Gerade noch ein niedlicher Welpe, der sich an Ihnen orientiert, schnell lernt und alles so gut wie möglich machen möchte. Im nächsten Moment hat er alles Gelernte vergessen und entwickelt sich zu einem widerspenstigen Monster? Herzlichen Glückwunsch! Sie haben jetzt ein PuberTIER! Wie Sie die Pubertät beim Hund am besten durchstehen und was Sie über diese Entwicklungsphase Ihres Vierbeiners wissen sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber. 


Entwicklungsphasen des Hundes

Hunde gehen in den ersten Monaten und Jahren ihrer Entwicklung durch verschiedene Lebensphasen, die jeweils Veränderungen im Verhalten Ihres Hundes mit sich bringen können. Bis aus dem niedlichen Welpen ein erwachsener Hund geworden ist, kommen auf Sie und Ihren Vierbeiner einige Veränderung zu. Besonders die Flegelzeit während der Pubertät raubt so manchem Hundehaltern die Nerven und Sie fragen sich womöglich, warum der geliebte Hund plötzlich alles vergessen oder sich zu einer reißenden Bestie entwickelt hat. 

Phasen der körperlichen und geistigen Entwicklung beim Hund:

  • Neonatale Phase: Geburt bis ca. 10 Tage
  • Übergangsphase: 10 Tage bis 3 Wochen
  • Prägungsphase: 4 bis 7 Wochen
  • Sozialisierungsphase: 8 bis 12 Wochen
  • Rangordnungsphase: 13 bis 16 Wochen
  • Rudelordnungsphase: 5 bis 6 Monate
  • Pubertät: ca. 7 bis 24 Monate
  • erwachsener Hund: ab ca. 24 Monate


Ähnlich wie bei uns Menschen sind junge Hunde in der Pubertät in einer Art hormonellem Chaos. Erlernte Kommandos und Regeln scheinen in der Flegelzeit vergessen. Vielleicht haben Sie das Gefühl, Ihr Vierbeiner würde Sie komplett ignorieren. Egal, wie schlimm sich Ihr Hund verhält, denken Sie immer daran: Er kann nichts dafür! Was er jetzt braucht ist einen verständnisvollen Halter, der liebevoll, konsequent und mit Geduld seinen Anwandlungen standhält und sich nicht um die Pfote wickeln lässt.


Wie lange dauert die Pubertät beim Hund?

Wann Ihr Welpe in die Pubertät kommt und wann diese vorbei ist, ist sehr individuell. Dies hängt mit der Rasse, der Größe und der Veranlagung Ihrer Fellnase zusammen. Bei großen Rassen, die Spätentwickler sind, kann die Pubertät später einsetzen, als bei kleinen Rassen. Dafür dauert sie meist auch länger, je nach Größe des Hundes sogar bis zum zweiten bzw. dritten Lebensjahr. Dabei durchläuft Ihr Hund mehrere Phasen der Pubertät. 

Der Beginn der Pubertät setzt mit dem Zahnwechsel ein. Bei Hündinnen ist die erste Läufigkeit ein Zeichen, dass sie sich im Flegelalter befinden. Rüden beginnen in dieser Zeit vermehrt, das Bein zu heben und zu markieren. Allgemein beginnt die Pubertät zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat. 

Rüde markiert
Wenn Ihr Rüde zu markieren beginnt, ist das ein Anzeichen für die Pubertät.

Die Dauer der Pubertät ist eine sehr individuelle Sache. Es lässt sich also nicht genau sagen, wann Sie das Schlimmste überstanden haben. Oft gehen Hunde durch mehrere Phasen der Pubertät. Große Rassen haben bis zu drei pubertäre Anwandlungen, die bis zum dritten Lebensjahr andauern können. 

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Anzeichen, dass Ihr Hund in der Pubertät ist

Erste Anzeichen, dass Ihr Junghund in die Pubertät kommt, sind der Beginn des Zahnwechsels, die erste Läufigkeit bei Hündinnen und Beginn des Markierens und Bein heben beim Rüden. 

An diesem Verhalten erkennen Sie, dass Ihr Hund pubertiert:

  • Gerüche, Markierstellen anderer Hunde und Umwelteinflüsse werden interessanter.
  • Ihr Hund wird unabhängiger und entfernt sich weiter von Ihnen, läuft vielleicht häufiger weg.
  • Rassetypische Verhaltensweisen bilden sich verstärkt aus.
  • Das Spielverhalten ändert sich und wird ruppiger.
  • Ausbildung des Jagdverhaltens.
  • Ihr Hund scheint bekannte Kommandos komplett vergessen zu haben.
  • Bekannte Reize und Situationen lösen Angst oder aggressives Verhalten aus.
  • Ihr Vierbeiner zeigt ungewöhnliche Verhaltensweisen, z. B. Appetitlosigkeit bis hin zu Futterverweigerung, er schläft nicht oder sehr viel, ist lustlos, aufgedreht, zieht an der Leine oder beginnt zu pöbeln.
  • Der Hund äußert sich vermehrt verbal, z. B. durch Winseln, Jaulen, Bellen oder Knurren.

Die Hormone sorgen dafür, dass Ihr Hund auf der einen Seite unabhängiger wird und sich weniger an Ihnen orientiert. Auf der anderen Seite kann er in bestimmten Situationen auch sehr unsicher, nervös, schreckhaft oder sogar aggressiv reagieren – dabei handelt es sich um die sogenannte Angstphase. Hier ist es wichtig, dass Sie ein "Fels in der Brandung" für Ihr verunsichertes Hormonmonster sind. 

