Der australische Kater Omar und sein italienischer Konkurrent Barivel teilen sich den Titel „Größter Kater der Welt“. Beide sind ganze 120 Zentimeter lang und Omar 14 Kilogramm schwer. Beide gehören zu der größten bekannten Katzenrasse, der Maine Coon. Wollen Sie mehr über diese sanften Riesen wissen? Hier erfahren Sie alles Wichtige.


Rassenprofil

  • Körpergröße: größte Rassekatze mit ca. 40 cm Schulterhöhe, bis zu 100 cm Körperlänge
  • Gewicht: Katzen 5-7 Kilogramm, Kater 7 – 12 Kilogramm, vereinzelt auch noch schwerer
  • Charakter: freundlich, unkompliziert, verschmust, sanftmütig, gesellig, ruhig, liebt Wasser
  • Erziehung und Haltung: ausreichend Platz zum Spielen und Kuscheln
  • Krankheiten: Hüftgelenks-/ Ellenbogendysplasie, Hypertrophe Cardiomyopathie, Polyzystische Nierenerkrankung, Spinale Muskelatrophie, Patellaluxation
  • Lebenserwartung: 11 - 15 Jahre


Groß und elegant: Typische Erscheinungsmerkmale

Schon immer waren die Maine Coons neben den Norwegischen Waldkatze und den Ragdolls eine der drei größten und schwersten Rassen. Eine Katze wiegt nicht selten zwischen fünf und sieben, ein Kater etwa sieben zwölf Kilogramm. Das Tier ist großrahmig mit muskulösem Körperbau. Der Kopf hat ein kräftiges Kinn und hohe Wangenknochen. Die am Ansatz breiten und oben abgerundeten Ohren befinden sich weit oben am Kopf. Sie können kleine Luchspinsel haben und lassen die Lauscher etwas spitzer wirken, als sie tatsächlich sind. Die Augen sind verhältnismäßig groß und verlaufen leicht schräg.

Aktuelle Züchtungen zeigen häufig den neuen Typ der Maine Coons: noch größer und schwerer mit extrem großen spitzen Ohren und einem „Löwengesicht“. Das heißt, die Augen werden runder und sind nicht mehr oval.

Die Rasse zählt wie die Norweger, Heilige Birma oder Ragdoll zu den Halblanghaarkatzen. Die Tiere haben ein dichtes wasserabweisendes Fell mit wärmender Unterwolle. Zwischen den Zehen ragen Haarbüschel hervor. Deshalb spricht man bei den imposanten Pratzen liebevoll von „Schneeschuhen“. Die Katzenrasse hat außerdem eine gut sichtbare Halskrause, die an eine kleine Löwenmähne erinnert. Die Fellfarben können sich während der Wachstumsphase noch verändern und sind im Vergleich zu den meisten anderen Rassen sehr vielfältig: Alles ist erlaubt bis auf Point, Chocolate und Cinnamon sowie deren Verdünnung Lilac und Fawn.


Wissenswertes zum Maine Coon-Charakter

Die „Coonies“ zeichnen sich durch ein eigenständiges, unabhängiges Wesen aus. Sie gelten als:

  • Geduldig
  • Umgänglich
  • Kinderlieb
  • Treu
  • Intelligent
  • Anpassungsfähig
  • Anhänglich

Diese Löwen im Kleinformat mögen nicht gerne alleine sein – ein oder mehrere Artgenossen sind erwünscht und dazu gerne viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Obwohl sie so majestätisch aussehen, haben diese sanften Katzen doch auch Spiel- und Bewegungstrieb.

Eine Maine Coon und eine andere Katze liegen gemeinsam im Korb
Die großen Katzen gelten als sehr gesellig


Das Leben mit einer Maine Coon-Katze

Wie alle Katzen sind die Coons lernfähig und können erzogen werden, allerdings sind sie eher eigenwillig und bedenken was sie tun wollen – oder nicht. Die Maine-Coon-Katze liebt Streicheleinheiten, sitzt dabei aber lieber neben Ihnen als auf Ihrem Schoß. Sie möchte abwechslungsreich beschäftigt werden, da sie sehr intelligent ist. Sie lernt das Apportieren, weshalb man sie auch „Hundekatze“ nennt. Sie planscht gerne im Wasser und angelt dort mit den Tatzen nach Gegenständen. Mit einem kleinen Kratzbaum können Sie bei diesen Riesen wenig ausrichten. Ein Kletterbaum muss schon „XXL“ sein, um dem Gewicht und den Sprüngen der pelzigen Giganten standzuhalten.

Katzengesicht mit grünen Augen
Von ruhigem Gemüt – aber intelligent sind die Katzen dieser Rasse

Auch wenn die großen Katzen so robust wirken, sind sie nicht unbedingt für einen ungesicherten Freigang geeignet. Wegen ihrer Menschenfreundlichkeit laufen sie allen Zweibeinern hinterher und wegen ihrer Beliebtheit finden sie womöglich schnell neue Halter. Ein eingenetzer Garten oder ein Freigehege stellen auf jeden Fall eine Bereicherung des Katzenlebens dar.


