Wer auf der Suche nach einem liebesbedürftigen Haustier ist, sollte sich die Abessinier Katze näher anschauen. Sie stürzt sich begeistert in wilde Spiele und ist gleichzeitig sehr umgänglich. Doch wieso trägt sie den Beinamen Bunny-Cat? Wurde sie wirklich im alten Ägypten verehrt? In welchen Farben gibt es sie? Wir beantworten im folgenden Rasseporträt alles, was Sie über diese facettenreiche Katze wissen wollen.

Rasseprofil der Abessinier:

  • Körpergröße: mittlere Größe
  • Gewicht: Katze 2,5 – 4 kg, Kater 3,5 – 5 kg
  • Fellvariationen: Agouti-Effekt + Ticking + Basisfarbe (Blau, Sorrel, Fawn)
  • Lebenserwartung: 12 – 19 Jahre
  • Charakter: neugierig, energiegeladen, anhänglich
  • Erziehung und Haltung: einfach, am besten zusammen mit anderen Tieren
  • Krankheiten: Progressive Retina-Atrophie (Netzhautschwund), Pyruvatkinasemangel (Blutarmut), Renale Amyloidose (Stoffwechselstörung), Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung)


Little-Puma: elegante Wildkatze

Wie ein kleiner Puma ist auch die Abessinier Katze muskulös und geschmeidig. Zu den hochbeinigen Katzenrassen zählt sie aufgrund ihrer langen Beine. Diese verleihen dem schlanken Körper zusätzlich ein athletisches Äußeres. Der lange zum Ansatz schmaler werdende Schwanz ergänzt das elegante Erscheinungsbild der kurzhaarigen Katze.

Leichtfüßig ist die Abessinier Katze auf ihren einfarbigen, ovalen Pfoten unterwegs. Ein feiner Hals trägt den keilförmigen Kopf, aus welchem große, mandelförmige Augen wissbegierig umherblicken. Weit auseinanderstehend sind sie grün, braun oder bernsteinfarben.

Im Vergleich zum restlichen Körper stechen die großen Ohren hervor, deren großer Abstand markant ist. Immer aufrecht spiegeln sie das neugierige Wesen wider. Mit ihren besonders großen Augen und Ohren scheint die Abessinier alles in ihrer Umgebung wissensdurstig aufzusaugen.

Abessinier Katze schaut neugierig nach oben
Aufmerksam und wissbegierig nehmen die großen Augen und Ohren alles in ihrer Umgebung wahr.


Bunny-Cat: Die besondere Fellzeichnung

Farblich gibt es bis zu 28 Varianten, da bei der Abessinier Katze alle Wildfarben auch in Silbervarianten möglich sind:

  • Blau, was eher gräulich erscheint
  • das rot-braune Sorrel
  • das beigefarbene Fawn

Dabei ist bei Abessinier die rötlich-braune Farbe am häufigsten.

Unabhängig von der Fellfarbe gehört diese Rasse zu den Ticked Tabby-Katzen, da das markante Tabby-Muster nur noch am Kopf zu sehen ist. Dazu zählen die dunklen Augenumrandungen sowie das hervorstechende „M“. Die Fellzeichnung wird am restlichen Körper beinahe vollständig vom Agouti-Effekt bzw. Ticking verdrängt. Dieser sorgt auch für den putzigen Namen Bunny-Cat. Der Begriff Agouti kommt nämlich hauptsächlich bei Nagetieren in der Wildnis vor, welche diesen Effekt der Mehrfarbigkeit als Tarnung nutzen.

Beim Ticking sind die Haare mehrfarbig gebändert. Die Spitzen sind am dunkelsten und eine einzelne Haarsträhne kann zwei, drei oder sogar vier verschiedene Farben ausbilden.

Im Gegensatz dazu hat die Unterseite des Körpers, also Brust, Bauch und die Innenseiten der Beine, eine einheitliche Farbe. Zudem führt ein dunkler Aalstrich über den Rücken bis in die Schwanzspitze.

TIPP: Die Abessinier Katze ist gut für Allergiker geeignet. Sie haart wenig und ihr kurzes Haar hat nur wenig Unterwolle. Das vereinfacht zudem die Pflege des Fells.


Neugierig und wild

Die Abessinier Katze hat einen starken Charakter, das wilde Aussehen schlägt sich auch in ihrem Wesen nieder. Im Gegensatz zu der Wildkatze dominiert der Spieltrieb. Gleichzeitig ist sie sehr stressresistent und umgänglich, sodass sie sich besonders in großen Familien wohlfühlt. Obwohl sie ziemlich unabhängig ist, schließt sie ihre Bezugsperson direkt ins Herz. Dabei kann sie große Krauleinheiten von den Menschen einfordern. Allerdings ist sie alles andere als eine sanfte Schmusekatze wie die . Ihre Anhänglichkeit merken Besitzer häufiger daran, dass sie einem überallhin folgt. Sie ist immer darauf bedacht, ja nichts zu verpassen.

