Übergewicht bei einer Katze ist leider nicht nur ein Schönheitsproblem. Es birgt auch ein hohes Gesundheitsrisiko für das Tier. Eine Katze, die zu viel Gewicht auf den Knochen hat, ist nicht nur anfälliger für Krankheiten, sondern hat oft auch eine geringere Lebenserwartung.


Welche Ursachen hat Übergewicht bei der Katze?

Wie sehr rühren uns kugelrunde Katzenaugen und ein zartes Miauen. „Sie frisst halt nun mal gerne“, heißt es dann. Und schon geben wir Futter in den Napf. Ja und weil wir auch ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir unsere fellige Freundin zu lange allein gelassen haben, bringen wir ein besonderes Leckerchen mit. Miezi freut sich doch so. Überhaupt, sie soll nicht hungern, wenn wir nicht da sind. Also lassen wir ihr über den Tag ein Schälchen mit Trockenfutter stehen, zu dem sie immer Zugang hat. Irgendwann sehen wir dann, dass unsere ehemals ranke schlanke Mieze ein Moppelchen geworden ist.

Hinweis: Übergewicht entsteht aus einem Missverhältnis von Energieaufnahme und Energieverbrauch. Oder anders gesagt: Das Tier hat zu viel Futter und zu wenig Bewegung im Laufe des Tages.


Übergewicht kann manche Krankheit auslösen

Übergewicht ist leider kein Thema, dass Sie auf die leichte Schulter nehmen dürfen, wenn es um die Gesundheit Ihres Tieres geht. Zu viele Kilos erhöhen das Risiko an Diabetes, Gelenkerkrankungen oder Harnsteinen zu erkranken. Aber auch das Narkoserisiko ist erhöht. Speckröllchen bei der Katze zu vermeiden oder zu reduzieren, unterstützt und bewahrt die Gesundheit. Das ist manchmal leichter gesagt als getan, weil Katzen für Ihren Dickkopf und ihre Beharrlichkeit bekannt sind und nicht immer schnell und einfach Neues akzeptieren. Da wird anderes Futter beharrlich verschmäht. Ein gutgemeintes Sportprogramm, das den Stoffwechsel ankurbeln soll, trifft oft auf nur mäßige Begeisterung. Klar, wer will schon springen und rennen, wenn dabei Atemnot auftritt und alle Knochen weh tun?

 


Wie erkennen Sie Übergewicht bei Katzen?

Nur ein bisschen mollig oder doch schon zu dick? Einfach nur ein großer Kater mit schweren Knochen oder eindeutig übergewichtig? Garfield, der verfressene rote Comickater mit der Vorliebe für gutes Fressen scheint sich zum Vorbild für immer mehr Hauskatzen zu mausern. „Fett, faul und filosofisch“ lautet sein Wahlspruch. Den scheint wohl auch Skinny beherzigt zu haben. Denn Skinny wog, als er auf der Straße in Texas gefunden wurde, mehr als 20 Kilogramm. Wäre er ein Mensch, dann entspräche das rund 300 Kilogramm Körpergewicht. Wie es ihm damit ging, kann man sich vorstellen. Während Garfield gerne als witzigster Kater der Welt bezeichnet wird, kam Skinny als dickster Kater der Welt in die Schlagzeilen.

Eine übergewichtige graue Katze frisst aus einem weißen Futternapf.
Die Gewichtszunahme verläuft in der Regel allmählich und bleibt daher manchmal unbemerkt. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihre Katze regelmäßig wiegen.

Ja, kaum eine Katze wird 20 Kilogramm wiegen. Aber sechs oder sieben Kilogramm finden sich schon häufiger bei Hauskatzen. Laut einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München aus dem Jahr 2011 an über 600 Tieren wurde eine Liste mit dem Idealgewicht verschiedener Katzenrassen aufgestellt. Eine Europäisch Kurzhaar-Kätzin wiegt danach 3,4, ein Kater 4,3 Kilogramm. Tatsächlich gehören heute geschätzte 60 Prozent aller Minitiger zu den Moppeln – eine erschreckende Entwicklung. Oft bemerken wir als Halter die schleichende Gewichtszunahme nicht. Erst der Tierarzt stellt beim Routinecheck fest, wie viel Gewicht die Waage wirklich anzeigt.

