Touren und Wanderungen in den Bergen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Am schönsten ist diese Erfahrung für Sie als Hundebesitzer sicherlich, wenn Ihr Vierbeiner Sie begleiten kann. Dabei sollten Sie jedoch nicht einfach darauf los laufen, sondern sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, ob Ihr Hund eine solche Tour auch bewältigen kann. Denn auch wenn es für Sie Urlaub und Erholung bedeutet, steht beim Wandern mit Hund Ihr vierbeiniger Begleiter klar im Vordergrund.

Gerade wenn es sich um eine Tour handelt, die Sie über mehrere Tage bewältigen möchten. Hunde sind es häufig nicht gewohnt, Anstrengungen, wie mehrstündiges Wandern an hintereinanderliegenden Tagen zu bewältigen. Umso wichtiger ist es, dass Sie auf Ihren Hund und dessen Gesundheit achten.

Nicht nur Sie benötigen diverses Zubehör für eine sichere Wanderung, auch Ihr Vierbeiner kann nicht ohne professionelle Ausrüstung in die Berge. Dies bedeutet zweifelsohne Mehrgewicht, welches häufig Sie als Halter tragen müssen.


Welche Ausrüstung benötige ich bei Hundewanderungen unbedingt?

Eine Hundewanderung müssen Sie nicht nur für sich, sondern auch für Ihren Vierbeiner gut vorbereiten. Die richtige Ausrüstung ist hierbei essentiell wichtig. Diese Dinge sollten im Gepäck Ihres Hundes auf keinen Fall fehlen:

  1. Futter (inkl. Notfallreserve)
  2. Ausreichend Wasser inkl. Wassernapf
  3. Bequeme Decke als Rückzugsort für Pausen oder in Hütten
  4. Kleines Spielzeug für mentale Abwechslung in den Pausen
  5. Gut sitzendes Halsband oder Geschirr
  6. Impfpass und bei Hundewanderungen im Europäischen Ausland den EU-Heimtierausweis

Als Besitzer sollten Sie sich vor dem Wanderurlaub mit Ihrem Hund die Kontaktdaten des ortsansässigen Tierarztes notieren, damit Sie diese im Notfall griffbereit haben.

Im Rucksack sollten Sie immer ein Notfallcase mit Verbandsmaterial, Augensalbe, Schere oder Messer, Schmerzmittel für Hunde, Zeckenzange, Silberspray bzw. Desinfektionsspray sowie einer Pfotensalbe dabei haben.

Je nachdem wo und zu welcher Jahreszeit Sie mit Ihrem Hund wandern, sollten Sie auch daran denken, dass er bei extremen Temperaturen und Kälte auf spezielle Hilfsmittel angewiesen ist. Bei Wanderungen im Schnee empfehlen sich passende Hundeschuhe, eine wärmende Jacke sowie eine spezielle Hundebrille, die die Augen vor Helligkeit und eisigem Wind schützt. Für kurze Wanderungen können Sie Ihren Hund an einen eigenen kleinen Rucksack gewöhnen, so kann er das wichtigste an Ausrüstung selbst tragen.

wandern mit hund im schnee
Passen Sie die Ausrüstung Ihres Hundes an die Gegebenheiten der Wanderung an.


Kann ich meinen Familienhund zum Hundewandern in die Berge mitnehmen?

Ja, denn prinzipiell ist es zunächst einmal möglich, jeden Hund mit auf eine Hundewanderung zu nehmen. Zumal Sie in Ihrem Wanderurlaub sicher nicht auf Ihren Hund verzichten und ihn beim Reisen gerne dabei haben möchten. Allerdings sollten Sie einige Dinge beachten. Denn bezüglich des Gesundheitszustandes ist es wichtig, dass Ihr Hund körperlich wie auch geistig gesund und geimpft ist.

Ihr Vierbeiner sollte des Weiteren an Bewegung gewöhnt sein, die über die gewöhnliche Gassirunde am Tag hinaus geht. So sollte er mindestens 3 - 4 Stunden locker auf hundetauglichen Forst-, Beton-, Stein- und Waldwegen laufen können und auch Spaß daran haben. Neben der Ausdauer sollte sich Ihre Fellnase sicher in unwegsamem Gelände bewegen können und schwindelfrei sein.

wandern mit hund in den bergen
Wenn Sie mit Ihrem Hund wandern, sollten Sie das Gelände gut einschätzen können.

