Ihren Hund mit Hilfe von Körpersprache oder Rufzeichen schnellstmöglich durch einen Parcours von Hindernissen führen – das ist Agility. Es ist die passende Herausforderung für Sie und Ihren Vierbeiner. Die Kombination aus Koordination, Konzentration und Ausdauer fördert nicht nur die Eigenschaften Ihres Gefährten, sondern auch die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Tier. Es ist ein Hundesport, der sowohl als Hobby, als auch im kompetitiven Wettbewerb betrieben werden kann.


Was ist Agility?

Agility ist ein recht neuer Hundesport, welcher sich in den 80er Jahren auch in Deutschland etablieren konnte. In kurzer Zeit entwickelte sich dieser zum bekanntesten Hundesport der Welt. 

Border Collie springt über Agility Parcours.
Beim Agility bilden Sie und Ihr Vierbeiner ein Team, mit dem Ziel, einen Parcours mit Hindernissen so schnell wie möglich zu durchlaufen.

Nicht nur die Flinkheit und Gewandtheit Ihres Partners sind auschlaggebend für den Erfolg, auch Ihre Körpersprache und Ihre Rufzeichen. Der Parcours ist so aufgebaut, dass Ihr Hund ohne Hilfe nicht über die Hindernisse zum Ziel navigieren kann.

Beim Sport ist es wichtig, dass der Fokus auf dem Spaß liegt und Sie Ihren Vierbeiner nicht überfordern. Das besondere am durchlaufen des Parcours ist es, keine Fehler zu machen und sich an eine immer wechselnde Reihenfolge zu gewöhnen. Außerdem sollten Sie beim ersten Versuch Ihren Hund stetig loben und motivieren.

Aufbau eines Hindernisparcours

Der Parcours ähnelt stark dem Springparcours im Pferdesport. Dieser ist mit 12-20 Hindernissen versehen. Diese sind nummeriert und Ihr Hund soll diese in der korrekten Reihenfolge absolvieren. Die Reihenfolge des Parcours ändert  sich regelmäßig, sodass Sie und Ihr Vierbeiner immer neue Abläufe durchlaufen müssen. Der Bereich beträgt 20x40 Meter, in dem Hund und Herrchen eine 100-200 Meter lange Stecke erfolgreich beenden müssen. Vorgeschrieben sind Standardzeiten, die sich je nach Klasse leicht voneinander unterscheiden.

Die Klassen sind:

  • Agility-1: Standardzeit 1,8 m/sec
  • Agility-2: Standardzeit 2,75 m/sec
  • Agility-3: Standardzeit 3,5 m/sec

Jede Sekunde, die Sie länger brauchen, zieht eine Strafsekunde nach sich.

Die verschiedenen Hindernisse

Beim Parcours lassen sich die Hindernisse in verschiedene Anordnungen stellen. Aufgrund der zwölf verschiedenen Hindernisse sind die Möglichkeiten verschiedener Kombinationen sehr groß. Diese Hindernisse lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Kontaktzonen-Geräte und normale Hindernisse. Jedes einzelne Gerät ist für Hunde unterschiedlich schwer. Zu beachten ist, dass der Hund bei den Kontaktzonen-Geräten die sogenannten Kontaktzonen mit mindestens einer Pfote betreten muss.

Zu den Kontaktzonen-Geräten gehören:

  • Steg
  • Wand
  • Wippe

Zu den normalen Hindernissen gehören:

  • Tisch
  • Reifen
  • Slalom
  • Tunnel
  • Weitsprung
  • Viadukt/ Mauer
  • Hürden

Es gibt drei verschiedene Agility-Hürden: Doppelhürden, Bürstenhürden und einfache Hürden. Bei der einfachen Hürde handelt es sich um eine Stange, die auf zwei Auslegern platziert ist. Die Doppelhürde basiert auf demselben Prinzip, mit der Ausnahme, dass zwei einfache Hürden hintereinander stehen. Die Bürstenhürde hingegen verlangt vom Hund mehr Vertrauen, da Ihr Vierbeiner den mittleren Teil nicht durchblicken kann.

Beim Agility-Tunnel gibt es zwei verschiedene Ausführungen: Den normalen Tunnel und den Sacktunnel. Das Ziel dieses Hindernisses ist es, den Tunnel erfolgreich zu durchlaufen. Der Sacktunnel hingegen hat nur eine Öffnung, die andere Seite ist zusammengefallen. Dies ist für Ihren Hund oftmals besonders schwierig, da er die andere Öffnung nicht sehen kann.

Agility als Teamsport

Diser Hundesport wird als Teamsport anerkannt, da der Hundehalter und sein Vierbeiner ohne Zusammenarbeit das Ziel des Parcours nicht erreichen. Mittlerweile gibt es einige kompetitive Wettbewerbe auf nationaler und auch internationaler Ebene. Beispielsweise nationale Meisterschaften oder die Weltmeisterschaft.

Hund läuft über Agility-Hindernis.
Für die Wettkämpfe sind feste Regeln vorgeschrieben, die sich in Leistungsklassen und Hundegrößen unterteilen.

Die Teilnahme an Wettkämpfen ist nur erlaubt, wenn der Hund mindestens 18 Monate alt ist und eine VHD anerkannte Begleithundeprüfung absolviert hat.