Dicke Katzen haben mehr Fett auf den Rippen – die lassen sich dann nur mit Mühe tasten. Bei einer schlanken Katze verläuft die Bauchlinie vom Brustkorb aus betrachtet leicht nach oben Richtung Hinterbeine. So können Sie bei einem Tier mit Idealgewicht immer eine Taille sehen. Möchten Sie wissen, wie sich das Gewicht Ihres Haustieres entwickelt? Dann wiegen Sie bitte die Katze einmal, wenn sie ausgewachsen, aber noch jung und schlank ist. Das Gewicht notieren Sie auf einem Zettel und legen ihn in den Impfpass. Kontrollieren Sie mindestens drei- bis viermal jährlich und notieren Sie das Gewicht.

Wie wiegen Sie Ihre Katze? Es gibt mehrere Möglichkeiten. Hilfreich ist eine Babywaage, weil sie sehr genau Kilo und Gramm anzeigt. Sie können sich aber auch einmal mit und einmal ohne Tier selbst auf einer normalen Personenwaage wiegen und sehen den Unterschied. Und last but not least: Setzen Sie Ihre Katze in einen Transport- oder Weidenkorb und hängen eine Kofferwaage daran – auch das funktioniert.


Welche Rolle spielt die Kastration bei der Katze beim Thema Gewicht?

Oft ist zu hören, dass Katzen nach der Kastration dick werden. So ganz stimmt das nicht. Die Entfernung der Keimdrüsen sorgt für einen anderen Hormonhaushalt. Die Tiere werden ruhiger und stehen weniger „unter Strom“. Damit vermindert sich auch die nötige Kalorienzufuhr – aber der Appetit bleibt. Hier müssen Sie vorsichtig die Futtermenge anpassen und das Gewicht regelmäßig kontrollieren.

Bedeutet ein dicker Bauch immer eine Gesundheitsgefahr? So manches kastrierte Katzentier hat eine kleine Speckfalte zwischen den Hinterbeinen, die beim Laufen sanft schaukelt – einen kleinen Hängebauch. Das hat erst mal nur damit zu tun, dass beim Strecken und Springen eine bessere Beweglichkeit gegeben ist. Nur wenn der Bauch eher an eine Trommel erinnert, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen.


Runter vom Übergewicht und richtig abnehmen: So wird aus dem Moppelchen eine schlanke Katze

Bitte verfallen Sie nicht dem Glauben, wenig würde viel helfen – also wenig bis gar nicht füttern, würde das Abnehmen beschleunigen. Gerade übergewichtige Katzen dürfen auf keinen Fall hungern. Eine hungrige Katze ist stets schlecht gelaunt und frustriert und neigt dazu, die Portionen herunterzuschlingen. Zum anderen aber besteht die Gefahr einer hepatischen Lipidose. Um Fett in Energie umzuwandeln, fehlt der Katze ein bestimmtes Enzym, das für die Umwandlung notwendig ist. Die freigesetzten Fette können nicht verstoffwechselt werden und lagern sich als Abfallprodukte in der Leber an. Die Leber verfettet – eine sogenannte hepatische Lipidose.

Eine übergewichtige rote Katze liegt auf dem Rücken. Katze mit Übergewicht.
„Faul, fett und filosofisch“? Garfields Wahlspruch ist zwar witzig, aber nicht gesund.

 

TIPP: Katzen sollten pro Woche nicht mehr als 0,5-1 Prozent ihres Gewichtes abnehmen. Der Weg zur Idealfigur kann also weit sein. Trotzdem sollten Sie sich nicht entmutigen lassen, denn die Katze dankt es Ihnen durch zurück gewonnene Lebensqualität. Zunächst sollten Sie auf ein geeignetes Katzenfutter umstellen, alle Leckerbissen streichen und die Aktivität erhöhen.

