Gesunder Huf – gesundes Pferd, so lautet ein bekannter Spruch. Daher sind Probleme mit den Hufen ein Grund für jeden Reiter und Pferdebesitzer, schnell zu handeln. Zu den häufigen Hufproblemen gehört die sogenannte Strahlfäule beim Pferd, die durch Bakterien ausgelöst wird und zu Lahmheit und Entzündung der Huflederhaut führen kann.

Damit Sie diese rechtzeitig erkennen und behandeln können, informieren wir Sie im folgenden Ratgeber über alles Wissenswerte zu dieser bakteriellen Erkrankung. Wir klären auf, wie sie entsteht und was Sie als vorbeugende Maßnahmen tun können.

*** Behandeln und Vorbeugen ***

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Der Strahl und der Hufmechanismus

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, welche Funktion innerhalb des Hufmechanismus (also der Hufbewegungen bei Be- und Entlastung) der Strahl übernimmt und wieso seine Pflege und die des Hufes so wichtig sind. Der Strahl unterstützt nicht nur den Blutfluss und den Blutumlauf – er ist vor allem für die Bewegung des Pferdes von zentraler Bedeutung.

Es ist somit leicht nachvollziehbar, dass eine Erkrankung wie die Strahlfäule beim Pferd große Probleme mit dem Laufen verursachen kann.

Hufe eines Pferdes in Nahaufnahme
Der Strahl an der Unterseite des Pferdehufs übernimmt beim Laufen eine wichtige Aufgabe – er wirkt wie ein Stoßdämpfer.

An der Unterseite des Pferdehufs ist der Strahl sehr gut zu erkennen. Er ähnelt dem Buchstaben „W“ und ist in zwei seitliche sowie eine mittlere Furche unterteilt. Wie eine Art Keil geht er von hinten in die Hufsohle über. Läuft Ihr Pferd über festen Untergrund, wirkt der Strahl wie eine Art elastischer Stoßdämpfer, der sich beim Berühren des Bodens dehnt. Ein gesunder Strahl besteht aus einem Hufhorn, welches spezielle Charakteristika aufweist:

  • zäh
  • lederartig
  • flexibel

Leidet das Pferd unter Strahlfäule, ist die Bewegung des Tieres eingeschränkt und dieser ausgefeilte „Elastizitäts-Mechanismus“ funktioniert nicht mehr richtig. Die Huffäule macht, gerade wenn sie zu spät entdeckt wird oder unbehandelt bleibt, ein sanftes Auftreten immer schwerer. Generell sind die Hinterbeine beim Pferd von Strahlfäule häufiger betroffen als die Vorderbeine. 
Expertenwissen: Der spezielle Mechanismus des Pferdehufs federt fast 90 Prozent der Aufprall- und Wuchtenergie ab.


Wie erkenne ich Strahlfäule beim Pferd?

Bei der Huffäule verhält es sich wie mit vielen Erkrankungen: Je früher Sie die Erkrankung erkennen, umso problemloser lässt sich die Strahlfäule bei Ihrem Pferd in aller Regel behandeln. Der Verlauf ist dann oft milde. Doch zuerst gilt es, diese zu diagnostizieren.

Nur selten ist es so, dass ein Pferd aufgrund von Strahlfäule lahmt. Stattdessen zeichnet sich die Krankheit durch einen auffälligen, unangenehmen Geruch aus, der einem schon beim Auskratzen des Hufes entgegenströmt. 

Verantwortlich für diesen Geruch sind Fäulnisbakterien, die sogenannten Spindelbakterien, die den Strahl des Hufs befallen und ihn allmählich zerstören. Nehmen Sie einen solchen Geruch wahr, sollten Sie einen Tierarzt kommen lassen. Er ist in der Lage relativ schnell zu diagnostizieren, wie weit die Strahlfäule bereits fortgeschritten ist.