In offiziellen Wettkämpfen besteht der Parcours aus maximal 20 Hindernissen und umfasst eine Gesamtstrecke von 100-200 Metern. Das Ziel der Wettkämpfe ist die schnellstmögliche und fehlerlose Durchführung des Parcours. Wichtig dabei ist, dass Sie Ihren Hund nicht berühren dürfen! Es sind lediglich Körpersprache und Rufzeichen zugelassen. Sollte der Hund ein Hindernis verweigern, dabei anhalten oder die Richtung wechseln, kann dies zur Disqualifikation führen. Um Verletzungen vorzubeugen, sollten Sie und Ihr Hund sich vorher immer aufwärmen und nach der Trainingseinheit auch wieder abkühlen. Außerdem ist es durchaus wichtig, nicht zu ehrgeizig zu sein, um seinen Hund nicht körperlich sowie geistig zu überfordern.

Wo kann ich mit meinem Hund Agility betreiben? 

Sie können den Hundesport so gut wie überall ausüben. Sei es im Verein, Zuhause im Garten oder sogar in der Natur. Es gibt viele Hundeschulen, die an verschiedenen Tagen ein Training anbieten. Auch ohne professionelle Hindernisse und einen großen Parcours lässt sich die Hundesportart ausüben. Beispielsweise können Sie aus einer Stange und zwei Kartons eine Hürde bauen und daraus einen kleinen Parcours im Garten errichten.

Zudem gibt es relativ günstige Startersets, um einen kleinen Parcours im Garten aufzubauen. Eine weitere Möglichkeit ist das Ausüben in der Natur, indem Sie Ihren Hund über umgefallene Baumstämme oder über kleine Bäche führen. Häufig wird beim Training auch eine Agility-Leine genutzt. In Wettkämpfen sind diese jedoch nicht erlaubt.

Die Kosten um den Sport im Verein auszuüben, variieren sehr stark nach Region und Größe des Vereins. Für den Heimgebrauch findet man im Internet schon ab ca. 35-50 € einen kleinen Parcours für den Garten.

Voraussetzungen eines Agility-Hundes

Grundsätzlich erfüllt jeder Hund die Voraussetzungen, sofern er sich in einer körperlich gesunden Lage befindet. Vorsichtig sollten Sie sein, wenn Ihr Hund noch keine 15 Monate alt ist. Denn dann sollten Sie nicht mit dem Springen anfangen. Die Gelenke des Hundes können Schaden nehmen, da diese sich noch im Wachstum befinden. Wichtig ist es, Ihren Hund vorher und regelmäßig auf Verletzungen untersuchen zu lassen. Somit können Sie eine Verschärfung möglicher Verletzungen oder neue Blessuren vorbeugen. Tiere mit Arthrose sollten diesen Sport meiden, da er bei jeder kleinen Bewegung Schmerzen verursacht. Gleiches gilt für Hunde mit Hüftgelenkproblemen.

Welche Hunderassen eignen sich für diese Sportart?

Die perfekte Hunderasse für den Hundesport gibt es nicht. Es gibt lediglich Hunderassen, die aufgrund ihrer Eigenschaften gewisse Vorteile besitzen. Das beste Beispiel hierfür sind Border Collies und Australian Shepherds.

Border Collie springt über Agility-Hindernis.
Aufgrund ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit kommen Hunderassen wie der Border Collie mit den Disziplinen im Agility besonders gut zurecht.

Andere größere Rassen tun sich oftmals schwer mit dem Parcours. Aber nur weil Sie einen Border Colllie haben, bedeutet dies nicht gleich, dass Ihr Hund Lust hat sich zu bewegen und zu verausgaben. Ob der Hund hierfür geeignet ist oder nicht ist individuell von Ihrem Hund abhängig.

Vor- und Nachteile für Vierbeiner und Hundebesitzer

Die Ausübung der Hundesportart bringt, unter Berücksichtigung der korrekten und sauberen Ausführung, hauptsächlich Vorteile. Durch das Vertrauen auf Ihre Zeichen vertiefen Sie die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Haustier.

Der Gehorsam ist ein weiterer Aspekt, den Sie durch das aktive Teamwork positiv beeinflussen. Viele der Rufzeichen im Sport basieren auf essentiellen Hundekommandos. Sie und Ihr Hund haben auch soziale Vorteile, indem Sie andere gleichgesinnte Hundesportfans treffen.

Überschüssige Energie, die Sie und Ihr Hund haben, können Sie so abbauen. Achten Sie jedoch darauf, sich nicht zu verausgaben. Einen Nachteil stellt das daraus resultierende Verletzungsrisiko dar. Aufgrund ständiger Belastung der Gelenke kann es zu Blessuren kommen. Daher ist es besonders wichtig, dass Sie Ihrem Hund Ruhetage gönnen und nicht jeden Tag trainieren.

Häufig ist das Training weitaus anstrengender als die eigentlichen Wettkämpfe, da diese im Vergleich nur von kurzer Dauer sind und keine Übungen wiederholt ausgeführt werden.

Fazit: Ein toller Hundesport für Mensch und Tier

Dieser Hundesport ist eine gute Möglichkeit mit seinem Vierbeiner aktiv zu sein und gemeinsam an den Herausforderungen zu wachsen. Sei es die Teilnahme an Wettkämpfen oder nur als Hobby, beides ist möglich. Dadurch fördern Sie das Zusammenwachsen zwischen Ihnen und Ihrem Hund. Kompetitive Wettkämpfe und Trainings fordern dem Hund einiges an Energie ab. Je nach Kalorienverbrauch und Intensität der Trainingseinheiten sollte das Futter den Kalorienhaushalt abdecken. Dabei sollten Sie jedoch im Hinterkopf behalten, dass zu viel Agility-Training Ihrem Hund auch schadet. Eine Kombination aus ausgewogenem Training mit Refraktärzeiten und passender Ernährung ist optimal. So gewährleisten Sie, dass es am Ende nicht nur Ihnen, sondern auch Ihrem Hund Freude bereitet. 

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