 

TIPP: Halten Sie eine Abessinier Katze niemals alleine. Ihr großes Temperament bedarf vor allem als Abessinier Kitten in jungen Jahren einer zweiten Katze. Wenn sie erst spät den Umgang mit anderen Katzen lernt, kann sie ihnen gegenüber zu dominant werden.

Zwei sitzende Abessinier Katzen
In Gesellschaft fühlt sich der kleine Puma am wohlsten.


Bei großer Auslastung unkompliziert zu halten

Katzenbesitzer, die gerne viel Zeit mit ihrem Haustier verbringen möchten, finden in der Abessinier Katze einen begeisterten Weggefährten. Um die Neugier der leichtfüßigen Katze gerecht zu werden, ist jedoch eine kleine Wohnung der falsche Ort. Stattdessen braucht sie mehrere Kletter- und Versteckmöglichkeiten. Kratzbäume oder ein eingezäunter Balkon/Garten bringen zusätzliche Abwechslung in den Alltag. Denn wer sich bei einer Abessinier eine hohe Lebenserwartung wünscht, behält die Katze lieber im Auge. Ihre ungestüme Art führt sonst zu problematischen Situationen auf den Straßen.

Ihre große Intelligenz sticht besonders im Clickertraining für Katzen hervor. Sie sucht die geistige Herausforderung und lernt schnell neue Kommandos. Um Langeweile entgegenzuwirken, studiert sie geschickt elegante Kunststückchen ein.

Wer nicht so viel Zeit investieren kann, sollte für Spielgefährten sorgen. Da sie schlecht alleine sein kann, schenken der Abessinier Katze eine große Familie oder andere Haustiere die gewünschte Aufmerksamkeit. Gesellig und umgänglich kommt sie sogar hervorragend mit Hunden aus. Zusätzlich liebt sie den Trubel einer Großfamilie.

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Rassespezifische Krankheitsbilder

Als eine der ältesten Katzenarten sind viele gesundheitliche Beschwerden bekannt. Gute Abessinier Züchter achten genau auf den Stammbaum. Auch wenn Katzen aus einer Zucht meistens gesünder sind, können folgende Erkrankungen auftreten:

Progressive Retina-Atrophie:

Hierbei sind Störungen des Sehvermögens zwischen dem zweiten und dem sechsten Lebensjahr möglich. Um diese Krankheit rechtzeitig zu entdecken, sind jährliche Untersuchungen in dem Zeitraum dringend zu empfehlen. Allerdings gibt es auch einen schwerwiegenden Verlauf, bei dem eine vollständige Erblindung auftreten kann.

Pyruvatkinasemangel:

Bei dieser Erbkrankheit tritt ein Mangel an roten Blutkörperchen auf. Behandlungen dagegen gibt es noch nicht.

Renale Amyloidose:

Hierbei handelt es sich um eine Stoffwechselstörung, die gewöhnlich zwischen dem vierten und siebten Lebensjahr auftritt. Sie führt zu einer Niereninsuffizienz, die tödlich enden kann. Allerdings sind Abessinier Kater bis zu zwei Drittel anfälliger.

Patellaluxation:

Abessinier Katzen erleiden häufiger Kniegelenksverletzungen. Wenn die Kniescheibe aus dem Gelenk verrutscht, entsteht eine Kniescheibenverrenkung, die das Laufen behindert. Dies kann allerdings operativ korrigiert werden.

Wissenswertes über die Abessinier Katze

  • Obwohl der Name es vermuten lässt, hat die Katze ihren Ursprung nicht im Königreich Abessinien (heutiges Äthiopien).
  • Ebenfalls ist die zweite Legende zu ihrer Herkunft falsch: Es bestand der Irrglaube, dass die Abessinier Katze in Ägypten lebte. Trotz der großen Ohren auf den Wandzeichnungen handelt es sich nämlich nicht um diese Katze, welche die alten Ägypter als Gottheit verehrten.
  • Stattdessen stammt sie ursprünglich wohl aus Indien.
  • In England wurde sie das erste Mal offiziell im 19. Jahrhundert gezüchtet.
  • Sie ist neben den Siamkatzen und den Perserkatzen die älteste Rassekatze der Welt (seit 1889 definiert).
  • Aufgrund des Zweiten Weltkriegs und einer Katzen-Leukose-Epidemie starb die Rasse im 20. Jahrhundert beinahe aus.
  • Seit den 1970er-Jahren festigt sich der Bestand zwar wieder, aber ist im Vergleich zu anderen populären Katzenrassen relativ niedrig. ➔ Abessinier werfen meistens nur zwei Kätzchen. Bei den anderen Rassen liegt die Wurfgröße hingegen bei vier bis sechs.
  • Die Abessinier Katze hat einen stolzen Preis. Sie kostet durchschnittlich 800 Euro.
  • Trotz des überschäumenden Temperaments hat die Abessinier Katze eine eher leise Stimme und mauzt wenig.
  • Die Kurzhaarkatzen gibt es auch in einer langhaarigen Variante: Sie heißt Somali und ist seit 1979 eine anerkannte eigenständige Rasse.