In den ersten Lebensmonaten durchlaufen Katzen einen Zahnwechsel. Dabei werden die 26 Zähne des Milchgebisses durch 30 bleibende ersetzt. Dieser Prozess beginnt im 3. bis 4. Lebensmonat und ist meist bis zum 7. abgeschlossen.  Während des Zahnwechsels können bei Katzen Symptome wie vermehrter Speichelfluss, Mundgeruch oder Appetitlosigkeit auftreten. Um den Zahnwechsel zu erleichtern und die Katze dabei zu unterstützen, kann man weiches Futter und geeignetes Kauspielzeug oder spezielle Leckerlis anbieten. Eine regelmäßige Kontrolle des Gebisses hilft, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Mögliche Komplikationen beim Zahnwechsel der Katze:

- Reizung des Zahnfleischs bis hin zur Entzündung 
- Erhöhte Temperatur; bei Fieber ist ein Tierarztbesuch empfehlenswert 
- Durchfall 
- Auffälliges, verändertes Verhalten 
- Milchzähne fallen nicht aus oder brechen; Tierarzt oder Tierärztin muss diese dann entfernen 

Katzen sind niedliche und liebenswürdige Wesen, die Dein Leben bereichern. Dennoch zählen sie zur Gattung der Raubtiere, die auf ein kräftiges und robustes Gebiss angewiesen sind. Der Zahnwechsel ist ein wichtiger Vorgang, der dafür sorgt, dass eine Katze ein Leben lang mit stabilen Zähnen ausgerüstet ist. Warum Du als Besitzer vor allem während des Zahnwechsels ein wachsames Auge auf Deine Katze haben solltest, wie Du ihr in dieser Phase helfen kannst und noch vieles mehr, erfährst Du in diesem Ratgeber.

Das Gebiss einer Katze

Katzenbabys kommen ohne Zähne zur Welt. Diese bekommen sie ungefähr im Alter von 3 Wochen. Ihr Milchgebiss haben Katzen allerdings nur einige Wochen. Denn ab dem 3. Lebensmonat kommen allmählich die bleibenden Zähne und verdrängen die kleineren Milchzähne. 
Durch den Zahnwechsel verliert die Katze ihre 26 Milchzähne und erhält 30 größere Zähne, die sie bis zu ihrem Lebensende behält. Sofern sie diese nicht altersbedingt oder durch Zahnprobleme verliert. Aus diesem Grund spielt Zahnpflege bei Katzen eine wichtige Rolle.

Das Gebiss einer Katze unterteilt sich in vier verschiedene Arten von Zähnen:

  • Schneidezähne: Das sind die sehr kleinen Zähne, die frontal im Mundraum einer Katze sitzen. Insgesamt 12 Schneidezähne besitzt jede Samtpfote. Sechs im Oberkiefer und sechs im Unterkiefer.
  • Eckzähne: Wie der Name schon verrät, sitzt diese Art der Zähne in den Ecken des Gebisses. Die langen, spitzen Zähne sind in Ober- und Unterkiefer jeweils zweimal vorhanden.
  • Molaren: Diese Zähne sitzen im hinteren Teil des Mundes. Jede Katze hat davon zwei im Oberkiefer und zwei im Unterkiefer. Zwischen Eckzähnen und Molaren befinden sich die Prämolaren. Katzen haben in ihrem Oberkiefer sechs dieser Zähne und in ihrem Unterkiefer vier.

Die unterschiedlichen Arten der Zähne übernehmen auch teils unterschiedliche Aufgaben, die die Katze mit ihrem Gebiss erledigt. So kommen vorrangig verschiedene Beißerchen zum Einsatz, wenn eine Katze spielt, nach etwas mit ihren Zähnen greift oder während des Fressens.

Draufsicht auf Gebiss einer Katze
Gewöhne Deine Katze von klein auf daran, dass Du ihr Gebiss von Zeit zu Zeit untersuchst.


