Mit Hundetricks können Sie nicht nur Ihren Vierbeiner körperlich und geistig beschäftigen, sondern auch Ihre Mitmenschen begeistern und diese Tricks für niedlich Fotos von Ihrem Hund benutzen. In diesem Artikel haben wir einige Inspirationen für Sie, die sie mit Ihrem Hund ausprobieren können. Egal, ob Ihr Hund Anfänger oder bereits fortgeschritten ist: Hier finden Sie Ideen, mit denen Sie Ihre Fellnase zu einem echten Trickdog machen. 

Voraussetzungen für das Tricktraining

Hundetricks können Sie mit fast allen Hunden üben. Sie sind von großem Vorteil für die körperliche und geistige Auslastung Ihres Vierbeiners und sorgen dafür, dass die Bindung zwischen ihnen stärker wird. Gehen Sie immer langsam und in kleinen Schritten vor, damit Ihr Hund Zeit hat, die Aufgaben zu verinnerlichen. Hundetricks sind eine anspruchsvolle Aufgabe und Ihr Vierbeiner wird sich konzentrieren müssen. Üben Sie deshalb nur in kurzen Einheiten und lieber mehrmals am Tag. 

Bevor Sie bestimmte Übungen mit Ihrem Hund ausprobieren, sollten Sie sicher gehen, dass er sie problemlos absolvieren kann. Junge, ältere oder kranke Vierbeiner sollten bestimmte Tricks, je nach Ihrem Gesundheitszustand nicht machen. Klären Sie dies im Zweifelsfall mit Ihrem Tierarzt ab. 

Zuerst den Clicker beibringen

Im Hundetraining kann der Clicker dafür sorgen, dass Sie erwünschtes Verhalten präziser belohnen und so schnellere Lernerfolge erzielen. Durch Ihre schnelle Reaktionszeit kann Ihr Hund schneller verknüpfen und versteht, was Sie von ihm möchten. Im Tricktraining muss Ihr Vierbeiner viel ausprobieren, das manchmal nur im Ansatz sichtbar ist. Deshalb ist genaues Timing wichtig. 

So lernt Ihr Hund den Clicker Nehmen Sie Leckerlis in die eine Hand und den Clicker in die andere. Ihr Hund sitzt am besten vor Ihnen. Klicken Sie und geben ihm ein Leckerli. Das Geräusch des Clickers soll die Belohnung ankündigen. Viele Wiederholungen mit Klick = Leckerli und Ihr Vierbeiner wird schnell die Bedeutung des Trainingstools verstehen. Hat der Hund die Verbindung bestanden, können Sie ihn im Training einsetzen. Ihr Vierbeiner hat dann verstanden, dass der Klick anzeigt, wenn er etwas besonders gut gemacht hat. Nutzen Sie dafür am Anfang viele Kekse. Später können Sie die Leckerlis auch auslassen und der Klick allein ist bereits Belohnung genug.

Mehr zum Thema Clickertraining - Schritt für Schritt zum Erfolg lesen Sie hier.

Das brauchen Sie für das Tricktraining mit Ihrem Hund 

Für die meisten Hundetricks brauchen Sie nicht viel Zubehör. Das Wichtigste im Tricktraining für Hunde sind tolle Leckerlis und einen Clicker. Außerdem sollten sowohl Ihr Hund als auch Sie Spaß an den Übungen haben. Denn die gemeinsame Freude sollte im Vordergrund der Übungen stehen. 

Lecker Knusper-Snacks und Leckerlis sorgen für Spaß und gute Laune beim Training für Hundetricks

Wenn Ihr Vierbeiner nicht sofort versteht, was Sie von ihm möchten, warten Sie geduldig und helfen Sie ihm, wenn möglich. Auch wenn Hunde als intelligente Tiere gelten, die unbedingt geistig ausgelastet werden sollten, gibt es doch Unterschiede zwischen den einzelnen Rassen und Charakteren. Während Hütehunde zu den lernwilligsten Hunden gehören und viel körperliche und geistige Beschäftigung benötigen, sind Wach- und Hofhunde oft weniger leicht zu motivieren. Akzeptieren Sie den individuellen Charakter Ihres Hundes.


Einfache Hundetricks für Anfänger

Wenn Sie mit Ihrem Hund noch nie Tricks geübt haben, sollten sie mit leichten Übungen beginnen. So garantieren Sie ein schnelles Erfolgserlebnis. Das motiviert Ihre Fellnase und die einfachen Tricks können Sie später gut als Basis für schwierigere Aufgaben nutzen. 