Gesunde Ernährung ist wichtig für ein langes Katzenleben

Ob die einzelne Katze lieber Nass- oder Trockenfutter mag – ist natürlich den individuellen Vorlieben geschuldet. Behalten Sie immer das Gewicht des Tieres im Auge. Denn bewegt es sich nicht ausreichend und frisst es zu viel, nimmt es schnell zu. Achten Sie zudem darauf, dass sich keine Konservierungs- oder Zusatzstoffe, kein Zucker oder Sojaproteine im Katzenfutter befinden. Das gleiche gilt übrigens auch für die Leckerlis. Entscheiden Sie sich statt eines zuckerhaltigen Produkts lieber für qualitativ hochwertiges Trockenfutter. Ratsam ist ein standfester Wasserbehälter, der den „Angriffen“ der Riesenkatzen standhält. Denn unter „Trinken“ verstehen diese Naturbuschen auch Planschen mit den Pfoten – und schon haben Sie eine Überschwemmung in der Wohnung. Katzenbrunnen von einiger Größe und Stabilität werden meist gerne angenommen.

TIPP: Die Pflege der Maine-Coon-Katzen Auch wenn das Fell so imposant aussieht, lässt es sich gut pflegen. Regelmäßiges Bürsten gehört aber zum Pflichtprogramm und wenn schon die Katzenwelpen das frühzeitig lernen, gewöhnen sie sich daran und tolerieren es.


Wenn Sie vom Züchter ein Maine Coon-Kitten kaufen möchten

Weil diese majestätischen Katzen mit dem wilden Aussehen so ungeheuer nachgefragt sind, sollten Sie sich unbedingt einen seriösen Züchter der Rasse suchen, wenn ein pelziges Fellknäuel Ihr Leben bereichern soll.

  • Können Sie die Elterntiere kennenlernen?
  • Sind die Eltern auf Erbrankheiten getestet?
  • Werden die Kitten erst nach der 14.Woche abgegeben?
  • Bringt der Züchter die Tiere ins neue Zuhause und hält den Kontakt?
  • Ist er Mitglied in einem Zuchtverband?
  • Gibt es Zuchtpapiere, also einen Stammbaum?
  • Verlangt der Züchter Gesellschaft für seine Katze?

Maine-Coon-Katzen gibt es auch im Tierschutz. In der Maine-Coon-Hilfe sind auch Züchter engagiert.

Grau getigertes plüschiges Katzenkind
Schon als Kitten lassen die Maine Coons ihre spätere Haarpracht erkennen


Typische Krankheiten dieser Rasse

Leider sind die urspünglichen Maine Coon-Katzen durch ihre Beliebtheit und die intensive Zucht wesentlich anfälliger für Krankheiten geworden. Auch der in manchen Linien gezielt geförderte Riesenwuchs geht meist auf Kosten der Gesundheit.

Genetisch veranlagte Erkrankungen:

Krankheit Beschreibung Anzeichen
Hüftgelenks-/ Ellenbogendysplasie Wenn die Gelenke nicht richtig in den Pfannen sitzen, kommt es zu schmerzhafter Reibung bei Bewegung. Bewegungsunlust, Humpeln
Hypertrophe Cardiomyopathie Aufgrund verdickter Herzwände treten Thrombosen auf oder das Herz versagt. Appetitlosigkeit, Atemnot, Lähmung
Spinale Muskelatrophie Die Weiterleitung von Nervenreizen aus dem Rückenmark zu den Muskeln ist gestört. Schwankungen beim Gehen, eingeschränkte Bewegungsfreiheit
Patellaluxation Die Kniescheibe ist nicht mehr in der Fassung. Humpeln, angewinkeltes Bein

TIPP: Die Katze mit den besonderen Pfoten Mit ihren geschickten Pfoten können die Tiere Türen öffnen – sie hängen sich an den Türgriff. Auch dass sie Leckerlis mit den Pfoten aufheben und ins Maul stecken, ist nicht ungewöhnlich. Und noch eine Besonderheit hatten früher viele Katzen dieser Rasse: Polydaktylie. Das heißt, sie hatten mehr Zehen an den Pfoten und das ließ ihre ohnehin imposanten Pfoten aussehen wie Boxhandschuhe.


Mythen und Wahrheit um die Rasse der Maine Coon

Sicher ist, dass diese imposanten sanften Tiere waschechte Amerikaner sind – wie Bundestaat im Namen ja auch erwarten lässt. Und wie viele Amerikaner haben sie vermutlich europäische Vorfahren. Es wird vermutet, dass mit den zweibeinigen Einwanderern aus der alten Welt auch vierbeinige langhaarige Emigranten kamen, die sich mit einer einheimischen Rasse mischten. Das Coon geht auf „Racoon“ zurück, also Waschbär, wobei eine Kreuzung zwischen Wachbär und Katze unmöglich ist. Aber der buschige Schwanz und die Liebe zum Wasser mögen beim Namen Pate gestanden haben. Offiziell zum ersten Mal erwähnt wurde 1861 der Kater „Captain Jenks of the Horse Marines. Und rund 30 Jahre später wurde eine Main-Coon-Lady genannt „Cosie” Madison Square Garden Show als beste Katze prämiert. Es gibt noch viele andere und nicht bewiesene Geschichten über die langhaarigen Schönheiten. Darin spielen Königin Marie Antoinette oder die Wikinger eine Rolle – das ist ebenso hübsch zu lesen wie unterhaltsam – aber eben nur Stoff, aus dem die Märchen sind. Der Beliebtheit dieser wunderschönen Katzen tut das alles keinen Abbruch. Der Aufstieg der pelzigen Giganten an die Spitze der begehrtesten Katzenrassen war kometenhaft – erst 1983 erkannte Fédération Internationale Féline d’Europe (FIFé) die Maine Coon als Rasse an.


Fazit

Wildes Aussehen, sanfte Seele, das ist es, was diese Rasse so beliebt macht. Maine Coons sind familientauglich, sanft und anhänglich. Leider haben sich durch die Zucht einige Krankheiten vererbt, über die Sie sich vorab gut informieren sollten.