Außerdem erkennen Sie die Erkrankung am Aussehen des Strahlhorns, das durch die Krankheit zunehmend zersetzt wird – eines der typischen Symptome von Strahlfäule beim Pferd. Der hornfarbene Keil verwandelt sich in eine schwarze, schmierige Masse und das weiche Strahlhorn löst sich in der Folge immer weiter auf.

Das sind bei Strahlfäule die auffälligstenSymptome beim Pferd:

  • fauliger Geruch
  • tiefe und enge Strahlfurchen
  • dunkler, schmieriger Strahl
  • Hohlräume, sog. Taschen oder Ritzen

Warum ist Strahlfäule beim Pferd so gefährlich?

Wie wichtig es ist, der Erkrankung rechtzeitig entgegenzuwirken, zeigt sich beim Blick auf die möglichen Folgen einer unbehandelten Huffäule:

Die Bakterien gelangen immer tiefer ins Horn vor und verursachen dort mitunter schwere, für das Pferd schmerzhafte Schäden. Die Gefahr einer Lederhautentzündung wird immer größer, die für das Tier derart schmerzhaft sein kann, dass es anfängt zu Lahmen.

Des Weiteren besteht das Risiko, dass sich aus einer nicht korrekt therapierten Strahlfäule Huf- bzw. Strahlkrebs entwickelt, den Sie an Wucherungen des erkrankten Horns erkennen. Häufig breitet sich der Krebs weiter aus und geht irgendwann auf den kompletten Huf über.

Daher ist es sehr wichtig, dass sie beim ersten Verdacht direkt mit einem Tierarzt sprechen und schon vorab der Strahlfäule bestmöglich vorbeugen!


Was passiert, wenn das Pferd Strahlfäule hat?

Wie ist der Krankheitsverlauf und was passiert bei Strahlfäule eigentlich genau mit dem Huf?

  1. Die Beschwerden beginnen meistens an den Seiten der mittleren Strahlfurche.
  2. Unbehandelt wandert die Entzündung weiter in die beiden seitlichen Strahlfurchen.
  3. Es setzt die Aufweichung des Strahls ein.
  4. Im fortschreitenden Stadium kann die Krankheit zur kompletten Ablösung des Horns in Fetzen führen.

Grafische Darstellung vom Pferdehuf und Strahl mit Beschriftung

Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen und Behandlungen weiten sich diese degenerativen Prozesse vielfach auf festere und härtere Bestandteile des Pferdehufs aus. Zum Beispiel:

  • Hufwände
  • Hornballen
  • Strahlschenkel
  • Sohle

Die dem Schutz der Huflederhaut dienende Hornschicht zerfällt schließlich immer weiter, bis – im schlimmsten Fall – die empfindliche Lederhaut vollständig frei liegt. Die Folge können die weiter oben bereits erwähnten Reizungen oder Entzündungen der Lederhaut sein. 


Wie entsteht Strahlfäule beim Pferd?

Kopf von braunem Pferd guckt aus Pferdebox
Feuchte Ställe, aber auch sehr matschige Paddocks können Strahlfäule beim Pferd verursachen.

Strahlfäule ist bei Pferden häufig die Folge mangelhafter Hygiene und unzureichender Sauberkeit. Fäulnisbakterien finden optimale Lebensbedingungen und Möglichkeiten zur Verbreitung vor allem vor in:

  • warmen, feuchten Ställen
  • unhygienischen Pferdeboxen
  • matschigen Ausläufen
  • unregelmäßig gewechseltem Stroh
  • Exkrementen, in denen das Pferd steht

Eine unzureichende Stallhygiene ist für Strahlfäule beim Pferd eine typische Ursache. Zersetzen Bakterien Kot und Urin, entsteht gasförmiges Ammoniak. Durch das nasse Stroh löst sich die gasförmige Verbindung und greift schließlich das Hufhorn an, das durch die Feuchtigkeit aufgeweicht ist. Des Weiteren entstehen oftmals Hebel oder Risse, in welche die Bakterien eindringen können. So haben sie leichtes Spiel und können sich ungehindert ausbreiten.