Auch in Sachen Erziehung gibt es einige wichtige Voraussetzungen. Ihr Hund sollte auf gar keinen Fall an der Leine ziehen, da dies eine erhöhte Unfallgefahr für Sie und Ihr Tier bedeutet. Ganz wichtig ist außerdem, dass sich Ihr Vierbeiner in allen Situationen abrufen lässt. Zudem sollte er gut mit anderen Hunden und Menschen auskommen und keine Berührungsängste haben. Er sollte möglichst keinen Jagdtrieb besitzen, da in den Bergen geschützte Arten an Wildtieren vorkommen können, in deren Lebensraum Sie sich bei Ihrer Tour bewegen. Bei Kühen ist besondere Vorsicht geboten.

Leinen Sie Ihren Hund ab, sodass Sie bei einem Angriff der Kühe nicht zwischen die Fronten geraten. Gehen Sie ruhig und gelassen an den Kühen vorbei und achten sie darauf, dass Ihr Hund Abstand zu Ihnen hält, und auf keinen Fall die Kühe jagt oder angreift. Ein entspanntes Miteinander sollte immer an oberster Stelle stehen. Gewalt und Dominanzübungen sind tabu. Für die Berge ist ein lockeres, zwangloses Zusammenleben von Mensch und Hund unerlässlich. Um dies zu trainieren, eignen sich zum Beispiel Apportierspiele. Diese sollten Sie wie eine Art Ritual frühzeitig in Ihren Tagesablauf einbauen.

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* Pflichtfeld

Achten sie als Hundehalter darauf, die Tour entsprechend der Fitness und Erziehung Ihres Hundes zu planen. Auch beim Thema Steigung bzw. Gefälle, können Sie am besten einschätzen, was Ihr Hund zu leisten im Stande ist. Entsprechende Hundewanderführer können Ihnen dabei helfen, eine geeignete Route zu finden, damit Sie am Ende nicht von ungeahnten Engpässen und Hindernissen überrascht werden.


Darf ein Hund auf einer Berghütte übernachten?

Das ist grundsätzlich ein wichtiges Thema. In vielen Hütten gab es in der Vergangenheit große Probleme mit Hunden. Beißattacken auf Mensch und Tier oder das Schlafen in Betten, die nicht für Hunde vorgesehen sind, sind nur zwei dieser Probleme. Deshalb haben Hüttenwirte bzw. der Deutsche Alpenverein beschlossen, keine Hunde mehr auf Hütten übernachten zu lassen. Ein Pauschalverbot gibt es jedoch nicht. In manchen Berghütten ist es überhaupt nicht möglich, andere, meist private Hütten, machen Ausnahmen und in anderen wiederum ist es uneingeschränkt erlaubt. Das hängt auch immer etwas vom jeweiligen Betreiber ab.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, vorher bei den jeweiligen Hüttenbesitzern nachzufragen. Wenn es nur Onlineanmeldebögen gibt, bitte auf jeden Fall den Hund mit anmelden und die Bestätigung in schriftlicher Form abwarten. Wenn Sie dies nicht beachten, kann es durchaus sein, dass Sie vor der Hütte im Freien übernachten müssen - dies gilt auch für Mitglieder des Deutschen Alpenvereins (DAV).

  1. FESTIVAL

    Ab 4,60 €

    (5,11 € / 1 kg)
  2. ACTIVE NATURE

    Ab 4,60 €

    (5,11 € / 1 kg)
  3. HIGH ENERGY

    Ab 44,15 €

    (2,94 € / 1 kg)
  4. NATURE ENERGETIC

    Ab 5,68 €

    (6,31 € / 1 kg)


Sinnvoll ist es, im Vorfeld möglichst separate Zimmer anstelle von Lagerplätzen in Gemeinschaftsunterkünften zu reservieren. Dies ist zwar häufig etwas teurer, aber so fühlen sich weder Ihr Hund noch andere Gäste voneinander gestört. Zumal die Übernachtung in Lagerplätzen zunächst mit allen anderen Gästen abgeklärt werden muss. Wenn auch nur ein Gast nicht einverstanden ist, dass Ihr Hund mit im Zimmer schläft, haben Sie schlechte Karten. Als absolute Bedingung für die Übernachtung auf einer Hütte sollte Ihr Hund natürlich mit fremden Menschen auskommen, nicht betteln oder beißen.

