Die ersten grauen Stichelhaare zeigen sich um die Augen, manchmal sind seine Bewegungen etwas steif, der Körperbau verändert sich langsam. Alles deutet darauf, dass unser treuer Begleiter in die Jahre gekommen ist. Mit steigendem Alter ändern sich die Bedürfnisse unseres Pferdes. Doch welche sind das? Und ist der Alterungsprozess unumgänglich? Ab wann gilt ein Pferd als „alt“ und braucht es dann besondere Pflege? Gibt es gar Tipps und Tricks, damit das Pferd möglichst lange gesund und munter bleibt? Hier ist unser Ratgeber zur richtigen Pflege von alten Pferden.


Ab wann ist ein Pferd alt und wie alt werden Pferde?

In der Regel geht man ab 20 Jahren von einem alten Pferd aus. Das Pferdealter in Menschenjahren läge hier, groben Schätzungen zufolge, bei etwa 60 Jahren. Doch während einige Pferde mit 20 Jahren noch jung und knackig wirken können, sind wiederum andere bereits deutlich ins Rentenalter eingetreten. Das ist einerseits rasseabhängig, steht aber auch im Zusammenhang mit den Lebensumständen, der Haltung und der Fütterung des Seniors. In Sachen Lebenserwartung des Pferdes gibt es demnach auch Unterschiede: Bei einem Warmblüter liegt sie, je nach Pflege, bei 25 - 30 Jahren, Ponys können, unter guten Haltungsbedingungen, weit über 30 Jahre alt werden.

alte pferde füttern
Pferde haben im höheren Alter andere Bedürfnisse an die Fütterung


Altes Pferd was nun?

In der Pferdefütterung gilt: Mit dem Alter steigen die Ansprüche. Die Nährstoffaufnahme und Speicherung verlangsamt sich, die Muskulatur baut sich ab, Gelenke, Sehnen und Bänder lassen in ihrer Elastizität nach. Zugleich braucht der Pferdekörper jetzt vermehrt essenzielle Nährstoffe, hochwertige Eiweiße, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente um eventuellen „Zipperlein“ entgegenwirken zu können. Zusammen mit einer artgerechten Haltung und der richtigen Pflege, kann der Alterungsprozess mit einer gut abgestimmten Fütterung verlangsamt werden. Und nicht nur das: Durch die richtige Ernährung können einige Mängel und gesundheitliche Probleme sogar wieder behoben werden. Ein gutes Pferdefutter kann also ein wahrer Jungbrunnen sein!

Zeichen der Zeit: Wie verändert sich mein Pferd im Alter?

  • Abnahme der Leistungsfähigkeit
  • Abnahme Speicherfähigkeit von Nährstoffen
  • Abbau der Muskulatur und Körpermasse
  • Anfälligkeit für Zahnprobleme entstehen
  • Darmmotorik verlangsamt sich

Unser Tipp: Je früher, desto besser! Spätestens sobald sich erste Zeichen der Zeit zeigen, kann diesen mit einer Anpassung der Fütterung entgegengewirkt werden. „Aus alt mach neu“ ist damit zwar nicht möglich, dennoch können der Alterungsprozess verlangsamt und typische Probleme stark abgemildert werden. Für ein Plus an Vitalität und Freude!


Alte Pferde richtig füttern – Was ist wichtig?

Im fortschreitenden Alter lässt es auch der Pferdeorganismus langsamer angehen. Er läuft nicht mehr auf Hochtouren, seine Leistung nimmt ab, die Anzahl und Größe der Zellen im Körper verringert sich. Ebenso die Fähigkeit, Wasser in den Zellen zu speichern. Dadurch ist die Speicherfähigkeit von Nährstoffen gehemmt - das Pferd hat daher höhere Ansprüche an die Futterzusammensetzung.

Der Eiweißbedarf des alten Pferdes liegt ggf. um 10-20 % höher als bei seinen jüngeren Artgenossen. Dieser erhöhte Bedarf sollte durch leicht verdauliche Eiweiße gedeckt werden, um den Verdauungsapparat zu entlasten. Pferdefutter mit Soja- oder Leinsamenschrot leisten diesbezüglich gute Dienste: Sie werden überwiegend im Dünndarm verdaut und sind damit besonders bekömmlich.

Auch der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen steigt mit dem Alter. Bei Vitamin A, C, E, Selen und Zink erhöht er sich sogar auf das Doppelte. Ein hochwertiges Kraftfutter mit einer ausgewogenen Zusammensetzung dieser Bestandteile hat einen regelrechten Anti-Aging-Effekt aufs Pferd.