Hundetrick: High Five / Winken lernen

Wenn Ihr Vierbeiner bereits die Übung “Pfötchen geben” kann, ist der Weg zum High Five und dem Winken nicht mehr weit.

  • Geeignet für: Hunde mit gesunden Gelenken
  • Zubehör: Clicker, Leckerlis
  • Umfeld: in gewohnter Umgebung, wo er auch Pfote geben kann

Schritt 1

Halten Sie Ihre Hand in die Luft und geben Sie Ihren Vierbeiner das Signal zum "Pfote geben". Ihr Hund kann zunächst irritiert sein, weil er das Handsignal nicht versteht. Animieren Sie ihn, Ihnen ein High Five zu geben. Hebt er die Pfote nur ein wenig höher als sonst, klickern Sie und geben ihm eine Belohnung. 

Schritt 2 

Führen Sie das Kommando "High Five" ein und üben Sie dies, bis Ihr kleines Genie es verstanden hat. Machen sie dann mit ein wenig Abstand die Aufforderung zum High Five, so dass Ihr Hund nicht einschlagen kann. Dies ist bereits die Vorstufe zum Winken. 

Schritt 3

Lassen Sie Ihren Hund zweimal die Pfote heben und belohnen Sie ihn erst dann. Jetzt winkt er schon einmal und sie können Schritt für Schritt die Dauer des Winkens erhöhen. 

Ein brauner Hund gibt Pfötchen
Die Vorstufe zum High-Five ist das erlernen des Pfötchen gebens. Viele Hunde lernen das sehr schnell.

Hundetrick: Kopf ablegen

Dieser Trick macht sich richtig gut für Hundefotos und lässt sich später mit verschiedenen Gegenständen erweitern.

  • Geeignet für: alle Hunde
  • Zubehör: Clicker, Leckerlis
  • Umfeld: ruhige Umgebung, am besten zu Hause
 

Schritt 1 

Lassen Sie Ihren Hund vor sich Platz machen. Nehmen Sie ein Leckerli in die Hand und führen Sie dieses vor seiner Nase in Richtung Fußboden. Folgt er mit dem Kopf Ihrer Hand, klicken und belohnen Sie ihn. 

Schritt 2

Wiederholen Sie dies, bis Ihr Vierbeiner den Kopf auf dem Boden ablegt. Verknüpfen Sie das gewünschte Signal damit und erweitern Sie die Distanz, aus der Sie das Kommando geben.

Schritt 3 

Üben Sie nach demselben Prinzip mit verschiedenen Gegenständen, auf denen der Hund den Kopf ablegen soll. 

Hundetrick: Peng / Toter Hund

Dieser Trick verlangt viel Selbstbeherrschung von Ihrem Vierbeiner, ist aber sehr leicht zu lernen und eine gute Ausgangsbasis für weiteres Tricktraining.

  • Geeignet für: alle Hunde
  • Zubehör: Clicker, Leckerlis
  • Umfeld: ruhige Umgebung ohne Ablenkung

Schritt 1

Lassen sie Ihren Vierbeiner vor sich ins Platz gehen. Nehmen Sie ein Leckerli in die Hand und führen Sie dieses so an seiner Nase vorbei, dass er auf die Seite rollt. Belohnen Sie dies ausgiebig und wiederholen Sie die Übung einige Male. 

Schritt 2 

Verlängern Sie langsam die Zeitspanne, die der Hund in der seitlichen Position liegen soll, indem Sie die Belohnung immer weiter hinauszögern.

Schritt 3

Etablieren Sie das Kommando. Sie können den Schwierigkeitsgrad steigern und von Ihrem Vierbeiner weg gehen oder ihn umrunden und er dabei in der Position bleiben muss. 


Hundetricks für Fortgeschrittene

Wenn Sie mit Ihrem Hund regelmäßig kleine Tricks üben, wird er es schnell heraushaben und sie im Schlaf ausführen. Zeit also, den Schwierigkeitsgrad ein wenig zu steigern. Ihr Vierbeiner ist bereits ein richtig cleverer Hund geworden und kann sich nun zu den Fortgeschrittenen zählen. 

Hundetrick: Gegenstand im Maul halten

Nicht nur auf Fotos sieht es süß aus, wenn Ihr Vierbeiner einen Gegenstand, z.B. seine Leine, einen Kochlöffel oder eine Packung Hundeleckerlis im Maul halten kann. Auch im Alltag ist dieser Trick sehr nützlich. Wenn Sie mit vollen Händen gerade nach dem Wohnungsschlüssel suchen, geben Sie doch Ihrem vierbeinigen Begleiter etwas, das er kurz festhalten soll. Oder geben Sie ihm die Aufgabe, etwas nach Hause zu tragen.