Häufig ist es sogar so, dass Ihr Hund in der Pubertät plötzlich nicht mehr stubenrein ist. Besonders Rüden markieren wieder in der Wohnung und sind unsauber. Hier hilft nur eins: Nicht schimpfen und einfach noch einmal das Training zur Stubenreinheit auffrischen. Dann ist diese Phase schnell wieder vorbei. 


Hormone & Kastration vor der Pubertät

Wenn die Hormone während der Pubertät verrückt spielen, denken viele Halter über eine Kastration nach. Doch hier sollten Sie darauf achten, dass dies nicht zu früh passiert. Die Hormone sind nicht nur für die Ausbildung des Sexualverhaltens und der Geschlechtsorgane wichtig, sondern beeinflussen auch das Wachstum von Muskeln, Sehnen, Bändern und Knochen. Dies kann orthopädische Probleme mit sich bringen, die erst später gesundheitliche Einschränkungen mit sich bringen. Auch Übergewicht, wie es bei kastrierten Hunden häufiger auftritt, kann sich zu einem Problem entwickeln. 

Ein weiteres Argument für die Kastration von Hündinnen ist, dass das Risiko von Tumoren und Gebärmutterentzündungen minimiert wird. Hier sollten Sie beachten, dass eine zu frühe Kastration andere Arten von Tumoren (z. B. Mastzelltumor, Lymphosarkom oder Harnwegstumore) verstärken kann. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass zu früh kastrierte Hündinnen inkontinent werden. 

Hund und Frauchen geben Pfötchen
In der Pubertät sollten Sie mit Ihrem Hund bereits gelernte Kommandos weiter festigen.

Wenn Sie sich entschließen, Ihren Hund kastrieren zu lassen, weil Sie sich eine Verhaltensänderung wünschen, werden Sie wahrscheinlich enttäuscht werden. Problematisches Verhalten hat bei Hunden oft nicht in den Hormonen seinen Ursprung, sondern in der Erziehung. Nur weil ein Hund kastriert ist, wird er nicht zwangsläufig leichter zu händeln sein. Zwar nehmen bei kastrierten Rüden das Sexual- und Territorialverhalten ab, viele Verhaltensmuster sind jedoch charakterlich bedingt oder haben mit der Erziehung zu tun.

Allgemein betrachtet sollten Sie Ihren Hund erst dann kastrieren lassen, wenn er körperlich und geistig erwachsen ist. Sonst besteht die Gefahr, dass er ein verstärktes Aggressions- oder Angstverhalten entwickelt. Bevor Sie einen endgültigen Eingriff beschließen, kann es hilfreich sein, zunächst mit einem Hormonchip auszuprobieren, ob eine Verhaltensänderung eintritt. 


Erziehung eines pubertierenden Hundes

Machen Sie sich zuerst bewusst, dass Ihr Hund Sie nicht ärgern möchte, wenn er sich Ihnen widersetzt oder Sie ignoriert. Auch wenn es so scheint, als sei all das Erlernte der vergangenen Wochen vergessen, sollten Sie in dieser Zeit besonders konsequent sein und sich nicht aus der Reserve locken lassen. Bleiben Sie ruhig und gelassen, wenn Ihr Vierbeiner durchdreht. 

In dieser Zeit ist es wichtig, dass Sie etablierte Regeln und Kommandos weiterhin üben und konsequent durchsetzen. Beschäftigen Sie Ihr PuberTIER sinnvoll, z. B. mit Suchspielen, bei denen er sich sein Futter erarbeiten kann. Übungen zum Gehorsam und ein strukturierter Alltag sind sinnvoll, denn diese bringen Ihrem Hund Sicherheit und Spaß.

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Wenn es beim Training nicht so gut klappt, reagieren Sie nicht frustriert oder ungeduldig. Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie bereits gelernte Kommandos weiter vertiefen, wenn Ihr Vierbeiner hin und wieder seine Grenzen austesten möchte. Bleiben Sie hartnäckig und wiederholen Sie die Übungen, bis Ihr Hund diese korrekt ausführt. Belohnen Sie ihn ausgiebig und achten Sie auf Ihr Timing. Bei pubertierenden Hunden sollten Sie mit den Belohnungen so genau wie möglich sein. Das beduetet auch, dass er nur dann Leckerchen bekommen sollte, wenn er auch etwas geleistet hat!

Im Vordergrund sollte das gemeinsame Feiern von Erfolgen stehen. Das schweißt Sie und Ihren Hund als Team zusammen und Sie werden nach der Pubertät die Früchte Ihrer Arbeit ernten. 

Hund läuft über liegenden Baum
Während der Pubertät hat Ihr Hund die Ohren auf Durchzug? Verzweifeln Sie nicht und bleiben Sie beim Training dran. Auch die schlimmste Zeit geht mal vorbei.


Fazit: Mit Konsequenz schaffen Sie es gemeinsam durch die Pubertät!

Die Pubertät stellt Hund und Halter auf eine Geduldsprobe und ist für beide keine leichte Zeit. Begegnen Sie Ihrem Vierbeiner mit Geduld und Verständnis, festigen Sie durch Training erlernte Kommandos und lassen Sie sich nicht aus der Reserve locken. Sie haben in der Flegelphase die einmalige Chance, die Bindung zwischen Ihnen und Ihrer Fellnase zu stärken und hinterher als ein tolles Mensch-Hund-Team aus der schwierigen Zeit heraus zu kommen. Bedenken Sie immer: Auch die schlimmste Phase geht einmal vorbei. 


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