Ein wahrer Jungbrunnen sind zudem Kupfer, Zink, Biotin und Vitamin E. Während Kupfer als wichtiges Enzym unter anderem für die Blutbildung verwendet wird, stärkt Zink das Immunsystem und schützt die Zellen des Pferdes. Vitamine wie Biotin und Vitamin E sorgen für ein glänzendes, gesundes Fell und starke Hufe.

Wichtige Nährstoffe für das alte Pferd im Überblick:

  • Leicht verdauliches Eiweiß
  • Zink zur Stärkung des Immunsystems und für den Zellschutz
  • Biotin und Vitamin E für Huf & Haar
  • Kupfer fördert die Blutbildung
  • Vitamin A unterstützt den Stoffwechsel
  • Vitamin C als Immun-Booster und zur Kollagenbildung
  • Selen als wertvolles Antioxidans

Wichtig ist, wie in jedem Lebensabschnitt des Pferdes, eine ausreichende Raufutterversorgung. Als Faustformel gilt: mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht. Stroh ist hierbei keine gute Alternative, im Gegenteil – es besitzt eine geringere Verdaulichkeit als Heu und beansprucht den Verdauungstrakt daher mehr. Wenn also immer genügend Heu zur Verfügung steht, kommt der Dauerfresser nicht in die Versuchung, zu häufig auf das schwer verdauliche Stroh zurückzugreifen. Wenn die Zahnqualität nachlässt und Heu nicht mehr ausreichend gekaut werden kann, ist das Zufüttern von Heucobs sinnvoll. Im Aufgeweichten Zustand versorgen Sie den Magen-Darmtrakt mit der wichtigen Rohfaser, auch wenn der Senior nicht mehr richtig kauen kann.

Der „Motor“, welcher den Darm am Laufen hält ist beim alten Pferd gedrosselt. Die aufgenommenen Nährstoffe können nicht so gut verwertet werden, wie von einem jüngeren Pferd. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, die Darmmotorik des Pferdes über die Art der Fütterung zu unterstützen: Leicht verdauliche Kost macht es dem Pferdedarm leichter und kann dazu beitragen, das Verdauungssystem wieder auf Trab zu bringen und den vierbeinigen Senior gesund zu erhalten.

Zur Entlastung des Verdauungskanals empfiehlt sich dabei außerdem, die einzelnen Portionsgrößen zu reduzieren und dafür öfter zu füttern. Ganz nach dem Motto: Lieber wenig und oft als viel und selten. Ideal sind drei bis vier Futtergaben über den Tag verteilt.

Grund zur Freude: Leicht verdauliches Futter macht es dem alten Pferd leichter


Mein altes Pferd frisst nicht mehr richtig – Was tun?

Wenn der Zahn der Zeit am Pferd nagt, zeigt sich das oft auch am Pferdegebiss. Fehlstellungen, Haken an den Zähnen oder bereits ausgefallene oder gezogene Zähne können zu Kauproblemen führen. Das Pferd frisst dann nicht mehr richtig. Heuwickel zum Beispiel, die das Pferd beim Kauen aus dem Maul fallen lässt, sind ein Anzeichen, dass der Vierbeiner es mit den Backenzähnen nicht mehr richtig mahlen kann. Einige dieser Probleme lassen sich mit regelmäßigen Kontrollen durch den Pferdezahnarzt beheben. Bei einer eingeschränkten Funktion des Kauapparates gibt es auch Wege, das Pferd bei der Futteraufnahme zu unterstützen. Wenn frisches Heu nicht mehr ordentlich gekaut werden kann, sind Heucobs  beispielsweise eine gute Alternative, um den Raufaserbedarf zusätzlich abzudecken. Eine ausreichende Energiezufuhr können Sie gewährleisten, in dem Sie das Kraftfutter in Breiform anbieten. Unser Josera Seniormüsli eignet sich dazu auch in eingeweichtem Zustand verfüttert zu werden. 2-3 mal in der Woche empfiehlt sich das Josera Mash Rapid als verdauungsfördernde und schmackhafte Alternative um die Verdauung zu unterstützen und den Appetit anzuregen.

Tipp: Ist das Futter zu flüssig, passiert es den Darm zu schnell und kann zu Verdauungsproblemen führen. Daher lautet bei der Kraftfuttergabe beim Pferd mit Zahnproblemen die Devise: Lieber Brei statt Suppe!


Hilfe, mein Pferd ist zu dünn!