Hintergrundwissen: Das Milchgebiss junger Katzen Frischgeborene Katzen kommen zahnlos auf die Welt. Das hat evolutionär denselben Hintergrund wie bei uns Menschen. Denn auch die kleinen Kitten werden von der Katzenmutter gesäugt und würden dem Muttertier dabei andernfalls Schmerzen zufügen. Die Milchzähne sind zu dieser Zeit ebenfalls wie bei menschlichen Babys bereits im Mundraum angelegt. Bei Katzen brechen die Milchzähne jedoch bereits zwischen der zweiten und dritten Lebenswoche durch das Zahnfleisch. Zuerst sind die Schneide- und Fangzähne zu sehen. Es folgen die Backenzähne mit einem zeitlichen Abstand von etwa einer Woche. Erreicht das Katzenbaby die achte Lebenswoche, kommen alle anderen Zähne nach, sodass das Milchgebiss mit insgesamt 26 Milchzähnen nun vollständig ist. Damit hat die Katze ihren ersten Zahnwechsel erfolgreich durchlaufen.

 

Ein junges Kitten zeigt ihre Katzen Milchzähne mit aufgerissenem Katzenmaul
Schau Dir mal meine Katzen Milchzähne an! Langsam kommen sie durch.

Wann findet der Zahnwechsel bei Katzen statt?

Jede Katze erlebt innerhalb ihres Lebens drei Phasen, in denen sich in ihrem Zahnapparat etwas ändert. Die ersten beiden Phasen finden im Kitten-Alter statt, die letzte erst im Senioren-Alter. Diese Entwicklungszustände im Zusammenhang mit dem Zahnwechsel von Katzen werden wie folgt bezeichnet:

  • Milchgebiss
  • Erwachsenengebiss
  • Altersbedingter Zahnausfall

Info Haben sich bei einem Katzenbaby alle Milchzähne entwickelt? Dann ist es Zeit, festes Katzenfutter als Nahrung bereitzustellen und sie von der Muttermilch zu entwöhnen. Zur Wahl steht sowohl Nass- als auch Trockenfutter für die Katze

Zahnwechsel bei der Katze: Von den Milchzähnen zum Erwachsenengebiss

In einem Alter von vier bis sechs Monaten findet der Zahnwechsel bei Katzen statt. Dieser bringt auch wirklich einen Wechsel der Zähne mit sich. In diesem Zeitraum weicht das Milchgebiss dem Erwachsenengebiss. Durch das Wachstum der Katze verändern sich ebenfalls Kiefer- sowie Schädel-Proportionen. Im Erwachsenengebiss kommen nach dem Wechsel vier zusätzliche Zähne hinzu. Die Milchzähne fallen bei diesem Vorgang nicht komplett auf einmal aus, sondern nach und nach. Der Zahnwechsel bei Katzen dauert mehrere Wochen, wobei die Rasse die Dauer beeinflussen kann.

Info Erreicht die Katze den siebten Lebensmonat, sollte der Zahnwechsel abgeschlossen sein. Ist dies bei Deinem Stubentiger in diesem Alter nicht der Fall, ist ein Besuch bei einem Tierarzt oder einer Tierärztin ratsam, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Zahnausfall bedingt durch das Alter

Die letzte Veränderung des Zahnapparates bei Katzen ereignet sich im Senioren-Alter. Der Verlust einzelner Zähne in diesem Lebensabschnitt ist natürlich und kommt auch bei einem völlig gesunden Gebiss der Katze vor. Vermehrter Zahnausfall ist allerdings meistens auf eine Erkrankung im Maul-Rachenraum der Katze zurückzuführen. Auch Zahnfleischentzündungen oder Zahnstein können den Zahnausfall begünstigen. Daher ist eine gute Zahnpflege und vermehrte Prophylaxe bei einem ausgewachsenen Stubentiger unerlässlich.

Info Die meisten Katzen haben durch den altersbedingten Ausfall einzelner Zähne keinerlei Probleme. Bemerkst Du aber, dass Deine Katze aufgrund dessen weniger frisst oder ein verändertes Verhalten an den Tag legt, ist es ratsam, einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufzusuchen, um etwaige andere Erkrankungen auszuschließen.


Wie läuft der Zahnwechsel bei Katzen ab?

Bahnt sich der Zahnwechsel bei einer Katze vom Milchgebiss zum Erwachsenengebiss an, löst sich zunächst die Wurzel des Milchzahns langsam auf. Dadurch kann keine Stabilität mehr gewährleistet werden und die Zähne werden wackelig. Die neuen Zähne, die schon im Zahnfleisch angelegt sind, schieben nach und verdrängen die Milchzähne.