Wenn Ihre Maßnahmen trotz aller Mühen nicht reichen, um das Gewicht Ihres Lieblings zu reduzieren, können Sie die ursprüngliche Futterration nach und nach um insgesamt 20 Prozent senken und beobachten, was passiert. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt oder einem spezialisierten Ernährungsberater Ihr Vorgehen ab und führen Sie Buch über die Gewichtsentwicklung.  

Es ist durchaus möglich, dass eine Wohnungskatze, die vier Kilogramm wiegt, mit weniger als 100 Gramm Futter täglich auskommt. Schwieriger wird das Programm „Abnehmen“, wenn ihre pelzige Freundin draußen herumstromert. Sie benötigt durch mehr Bewegung zwar mehr Energie, aber es lässt sich leider schlecht kontrollieren, wie viel sie dort frisst.

 


Ernährung und Bewegung – zwei Faktoren für ein langes Katzenleben

Fütterungstabellen oder Empfehlungen können einen Anhaltspunkt für die tägliche Menge Futter bieten. Es kann aber sein, dass Ihre Katze deutlich weniger braucht, um die schlanke Linie zu halten. Das hängt eben immer von der Haltung und den Lebensumständen ab, vom Alter und der Gesundheit. Was können Sie tun, damit die Katze gar nicht erst dick wird oder besser abnimmt? Zum einen kann ein geeignetes Light-Futter helfen. Dieses fettreduzierte Katzenfutter sollte viel Protein, aber auch viele Ballaststoffe liefern, die sättigen, aber keine Energie liefern.

Unsere Empfehlung für Katzen mit Übergewicht

Zum anderen trägt Bewegung dazu bei, den Stoffwechsel anzukurbeln. „Weniger Kalorien, mehr Bewegung“ – das klingt so einfach. Stellt Sie das auch vor Herausforderungen? Weil Ihre Katze nicht spielen will? Und schon gar nicht durch die Wohnung toben? Es gibt tatsächlich agile, wendige, neugierige geborene Katzensportler, für die Bewegung extrem wichtig ist. Und es gibt die von Natur aus ruhigeren und bedächtigeren Typen. Das ist eine Sache der Rasse, des Alters und des individuellen Temperaments Aber jede, wirklich jede Katze ist ein geborener Jäger, der mit den Instinkten des Beutegreifers auf die Welt kommt. Eine Katze, die so gar nicht spielen und sich nicht bewegen will, muss langsam wieder daran gewöhnt werden – und mit abnehmender Leibesfülle wird das auch wieder Spaß machen.

Eine getigerte Katze mit großen Augen liegt auf dem Rücken. Die Katze ist fettleibig. 
Auch Couchptatoes lassen sich mit etwas Geduld zum Spielen animieren

Reine Wohnungskatzen leiden oft unter Beschäftigungsmangel und Langeweile – was bleibt da anderes übrig, als zu fressen? Kombinieren Sie Futterangebote mit Spieleinheiten oder machen Sie das Fressen zur „Eroberung“ und Aufgabe. Die Katze darf sich ruhig für ihre Rationen anstrengen, denn das ist auch die Jagd. Ob selbst gebastelte oder gekaufte Fummelbretter oder Schleckmatten – aus beiden muss das Futter herausgearbeitet werden. Das verlangt Köpfchen und Anstrengung und verhindert Frustfressen.

Sie dürfen als Belohnung für gut gelöste Aufgaben gerne auch möglichst fettfreie Leckerchen geben – aber eben nicht zusätzlich – nur anstatt. Das heißt, sie müssen das bei der täglichen Futterration berücksichtigen.


Fazit

Übergewicht resultiert bei Katzen in der Regel aus einer falschen Ernährung und zu wenig Bewegung. Auch eine Kastration kann sich auf das Gewicht einer Katze auswirken. Bescheren Sie Ihrem Liebling ein langes und gesundes Leben, indem Sie die Fütterung den Bedürfnissen und den Lebensumständen Ihres Tieres anpassen.