  • Geeignet für: alle Hunde, auch Senioren oder körperlich beeinträchtigte Fellnasen
  • Zubehör: ein Gegenstand, den der Hund gern im Maul hält, Leckerlis, Clicker
  • Umfeld: Zuhause, möglichst ablenkungsfreie Umgebung
 

Schritt 1 

Lassen Sie Ihren Hund vor sich sitz machen und zeigen Sie ihm den Gegenstand. Zeigt Ihr Hund Interesse, indem er z.B. daran schnüffelt oder ihn anstupst, klicken und belohnen Sie ihn. 

Schritt 2 

Wahrscheinlich versteht Ihr Hund schnell das Prinzip und wird irgendwann Anstalten machen, den Gegenstand ins Maul zu nehmen. Belohnen Sie dies überschwänglich mit einem Jackpot, das heißt Sie geben ihm gleich ein paar Leckerlis auf einmal. Alle anderen Aktionen, wie Anstupsen ignorieren Sie ab jetzt. 

Schritt 3

Warten Sie nun, bis Ihr Vierbeiner den Gegenstand ganz ins Maul nimmt. Nun belohnen Sie nur noch dieses Verhalten und verlängern langsam die Zeitspanne, die Ihr Hunde festhalten muss. Sie können dies auch mit einem "Warte"-Kommando unterstützen. Klicken Sie immer kurz bevor Sie das Gefühl haben, dass Ihr Hund gleich loslässt. 

Hundetrick: Rolle lernen

Mit der Rolle können Sie später auf weiteren Hundetricks aufbauen, wie z.B. dem “Totstellen” oder wenn sich Ihr Hund in einer Decke einrollen soll. Die Anleitungen dazu finden Sie weiter unten in diesem Ratgeber.

  • Geeignet für: gesunde Hunde
  • Zubehör: Clicker, Leckerlis
  • Umfeld: drinnen und draußen
 

Schritt 1

Lassen Sie Ihren Hund vor Ihnen ins Platz gehen. Nehmen Sie ein Leckerli in die Hand und führen Sie dieses an seiner Nase vorbei in Richtung Rücken. Ihr Vierbeiner wird fast automatisch mit dem Kopf folgen. Bei einer leichten Rollbewegung in die richtige Richtung, klickern und belohnen Sie ihn sofort. 

Schritt 2

Gehen Sie in kleinen Schritten immer weiter, bis Ihr Hund sich traut, die Rolle komplett zu absolvieren. Belohnen Sie ihn dann mit mehreren Leckerlis und indem Sie besonders stolz auf ihn sind.

Schritt 3 

Üben Sie weiter, bis Ihr Vierbeiner die Rolle zuverlässig ausführt und verbinden Sie diese dann mit dem Kommando.  

Hundetrick: Verbeugen / Diener machen

Der "Diener" ist für viele Hunde ein leicht zu lernender Trick, weil er dem natürlichen Verhalten entspricht. Dabei streckt Ihr Vierbeiner die Vorderfüße nach vorne, während er das Hinterteil in die Luft streckt. Diese Bewegung werden Sie sicher bereits an ihm beobachtete haben, wenn er sich streckt oder Ihnen eine Spielaufforderung sendet.

  • Geeignet für: alle Hunde
  • Zubehör: Clicker, Leckerlis
  • Umfeld: drinnen und draußen
 

Schritt 1

Lassen Sie Ihren Hund ruhig stehen und hocken Sie sich vor ihn. Nehmen Sie ein Leckerli in die Hand und führen Sie diese an seiner Nase vorbei nach unten zwischen seine Vorderbeine. Folgt er mit der Nase Ihrer Hand ein Stück nach unten, klickern und belohnen Sie ihn. 

Schritt 2 

Führen Sie Ihre Hand immer weiter Richtung Boden, bis Ihr Hund schon automatisch die Körperbewegung macht. Später können Sie das entsprechende Kommando damit verknüpfen. 

Hund legt seinen Kopf auf dem Steinboden ab - eine Art Verbeugung
Mit dem Hundetrick “Verbeugen” ziehen Sie alle Blicke von Besuchern auf ihren Hund - welch vornehmes Verhalten - aber vor allem soll es dem Hund Spaß machen!