Als weitere Ursache von Strahlfäule kommt eine ungenügende Pflege des Pferdehufs in Betracht. Zum Beispiel wenn der Pferdebesitzer das Auskratzen der Hufe sowie die regelmäßige Pflege der Hufe durch einen Hufschmied vernachlässigt.

Matschiger Boden und nasses Stroh in Verbindung mit unregelmäßiger Hufpflege – diese Kombination bildet in vielen Fällen die Ursache für die Strahlfäule beim Pferd. Umso wichtiger ist qualitativ hochwertiges und genügend Einstreu, um eine ausreichend trockene Oberfläche zu gewährleisten. Das ist unabhängig davon, welches Einstreu Sie nutzen:

  • Stroh
  • Holzpellets
  • Hanf
  • Späne
  • Miscanthus

Falsche Fütterung und zu wenig Bewegung

Strahlfäule kann beim Pferd darüber hinaus weitere Ursachen haben: 

    1. Falsche Ernährung
      Stoffwechsel-bedingte Huffäule kann sowohl in einer unzureichenden als auch übermäßigen Mineralstoff-, Spurenelement- und Vitaminversorgung begründet liegen. Ebenso können zu hohe Mengen an Zucker oder Eiweiß die Strahlfäule beim Pferd begünstigen. 
       
    2. Mangelbewegung
      Der tägliche Auslauf und viel Bewegung sind wichtig für das Wohlbefinden und die Gesundheit von Pferden. Vor allem für die Durchblutung des Gewebes und damit die Produktion von Hufhorn ist es wichtig, dass täglich Sauerstoff an Strahl-, Sohlen- und Ballenhorn gelangt. Steht das Pferd die meiste Zeit im Stall oder der (ungesäuberten) Box, ist der Strahl weder besonders robust noch widerstandsfähig. Die Anfälligkeit für Krankheiten wie Strahlfäule steigt. 
 

Richtige Behandlung: Was hilft gegen Strahlfäule?

Bevor Sie die Strahlfäule beim Pferd behandeln können, müssen Sie den Huf zunächst säubern und von jeglichem hartnäckigen Schmutz befreien. Dasselbe gilt für verfaultes Horngewebe und betroffene, lose Hornteile, die Sie am besten von einem Hufschmied, Huforthopäden oder Tierarzt fachgerecht entfernen lassen.

Nach dem Abtupfen mit antibakteriellem Desinfektionsmittel wird der Fachmann die Sohle ausgiebig mit Wasserstoffperoxid auswaschen. Das sanft desinfizierende Bleichmittel tötet Bakterien ab und ist deshalb ein effektives, hilfreiches Mittel gegen Strahlfäule beim Pferd.  

Neben Wasserstoffperoxid existieren weitere Hausmittel zur Therapie. Allen voran Kupfersulfat, das ohne Rezept in vielen Apotheken erhältlich ist. Es wirkt antibakteriell und regt die Hornproduktion an. Achten Sie aber darauf, es nur wohl dosiert zu verwenden – gerade bei blutenden Wunden. Denn Kupfersulfat darf nicht in die Blutbahn gelangen, sonst besteht die Gefahr von Verätzungen.

Darüber hinaus gibt es einige Mittel mehr, die sie sich vor allem für die Behandlung von noch nicht allzu weit fortgeschrittenen Entzündungen eignen. Zusätzliche desinfizierende, neutralisierende Mittel gegen die leichte Strahlfäule beim Pferd:

  • Blauspray: nur in Rücksprache mit einem Tierarzt
  • Essig: neutralisiert Ammoniak
  • Zahnpasta: wegen antibakterieller, austrocknender Wirkung
  • Teebaumöl: wirkt antibakteriell
  • Honig und Zwiebeln: ebenfalls antibakterielle Wirkung
Frau reinigt einen Pferdehuf
Den Huf richtig säubern – das ist der erste Schritt, um Strahlfäule beim Pferd zu behandeln und vorzubeugen.