Abseits der Hütten-Thematik sollte Ihr Hund auch an Restaurants gewöhnt sein. Bitte bedenken Sie, dass es gerade in alpinen Gebieten in den meisten Hütten etwas lauter zugeht und teilweise auch Livemusik gespielt wird. Ihr Hund sollte brav und ruhig unter dem Tisch oder der Bank liegen können und keine anderen Gäste bedrängen.


Welche Hunderassen sind von Natur aus eher für eine Hundewanderung geeignet?

 

Am besten eignen sich kleine und mittelgroße sowie sportliche Hunderassen zum Wandern. Sportlich agile Rassen, wie Jack Russell Terrier, Border Collies oder Australian Shepherds sind praktisch prädestiniert für lange, anstrengende Hundewanderungen.

wandern mit hund rassen
Nicht jede Hunderasse ist für eine Bergwanderung geeignet

Sie sollten keine schweren, behäbigen Hunderassen wie Doggen, Berner Sennenhunde oder Hovawarts mit in die Berge nehmen. Diese Rassen tun sich mit extremer Anstrengung sehr schwer. Pauschal sagen lässt sich das jedoch nicht - es gibt immer Ausnahmen. Auch alte oder verletzte Hunde sowie Welpen sollten Sie nicht auf anspruchsvolle Hundewandertouren mitnehmen. Gerade bei Hundewelpen gilt die 5-Minuten-Regel: 5 Minuten Spaziergang pro Lebensmonat am Stück.


Auf welche Wanderwege, Untergründe, Steigungen oder Gefälle sollten Sie als Hundebesitzer achten?

Hunde können sich prinzipiell auf allen hundetauglichen Untergründen und Wegen bewegen. Für die Aufbauarbeit und Eingewöhnungszeit sowie zur Vorbereitung eignen sich eher breite und pfotenfreundliche Forstwege. Diese können Sie langsam steigern und zu Singletrails ausbauen, das heißt Wanderwege, die so schmal sind, dass Sie dort nur hintereinander und nicht nebeneinander laufen können.

Auf den ersten Tagestouren sollten Sie den Berg hochlaufen und anschließend mit der Bahn herunterfahren. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass es bergab leichter geht. Das Bergabgehen ist durch das ständige Abbremsen ziemlich belastend für Ihre Gelenke und die Ihres Hundes.

untergrund beim wandern mit hund
Der Untergrund spielt beim Hundewandern eine große Rolle. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Vierbeiner wohl fühlt.

Beim Thema Untergrund sollten Sie ein Augenmerk darauf legen, dass Sie Ihren Vierbeiner im Sommer vor heißem Asphalt schützen und im Winter bei Schnee ebenfalls entsprechend vorsorgen. Sowohl extreme Hitze, als auch Kälte, können Verletzungen an den Pfoten Ihrer Fellnase auslösen. Spezielle pfotenfreundliche Hundeschuhe und die richtige Pflege mit einer Pfotensalbe können hier helfen.


Wie bereite ich meinen Hund auf eine Bergtour vor?

Schlussendlich sollte Ihr Hund im Alltag locker 15 - 20 km auf normalen, hundetauglichen Forstwegen laufen können. Dies entspricht in etwa einer Halbtagestour. Wenn Sie extreme Hundewandertouren oder gar Bergsteigen mit Kletterpassagen planen, ist eine wesentlich anspruchsvollere Vorbereitung notwendig. Hierfür sollten Sie sich vorab gewisse Strecken suchen, bei denen Sie nach Möglichkeit 300 - 500 Höhenmeter zu bewältigen haben und diese in Ihr regelmäßiges Vorbereitungstraining einbauen.