Schwere Hundetricks für Profis

Um den Schwierigkeitsgrad für Ihr Superhirn zu steigern, können Sie alle oben genannten Tricks auch in einer Umgebung trainieren, die etwas mehr Ablenkungen für Ihren Vierbeiner bereithält. Dann muss er sich mehr konzentrieren. Wir haben hier aber auch noch ein paar besonders anspruchsvolle Hundetricks für Sie.

Hundetrick: In Decke einrollen

Ein sehr beeindruckender Trick, der ebenfalls nicht leicht zu lernen ist, ist das Einrollen in eine Decke. Dein Hund greift dabei mit der Schnauze den Zipfel seiner Decke und rollt sich darin ein. Für diesen Hundetrick brauchen Sie sehr viel Geduld.

  • Geeignet für: Hunde ohne gesundheitliche Probleme
  • Zubehör: Decke, Clicker, Leckerlis
  • Umfeld: ungestörte Umgebung

Schritt 1 

Als Grundlage für diesen Hundetrick sollte Ihr Vierbeiner bereits kennen, etwas im Maul zu halten. Es ist außerdem von Vorteil, wenn er bereits die "Rolle" gelernt hat. Bringen Sie ihm diese bei Bedarf vorher bei. Die Schwierigkeit dieses Tricks liegt darin, dass Ihr Vierbeiner hierfür zwei Kommandos gleichzeitig ausführen muss. 

Schritt 2

Verbinden Sie die Tricks "im Maul halten" und Rolle miteinander. Lassen Sie den Hund auf einer Decke ins Platz gehen und achten Sie darauf, dass er weit genug am äußeren Rand liegt. Er muss sich später darin einwickeln können, sollte also nicht mittig anfangen müssen. Zeigen Sie ihm dann die Ecke der Decke, die er festhalten soll. Damit Ihr Hund die Ecke leichter greifen kann, können Sie auch einen Knoten hinein machen. 

Schritt 3 

Versuchen Sie dann, Ihren Vierbeiner zu einer Rolle zu bewegen, während er weiterhin die Ecke festhält. Hier sollten Sie bereits die kleinste Bewegung in die Rolle mit zeitgleichem Festhalten überschwänglich belohnen. 

Schritt 4

Erweitern Sie die Bewegung, bis Ihr Vierbeiner die Rolle mit Festhalten durchführt. Später können Sie damit das Signal verknüpfen.  

Hundetrick: Schäm dich

Es sieht verdammt niedlich aus, wenn Ihr Hund sich auf Kommando schämt und dabei die Pfote auf die Schnauze legt. So niedlich dieser Trick ist, so schwierig ist es auch, dem Hund das "Schäm dich" beizubringen. Sie müssen Ihre Fellnasen nämlich dazu bringen, mit der Pfote überhaupt erst einmal die Schnauze zu berühren.

  • Geeignet für:
  • Zubehör: Post It Zettel, Clicker, Leckerlis
  • Umfeld: ruhige Umgebung ohne Ablenkung, z.B. Zuhause

Schritt 1

Kleben Sie ein Stück des Post It Zettels auf die Nase Ihres Hundes und warten Sie, bis dieser ihn mit der Pfote wegwischen möchte. Clickern Sie genau in diesem Moment und belohnen Sie ihn ausgiebig. 

Schritt 2

Üben Sie den ersten Schritt in verschiedenen Positionen, also wenn der Hund liegt, sitzt oder steht. Verknüpfen Sie die Übung direkt mit einem Signal. 

Schritt 3 

Verlängern Sie Schritt für Schritt die Zeit, in der die Pfote an der Nase bleiben soll. 

Hund schaut verschämt in die Kamara und legt dabei eine Pfote auf die Nase
Als würde der Hund ahnen, dass er etwas ausgefressen hat - der Hundetrick “Schäm dich” ist einfach zum dahinschmelzen - und alles ist vergessen.



Fazit: Hundetricks stärken die Bindung und machen Spaß

Mit Hundetricks können Sie Ihren Hund spielerisch auslasten und seine Konzentration und das Teamwork verbessern. Außerdem eignen sich viele Tricks wunderbar als Fotomotive, z.B. für den Instagram-Account Ihres Vierbeiners. Wenn Sie den Schwierigkeitsgrad langsam steigern und geduldig mit ihm üben, wird Ihr Hund begeistert bei der Sache sein. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Ausprobieren. Posten Sie doch gern mal Ihre Fortschritte bei Instagram und markieren Sie uns darin.