Sie trägt ihren geheimnisvollen Look immer, nicht nur im Karneval. Die Schwester der sibirischen Waldkatze überzeugt nicht nur mit ihrem Aussehen, sondern auch mit ihrem unkomplizierten Wesen.


Rasseprofil

  • Körpergröße: mittelgroß bis groß und stattlich
  • Gewicht: Katzen bis 6 Kilogramm, Kater bis 9 Kilogramm
  • Fellfarbe: Viele Farben als Pointvarianten erlaubt, etwa Seal, Blau, Rot, Creme, Schildpatt und sogar die Tabbyzeichnung. Nicht anerkannt sind Chocolate, Lilac, Cinnamon oder Fawn
  • Charakter: ruhig und freundlich, standfest
  • Erziehung und Haltung: Eine robuste und selbstbewusste Katze, die gerne auch mal draußen herum stromert
  • Krankheiten: Da die Rasse sehr ursprünglich geblieben ist und Fremdeinkreuzungen nicht gerne gesehen sind, gibt es keine typischen Erbkrankheiten. Mit dem Teilalbinismus aller Pointkatzen können allerdings bestimmte Auffälligkeiten bei den Augen einhergehen. Dazu gehören Schilen oder Augenzittern.
  • Lebenserwartung: bis zu 18 Jahren


 

Eine ursprüngliche Rasse mit typischen Abzeichen

Neva Masquarade, manchmal auch Neva Masquerade geschrieben, das klingt exotisch und fremd. Da gibt der ursprüngliche Name, „Newskaja Maskeradnaja“ schon eher einen Hinweis auf ihre Herkunft. Ja, die Schöne mit den dunklen Points, den Abzeichen im Fell, ist eigentlich eine Variante der Sibirischen Waldkatze. Wie ihre Verwandte ist sie groß und kräftig und hat dichtes, halblanghaariges Fell. Was aber die Fans dieser Rasse ins Schwärmen bringt, ist die typische Maskenzeichnung. In der Variante „seal“ haben die Tiere bei hellem Fell im Gesicht schokoladenfarbene Abzeichen. Aus dieser „Maske“ leuchten dann die strahlend blauen Augen besonders intensiv.

Info: Mit „Points“ sind bei Katzen dunklen Stellen in hellerem Fell gemeint. Diese Färbung findet sich an den Ohren, den Beinen und am Scwanz. Das hat zu tun mit einem Teilalbinismus, den auch die Siam- oder Colourpointkatzen haben.

Die Ursache für das helle Fell mit den dunklen Stellen liegt in einer Mutation, die die Produktion des Pigmentstoffs Melanin beeinträchtigt. Pointkatzen werden immer hell geboren, dunkeln aber im Laufe ihres Lebens nach. Dabei bilden sich die Points an den kälteren Körperstellen, während die wärmeren hell bleiben. Der Teilalbinismus führt auch zu den blauen Augen der Pointkatzen. Eine weitere Begleiterscheinung können Strabismus oder Nystagmus sein, Schielen oder Augenzittern. Beides stellt aber keine eigenständige Erbkrankheit dar.

Liegende Neva Masquarade
Kennzeichen aller Pointkatzen sind die blauen Augen


Diese Katzen sind imposante Gestalten, wenn auch nicht so riesig wie die Maine Coons. Vor allem im Winter wird das Fell dicht und entwickelt eine feine Unterwolle. Dann ist auch die „Mähne“, ein ausgeprägtes Brustfell, gut zu sehen, ebenso die Knickerbocker oder Pluderhosen aus Fell an den Hinterbeinen. Insgesamt wirken die pelzigen Schönheiten mit dem Puschelschwanz dann sehr majestätisch und wild. Dazu passen die Haarbüschel zwischen den Zehen und die Luchspinsel an den Ohren. So ausgestattet sind sie auch für ein raueres Klima gut gerüstet, könnte man meinen.

Aber weder die Sibirische Waldkatze noch die Neva Masquarade kommen aus Sibirien oder sind der Kälte besser gewachsen als andere Samtpfoten. Sie sind, vermutlich durch eine Mutation, aus den russischen Hauskatzen entstanden. Beide, die Sibirier und die Neva Masquarade, werden heute von den Katzenzuchtverbänden als eigenständige Rasse anerkannt.

Der Rassestandard der Fédération Internationale Féline (FIFé)

 

 

Kopf

Etwas länger als breit, sanft gerundet, massiv

Nase

Mittellang, breit, zeigt im Profi eine Einbuchtung, jedoch ohne Stop

Ohren

Mittelgroß, gut offen am Ansatz, die Spitzen sind gerundet mit Haarbüscheln und Pinseln

Augen

Groß, leicht oval geformt, etwas schräg gestellt, weit auseinandergesetzt

Augenfarbe

Blau, je intensiver, desto besser

Die Maskenkatzen verdanken ihren Namen vermutlich dem Umstand, dass sie in Petersburg bei der Zucht der Sibirischen Waldkatze eingesetzt wurde. Von dem Fluss Neva, an dem die Stadt liegt, hat nun diese Rasse ihren Namen.