Wichtig Bitte bauen Sie das Training mit Ihrem Hund langsam auf. Nicht nur Sie, sondern auch Ihr Hund sollte jederzeit Spaß und Freude daran haben. Ein genervter oder überforderter Hund wird Ihnen im Wanderurlaub keine Freude bereiten. Starten Sie im Alltag damit, die tägliche Gassirunde Schritt für Schritt auszudehnen und ändern Sie diese ab.

Es ist einfach schöner, immer wieder an unbekannten Orten Gassi zu gehen. Diese Veränderung stimuliert Ihren Hund gleichzeitig, indem er sich auf neue Wege und Untergründe einstellen muss. Es schult seine Aufmerksamkeit und die Abwechslung wirkt Langeweile entgegen. Hunde lernen so, sich besser auf Neues einzustellen und mit ungewohnten Situationen umzugehen.

Wenn es darum geht, anspruchsvollere Touren im Gebirge zu absolvieren, sind Balanceübungen sehr wichtig. Sie müssen dafür nicht an einem bestimmten Hundetraining teilnehmen. Die Übungen können Sie in Ihren alltäglichen Spaziergang und Tagesablauf einbauen. Unter freiem Himmel können Sie auf Baumstämmen, Brettern, kleinen Brücken und Hindernissen üben. Im Haushalt kann Ihr Hund über Kissen oder zusammengerollte Decken laufen. Auch Trampoline, Wackelbretter, Luftmatratzen oder Kissen können dienlich sein. Darüber hinaus ist es wichtig, die Schwindelfreiheit Ihres Hundes zu trainieren. 

Tipp Legen Sie ein breites Brett über zwei Stühle. Wenn Ihr Hund nach mehrmaligem Darübergehen sicher ist, nehmen Sie ein schmaleres Brett.

Spring- und Kriechübungen sind ebenfalls notwendig. Lassen Sie Ihren Hund beim Spazierengehen über Baumstämme und kleine Bäche springen. Desweiteren sollte er unter Sträuchern, Ästen und Stöcken durchkriechen können. Zuhause können Sie die Kriechübungen mit Stühlen oder kleinen Tischen durchführen.


Neben den unzähligen schönen Seiten gibt es beim Wandern mit Hund auch Gefahren, die Sie berücksichtigen sollten.

Wie sehen die Gefahren aus?

Auf Ihren Wander- und Bergtouren können Gefahren lauern, die Sie nicht unterschätzen und auf die Sie sich im Vorfeld einstellen sollten:

Überforderung

In den Bergen besteht immer die Gefahr, dass Sie sich oder Ihren Hund überfordern. Sie haben keine Kraft mehr, kommen nicht mehr weiter oder Ihnen ist das Wasser ausgegangen. Auch beim Hundewandern sollten Sie sich immer am Schwächsten orientieren. Es ist egal, ob es sich dabei um einen Menschen oder Hund handelt.

Verletzung

Die Gefahr, dass Sie oder Ihr Hund sich verletzen, ist in den Bergen groß. Sie sollten zu jeder Zeit das richtige Verbandsmaterial dabei haben und auf pfotenfreundlichem Untergrund unterwegs sein.

Abstürze

Immer wieder wagen sich Wanderer ohne Erfahrung an gefährliche Passagen und stürzen ab. Gerade mit Hund sollten Sie sich zu jeder Zeit sicher fühlen und kein Risiko eingehen.

Orientierungslosigkeit

Gehen Sie auf keinen Fall kopflos ins Gebirge. Einfach draufloswandern kann im schlimmsten Fall damit enden, dass Sie sich verlaufen. Bitte führen Sie immer eine Wanderkarte oder ein Navigationsgerät mit sich und machen Sie sich im Vorfeld Gedanken, welche Wanderwege Sie laufen möchten und können.


Fazit Wenn Sie sich einiger Gefahren bewusst sind und sich mit Hilfe unserer Tipps gut auf Ihre Hundewandertour vorbereiten, werden Sie mit Sicherheit eine tolle und außergewöhnliche Zeit mit Ihrem Hund erleben. Große Herausforderungen werden Seite an Seite gemeistert, gemeinsame Erfolge schweißen wahnsinnig zusammen und das gegenseitige Vertrauen wird gestärkt. Ihr Hund und Sie selbst freuen sich gleichermaßen, dass Sie gemeinsam Ihre erste Wanderung bewältigt haben.