommen als bei anderen. Dafür sind wohl genetische Faktoren verantwortlich. Zu diesen Katzenrassen gehören unter anderem Kartäuser, kurzhaarige Hauskatzen, Ragdoll und Exotisch Kurzhaar (1). 



Was tun gegen Struvitsteine bei Katzen?

Aufgrund der Gefahr schwerwiegender Folgeschäden wie Blasenverstopfung oder Blasenriss fragen Sie sich sicherlich, wie man Struvitsteine bei der Katze behandeln und am besten vorbeugen kann.

Oberster Grundsatz: Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Katze Harnsteine haben könnte, gehen Sie so schnell wie möglich mit ihr zum Tierarzt. Stellt dieser tatsächlich die Diagnose Struvitsteine, verschreibt er Ihrer Katze in der Regel Schmerzmittel und Medikamente gegen die Entzündung. Eventuell wird zusätzlich ein Antibiotikum verabreicht. Darüber hinaus setzt er Ihren vierbeinigen Mitbewohner auf eine spezielle Diät oder verordnet ein harnansäuerndes Ergänzungsfutter. Die Therapie soll dafür sorgen, dass der Säuregehalt des Urins steigt und der pH-Wert sinkt. Dadurch können sich die Blasensteine der Katze auflösen.

Expertenwissen: Wie untersucht der Tierarzt eine Katze, um Harnsteine festzustellen? Mithilfe von Teststreifen wird der Tierarzt den pH-Wert des Urins Ihrer Katze ermitteln. Zusätzlich wird er den Urin Ihrer Fellnase unter dem Mikroskop nach Kristallen absuchen. Darüber hinaus können eine Ultraschalluntersuchung und gegebenenfalls ein Röntgenbild bei der Diagnose helfen und zudem die Lage der Harnsteine aufzeigen. 

Während sich Struvitsteine meistens leicht auflösen lassen, müssen andere Nieren- und Blasensteine bei der Katze mitunter durch eine Operation entfernt werden. Dabei handelt es sich normalerweise um einen einfachen Eingriff, vor allem bei weiblichen Katzen. Bei ihnen können Harnsteine durch eine Blasenspiegelung entfernt werden. Dazu werden die Kristalle mithilfe von Laserlicht zertrümmert und anschließend durch die Harnröhre entfernt. Das ist aufgrund der zarten Harnröhre bei einem Kater allerdings nicht möglich und es muss ein Bauchschnitt gemacht werden, um die Harnblase zu öffnen.

Eine Operation kann auch bei Struvitsteinen notwendig werden, wenn diese recht groß sind und es zu lange dauern würde, um sie aufzulösen.


Wie kann man Struvitsteinen bei der Katze vorbeugen?

Die häufigsten Gründe für Struvit bei Katzen sind falsche Ernährung, zu hohes Körpergewicht, zu geringe Aktivität und eine zu geringe Trinkmenge. Daher sind diese Punkte auch die, bei denen Sie ansetzen sollten, um Harngries und –steine bei Ihrer Katze vorzubeugen.

Füttern Sie daher ein hochwertiges Katzenfutter und achten Sie darauf, dass Ihre Samtpfote ausreichend trinkt

Tipps gegen Struvitsteine bei der Katze:

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Samtpfote genug trinkt.
  • Halten Sie das Katzenklo sauber, damit Ihre Katze auch macht, wenn sie muss. Ansonsten wird sie es vermeiden, wodurch der Urin länger in der Blase ist und Harngries sowie Steine leichter entstehen.
  • Achten Sie auf das Gewicht Ihrer Katze.
  • Füttern Sie Nass- statt Trockenfutter.
  • Vermeiden Sie Stress.
  • Animieren Sie Ihren Stubentiger, sich zu bewegen.


Was füttern, wenn die Katze Struvitsteine hat?

Hat Ihr vierbeiniger Mitbewohner Schwierigkeiten, auf die optimale Trinkmenge zu kommen? Dann füttern Sie lieber ein Nassfutter anstelle eines Trockenfutters oder entscheiden Sie sich zumindest für eine Mischfütterung, um den Flüssigkeitshaushalt schon durchs Futter zu erhöhen.

Darüber hinaus sollten Sie mit Ihrem Tierarzt besprechen, auf was Sie hinsichtlich der Zusammensetzung bzw. Inhaltsstoffe des Futters besonders achten sollten. Dabei spielen vor allem die Stoffe eine Rolle, aus denen sich die Struvitsteine bei Katzen zusammensetzen. „Urinary“ aus der Josera Help-Linie zum Beispiel zeichnet sich dadurch aus, dass es einen reduzierten Magnesiumgehalt hat. Zudem sind Protein sowie Phosphor balanciert eingestellt. Die Trockenfutter-Variante enthält zusätzlich Cranberry und Brennnessel als Phytogen-Plus, die traditionell ergänzend gegen Harnwegsinfekte verwendet werden.

Dieses spezielle Katzenfutter fördert durch seine Zusammensetzung einen sauren pH-Wert und reduziert damit das Risiko für Struvitsteine bzw. hilft Harngries und Harnsteine aufzulösen.

Bevor Sie jedoch ein spezielles Futter für Katzen mit Struvitsteinen verfüttern, fragen Sie bitte Ihren Tierarzt um Rat. In vielen Praxen ist die Help-Linie von Josera zudem erhältlich.


Fazit: Bei Verdacht auf Struvitsteine sollten Sie handeln

Blasen- oder Nierensteine bei Katzen kommen relativ häufig vor. Das liegt vor allem an ihrem Trinkverhalten, weil sie als ehemalige Wüstenbewohner oft zu wenig trinken. Dadurch können sich Mineralstoffe im Urin ansammeln und zu Kristallen zusammenbilden. Zunächst sind sie nur kleiner Harngries. Scheidet die Katze sie jedoch nicht aus, können sie zu größeren Steinchen werden und ihre Menge im Urin nimmt zu.

Struvitsteine treten bei Katzen mit am häufigsten auf. Sie können die Blasenwand reizen und verletzen sowie zu Blasenentzündungen führen. Größere Blasensteine können zudem die Harnröhre der Katze verstopfen. Die Gefahr ist vor allem bei männlichen Katzen sehr groß, da ihre Harnröhre recht dünn ist und sich zum Ende hin verjüngt.

Solange die Kristalle im Urin der Katze klein sind, zeigt sie keine Symptome. Sind sie größer und verursachen Beschwerden, erkennen Sie Struvitsteine bei Ihrer Katze daran, dass sie nicht mehr richtig uriniert und Schmerzen hat. Dann sollten Sie direkt mit ihr zum Tierarzt gehen. Hat er seine Diagnose gestellt, wird er zur Behandlung der Harnsteine Ihrer Katze Medikamente sowie eine Diät verschreiben. Ein spezielles Futter kann die Kristalle im Urin auflösen bzw. ihnen vorbeugen. Im Allgemeinen lassen sich Struvitsteine bei Katzen recht einfach auflösen, weshalb eine Behandlung mittels spezieller Fütterung erfolgsversprechend ist. Besprechen Sie das aber immer mit einem Tierarzt.



(1) "Epidemiologische und laborexperimentelle Untersuchungen zur Urolithiasis bei Katzen", M. Frenk, München, 2006.