Meistens bleibt dieser Vorgang von den Katzenbesitzern allerdings unbemerkt, da die sehr kleinen Milchzähne einfach von der Katze verschluckt werden. Das stellt aufgrund der Größe aber keine große Gefahr für sie dar.


In welcher Reihenfolge ersetzen die bleibenden Zähne die Milchzähne?

Der Zahnwechsel bei Katzen verläuft in einer bestimmten Reihenfolge, wobei die Milchzähne nach und nach durch bleibende Zähne ersetzt werden. 

Obwohl individuelle Unterschiede auftreten können, folgt der Prozess in der Regel diesem Muster:

  1. Schneidezähne (Incisivi): Diese kleinen Zähne im vorderen Bereich des Mauls sind die ersten, die ausfallen.
  2. Eckzähne (Canini): Die spitzen Fangzähne folgen den Schneidezähnen beim Zahnwechsel einer Katze.
  3. Prämolaren (vordere Backenzähne): Diese Zähne, die sich zwischen den Eckzähnen und den hinteren Backenzähnen befinden, werden als Nächstes ersetzt.
  4. Molaren (hintere Backenzähne): Diese Zähne sind im Milchgebiss nicht vorhanden und brechen während des Zahnwechsels neu durch.


 

 

Welche Symptome können während des Zahnwechsels bei Katzen auftreten?

Wie oben bereits erwähnt verläuft der Wechsel von den Milchzähnen zu den bleibenden Zähnen meistens ohne Probleme und bleibt teils unbemerkt von den Katzenbesitzern. Dennoch gibt es einige Symptome, die in Zusammenhang mit dem Zahnwechsel bei Katzen auftreten und Dich darauf aufmerksam machen, dass Deine Samtpfote diesen Prozess durchläuft:

  • Gerötetes Zahnfleisch
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Katze hat Mundgeruch
  • Schräglage des Kopfes
  • Vermehrtes Lecken am Zahnfleisch
  • Reiben der Schnauze an Gegenständen oder den Menschen
  • Appetitlosigkeit
  • Übellaunigkeit

Diese Symptome sind eindeutige Anzeichen für den Zahnwechsel, die relativ harmlos sind und bei Deiner Katze keine übermäßigen Schmerzen hervorrufen.

In seltenen Fällen, vor allem bei stärkeren Entzündungen während der Veränderung des Zahnapparates, können zusätzlich Komplikationen auftreten. Bei diesen gilt es einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufzusuchen:

  • Durchfall bei Katzen: In den ersten Lebensmonaten kann dieser aufgrund des damit einhergehenden Flüssigkeitsverlust sehr gefährlich werden. Hält der Durchfall über einen längeren Zeitraum an und zur Abklärung etwaiger anderer Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, wie zum Beispiel Verstopfung bei Katzen, solltest Du unbedingt einen Tierarzt oder eine Tierärztin kontaktieren.
  • Fieber: Erhöhte Temperatur bis hin zu Fieber und ein verschlechtertes Allgemeinbefinden ist ebenfalls eine Komplikation, die bei manchem Kitten mit dem Zahnwechsel auftritt. Um sicherzugehen, dass keine andere Erkrankung hinter diesen Symptomen steckt, solltest Du auch bei diesen Anzeichen einen tiermedizinischen Rat einholen.
  • Persistierende Milchzähne: Manchmal kommt es vor, dass ein Milchzahn nicht durch den Zahnwechsel ausfällt und dadurch das weitere Wachstum des bleibenden Gebisses beeinflusst sowie Zahnfehlstellungen begünstigt. Es entstehen sogenannte „Doppelzähne“, bei denen sich Milchzahn sowie neuer Zahn einen Platz im Gebiss teilen müssen. Dies ist insbesondere bei den Fangzähnen der Katze sehr auffällig. Solche hartnäckigen Milchzähne sollte ein Tierarzt oder eine Tierärztin ziehen.
  • Fehlende bleibende Zähne: Genetische Veränderungen führen manchmal dazu, dass an einer Stelle im Gebiss kein bleibender Zahn auf den Durchbruch wartet. Dann fällt der Milchzahn während des Zahnwechsels der Katze ebenfalls nicht aus. Auch in diesem Fall solltest Du einem Tierarzt oder einer Tierärztin einen Besuch abstatten. Eine Röntgenaufnahme liefert Klarheit darüber, ob der bleibende Zahn tatsächlich fehlt und der Milchzahn erhalten werden kann.
  • Fraktur der Milcheckzähne: Während des Zahnwechsels bei einer Katze kann es passieren, dass einzelne Zähne brechen. Laut tiermedizinischen Beobachtungen sind davon besonders häufig die Milcheckzähne betroffen. Brechen diese, ist das für das Kitten extrem schmerzhaft sein. Gebrochene Milchzähne müssen von einem Tierarzt oder einer Tierärztin gezogen werden. Andernfalls kann es zu Entzündungen und weiteren Komplikationen kommen.