Diese Rasse ist auch deshalb so beliebt, weil sie eben nicht zu den überzüchteten Tieren gehört, bei denen der Mensch stark selektiv eingegriffen hat. Aussehen und Charakter haben sich weitgehend unbeeinflusst erhalten. 


Die Fellpflege der Neva Masquarade

Alle langhaarigen oder halblanghaarigen Miezen brauchen Fellpflege, so auch die schöne Russin. Aber anders als bei den Persern ist ihr Haarkleid nicht so pflegebedürftig, dass es jeden Tag gebürstet werden müsste. Aber vor allem bei den Freigängern ist Nachhilfe für den Pelz wichtig. Wenn Sie ihre Katze langsam und früh genug daran gewöhnen, lässt sie sich auch geduldig Fellknoten entfernen.


Lösen die Maskenkatzen weniger Allergien bei Menschen aus?

Immer wieder zu hören und zu lesen ist, dass die Nevas besonders für Allergiker geeignet seien. Trotz ihrer langen Haare würden deutlich weniger Menschen beim Kontakt mit ihnen mit Niesen, Husten, Atemnot reagieren. Solche Aussagen sind mit Vorsicht zu betrachten. Denn nicht die Menge oder die Länge der Haare sind ausschlaggebend für menschlich-allergische Reaktionen, sondern ein bestimmtes Protein im Speichel. Das variiert von Tier zu Tier, deshalb muss ein Mensch individuell austesten, auf welche Samtpfote er reagiert oder nicht.    

Neva Masquarade mit hellem Fell und dunklerer Tabbymaske liegt im Gras
Bei den Abzeichen ist sogar die Tabbyzeichnung erlaubt.


Naturfreundin und Familienkatze: der Charakter der Neva Masquarade

Sie sieht nicht nur sehr ursprünglich aus, die Schwester der Sibirischen Katze. Ihr Charakter passt zum felligen Outfit. Zum Glück gehören die russischen Schönheiten zu den eher seltenen Katzenrassen hierzulande, an denen genetisch nicht viel herumexperimentiert wurde. Stress oder zickiges Gehabe sind diesen Katzen fremd. Sie haben sich einen freundlichen Charakter bewahrt, der sie zu einer perfekten Familienkatze macht. Zudem wird ihnen nachgesagt, dass sie besonders anhänglich sind und auch mit kleinen Zweibeinern sehr gut zurechtkommen.

Wie bei vielen der Langhaarkatzen geht ein standfester Charakter aber auch einher mit einem gewissen Eigensinn, um nicht zu sagen, einem Dickschädel. Das macht die Erziehung nicht immer ganz einfach und verlangt besondere Konsequenz.  Keine Katze ist von Natur aus ein Couchpotato – alle sind geborene Jäger. Das gilt für Naturburschen erst recht. Eine reine Wohnungshaltung ohne Balkon wird einer Neva Masquarade auf Dauer wohl nicht gerecht. Umso mehr lieben diese Katze einen Garten zum Stromern, zum Sonnen und zum Klettern oder wenigstens einen spannend ausgestatteten Balkon mit stabilen Klettermöglichkeiten. Neben dem Katzensport lieben die haarigen Miezen aber auch Beschäftigung für den Geist – welche Katze tut das nicht? Ob Klickern oder Futtersuchspiele oder Jagen nach der Angel, da hat jede ihre eigenen Vorlieben. Anders als die meisten Artgenossen scheinen die Nevas Spaß an Wasser zu haben und auch mal gerne in Teichen zu angeln.


Unsere Futterempfehlung für Ihre Samtpfote


Wo können Sie eine Neva Masquarade kaufen?

Wenn Sie sich schon gründlich über diese Rasse informiert haben und meinen, dass diese halblanghaarige Schönheit gut zu Ihnen passt, dann finden Sie in ganz Deutschland Züchter, die sich auf Sibirier und die Point-Variante, die Neva Masquarade spezialisiert haben. Wie immer gilt: Schauen Sie sich die Haltung gut an, lassen Sie sich einen Gesundheitsnachweis und den Stammbaum der Tiere zeigen. Welpen sollen frühestens mit zwölf Wochen ausziehen, besser später und dann schon die ersten Impfungen bekommen haben. Wie immer legt jeder Züchter die Preise für seine Katzen selbst fest, aber mit 500 Euro und mehr für ein Kätzchen können Sie sicher rechnen.


Fazit

Neva Masquarade sind die Point-Katzen unter den Sibiriern. Sie stammen ursprünglich aus Russland, erfreuen sich aber auch in Deutschland einer großen Beliebtheit wegen ihres freundlichen und ausgeglichenen Charakters.