Bei vielen älteren Pferden besteht die Gefahr, dass sie zu dünn werden. Das kann viele verschiedene Ursachen haben. Die Häufigste ist, dass die Energieaufnahme nicht mit dem Bedarf des Tieres übereinstimmt.

Dies kann folgende Gründe haben:

  • Das aufgenommene Futter kann vom Pferd nicht verdaut werden
  • Das Pferd hat Zahnprobleme und kann das angebotene Futter nicht kauen
  • Das verwendete Futter entspricht nicht den Bedürfnissen des alten Pferdes
  • Es wird zu wenig Futter aufgenommen
  • Es fehlen Vitamine, Mineralstoffe und essenzielle Aminosäuren
  • Die Aktivität des Pferdes ist verringert, die Muskeln bauen sich ab

Zuerst sollten Sie den Speiseplan des Pferdes einem Qualitäts-Check unterziehen. Auch die Wasserversorgung sollte unter die Lupe genommen werden. Stimmt beides, ist im nächsten Schritt eine Kontrolle durch den Tierarzt empfohlen. Er kann Auskunft darüber geben, ob das Pferd gesund ist und die Zähne ihre wichtige Arbeit noch gut genug verrichten können. Bei der richtigen Zusammensetzung des Pferdefutters kann es hilfreich sein, sich von entsprechenden Experten fachkundig beraten zu lassen. Eventuell ist eine Futterumstellung notwendig, wenn das Pferd im Alter zu viel Gewicht verliert.

Lassen Sie sich kostenfrei von unseren Futterexperten beraten!

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Das richtige Futter für das alte Pferd

Betrachtet man die sich ändernden Anforderungen des Verdauungstraktes des Pferdes im Laufe der Jahre, ist es also durchaus sinnvoll über eine Anpassung der Fütterung nachzudenken. Auf dem Markt gibt es Futtersorten, die auf die Besonderheiten des alten Pferdes abgestimmt sind, wie zum Beispiel das JOSERA Senior.

Auf folgende Merkmale sollten Sie genauer achten, wenn Sie sich eine altersgerechte Fütterung für Ihr Pferd wünschen:

Kriterien für ein gutes Pferde-Seniorenfutter:

  • Hohe Nähr- und Wirkstoffdichte
  • Beinhaltet Soja- oder Leinsamenschrot
  • Ausgewogene Zusammensetzung von Vitaminen und Mineralstoffen
  • Darmflorastabilisierend und leicht verdaulich

Den Speiseplan sinnvoll ergänzen, insbesondere bei Zahnproblemen, können Sie mit qualitativ hochwertigem Mash und einem Mineralfutter mit essenziellen Aminosäuren, Zink, Selen und Vitaminen. So können Sie auch dem drohenden Verlust an Körpergewicht entgegenwirken.

  1. JOKER-MINERAL

    Ab 14,62 €

    (3,66 € / 1 kg)
  2. SENIOR

    Ab 22,47 €

    (1,12 € / 1 kg)
  3. MASH RAPID

    Ab 19,14 €

    (1,28 € / 1 kg)


Rüstiger Rentner: Was braucht ein altes Pferd?

Auch wenn die Leistungsfähigkeit nachlässt, ist Bewegung für Pferdesenioren wichtig. Das Pferd ist und bleibt ein Lauftier. Daher kann leichte Bewegung die Lebensqualität und die Gesundheit im Alter steigern: Die Gelenke werden besser geschmiert, Sehnen und Bänder bleiben elastisch. Durch leichte Arbeit kann außerdem der Muskelabbau aufgehalten werden. Weidegang ist besonders für Pferde älteren Semesters ideal: Hier sind sie permanent in Bewegung und nehmen ständig kleine Futtermengen auf. Die Weide ist damit nicht nur für die Pferdeseele ein Paradies – auch die Darmmotorik profitiert von der Dauerbewegung und den kleinen, über den Tag verteilten Futtermengen.


Fazit

Zusammengefasst sieht die optimale Fütterung von alten Pferden wie folgt aus:

  • Mindestens 1,5 kg Heu pro 100 kg Körpermasse als Grundfutter
  • Kraftfutter, angepasst an den erhöhten Eiweißbedarf, essenzielle Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe füttern
  • Bei Zahnproblemen das Pferdefutter in breiiger Konsistenz und Heucobs füttern
  • 3 - 4 Mal am Tag kleine Portionen füttern
  • Bei gesundheitlichen Problemen den Tierarzt zurate ziehen