Wie lange dauert die Behandlung?

Wie lange es dauert, bis die Strahlfäule beim Pferd weg ist, variiert von Fall zu Fall und ist individuell. Je nachdem, wie weit sie fortgeschritten ist, beträgt die Dauer bis zur Heilung meist zwischen zwei Wochen (im Anfangsstadium) und bis zu zehn oder elf Wochen (bei schwerer Erkrankung). Entscheidend für die Behandlungsdauer sind demnach vor allem zwei Aspekte:

  • Stadium der Erkrankung
  • Wachstum des Horns


Wie lässt sich Strahlfäule beim Pferd vorbeugen?

Natürlich sollten Sie alles dafür tun, dass die Erkrankung gar nicht erst entsteht. Genau für diesen Zweck gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten und Maßnahmen, mit denen Sie Strahlfäule bei Ihrem Pferd vorbeugen können.

Elementar sind eine beständige Stallhygiene und eine ebenso regelmäßige wie gründliche Hufpflege. Sie sollten mindestens einmal am Tag die Hufe mit dem Hufkratzer auskratzen und zu festen Zeiten einen Hufschmied kommen lassen, der die Hufe kontrolliert und ausschneidet. 

Auch frisches Einstreu hilft entscheidend dabei, Huffäule vorzubeugen. Misten Sie den Pferdestall täglich aus, gerade wenn Ihr Pferd lange in der Box steht. So befreien Sie die Box von dreckigem, feuchtem Einstreu und sorgen bei Ihrem Pferd für einen „trockenen Stand“. 

Zu einem hygienischen, trockenen Stall trägt außerdem das innovative Stallhygiene-Produkt Josera SHF bei. Es sorgt mit seiner 100 % biologischer Rezeptur für Reinheit im Pferdestall, da es Feuchtigkeit bindet und verhindert, dass sich Ammoniak bildet. 

Josera SHF gegen Strahlfäule beim Pferd


Weitere Maßnahmen und Tipps, um Strahlfäule beim Pferd vorzubeugen:

  • Paddock von Matsch und Dreck befreien
  • Regelmäßiges Abäppeln von Paddock und Weide
  • Ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Futtermittel für gute Hornqualität und Hornwachstum
  • Viel Auslauf und ausreichend Bewegung
Expertenwissen: Ansteckend ist Strahlfäule nicht: Ein betroffenes Pferd kann sie nicht an ein anderes weitergeben. Jedoch betreffen schlechte Haltungsbedingungen in der Regel nicht nur ein Tier. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass mehrere Pferde von der Strahlfäule betroffen sind. Bekommen Sie also mit, dass ein Tier in Ihrem Stall diese Erkrankung hat, sollten Sie bei Ihrem eigenen genau hinsehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Infografik Wie kann man Strahlfäule beim Pferd vorbeugen
Hufpflege und Stallhygiene: Trockenheit und Sauberkeit beugen der Strahlfäule vor.

Fazit

Strahlfäule ist für betroffene Pferde eine unangenehme Sache. Unerkannt und unbehandelt kann sie schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Daher ist es wichtig, auf die Hufgesundheit Ihres Pferdes zu achten. Die gute Nachricht: Das ist einfach möglich. Reinigen Sie die Hufe regelmäßig und kontrollieren Sie diese auf Veränderungen hin. Außerdem ist eine ordentliche Stallhygiene unerlässlich. 

Hat sich ein Pferd Strahlfäule eingefangen, ist diese unkompliziert zu behandeln – vor allem im Anfangsstadium. Eine konsequente Behandlung ist erfolgsversprechend und sorgt dafür, dass die Erkrankung in wenigen Wochen überstanden ist. Sind Sie sich unsicher oder ist das Stadium der Strahlfäule beim Pferd bereits weiter fortgeschritten? Dann ziehen Sie immer einen Tierarzt hinzu.