Glückliche Katze sitzend
Ein gesunder Zahnapparat ist für Katzen unerlässlich.


Unterstütze Deine Katze beim Zahnwechsel

Sobald Du als aufmerksamer Katzenbesitzer anhand der genannten Symptome bemerkst, dass sich Deine Samtpfote im Zahnwechsel befindet, kannst Du einige Maßnahmen ergreifen, um Deinem Stubentiger diesen Vorgang etwas leichter zu gestalten.

  • Futterangebot ändern: Weiches Katzenfutter, das ohne Mühe gekaut werden kann, eignet sich während des Zahnwechsels besonders gut. Wenn Du zusätzlich dafür sorgen willst, dass die losen Zähne leichter ausfallen, kannst Du etwas Trockenfutter oder knusprige Leckereien unter das Futter mischen.
  • Geeignetes Spielzeug: Obwohl Beißspielzeug für Katzen eher weniger üblich ist, ist es eine gute Möglichkeit, im Zuge des Zahnwechsels die losen Zähne zu verlieren und gleichzeitig das Jucken des Zahnfleisches abzuschwächen. Eine Alternative zum Kauspielzeug sind Kausnacks wie die Josera Crunchies Dental. Diese unterstützen mithilfe von Cellulose die Zahnreinigung und eignen sich auch beim Zahnwechsel bei Katzen.
  • Zahnfleisch massieren: Manche Katzen, die einen starken Bezug zu ihren Besitzern haben und daher keine Berührungsängste haben, sind empfänglich für eine Zahnfleischmassage. Lässt Deine Samtpfote dies zu, kannst Du den Zahnwechsel auf diese Weise angenehmer gestalten. Außerdem kannst Du dabei den Stand des Zahnwechsels in Augenschein nehmen.
  • Spezielle Leckerli: Gib Deiner Katze leckere Zahnpflege-Snacks.

Die Umstellung auf Nassfutter kann während des Zahnwechsels sinnvoll sein: 

Sobald der Zahnwechsel bei der Katze abgeschlossen ist, sollten ihre bleibenden Zähne richtig gepflegt werden. Dann bist Du als Katzenbesitzerin oder Katzenbesitzer in der Pflicht, diese regelmäßig zu putzen. Ebenfalls kann dazu spezielles Katzenfutter beitragen. Unser Josera Naturelle dient mit seiner besonderen Zusammensetzung der Zahnsteinprophylaxe.


Fazit

Der Zahnwechsel ist bei Katzen ein natürlicher Vorgang, den jedes Tier in seinen ersten Lebensmonaten durchläuft. Im Normalfall ist er nicht mit großen Problemen verbunden. Sei einfach für Deine Katze während des Zahnwechsels da und leiste nur Hilfestellung, wenn es nötig ist.


FAQs - wichtige Fragen kurz beantwortet

Wann verlieren Katzen ihre Milchzähne?

Der Zahnwechsel der Katze startet in der Regel zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat. Dann beginnen die bleibenden Zähne die Milchzähne zu verdrängen.

Wie lange dauert der Zahnwechsel bei Katzen?

Der Prozess dauert meist bis zum siebten Lebensmonat an.

Welche Symptome können während des Zahnwechsels auftreten?

Mögliche Anzeichen sind vermehrter Speichelfluss, Mundgeruch, Appetitlosigkeit und vermehrtes Kauen auf Gegenständen.

Wie kann man die Katze während des Zahnwechsels unterstützen?

Weiches Futter und geeignetes Kauspielzeug können helfen, den Zahnwechsel zu erleichtern.

Wann sollte man beim Zahnwechsel mit der Katze einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufsuchen?

  • Anhaltende Beschwerden
  • Fieber
  • Starker Mundgeruch
  • Milchzähne fallen nicht aus; persistierende Zähne