Der Pankreas oder die Bauchspeicheldrüse ist ein wichtiges Organ im Körper Ihres vierbeinigen Freundes. Es ist an der Verdauung beteiligt und trägt dazu bei, dass die Nahrung optimal verstoffwechselt wird. Liegt eine Erkrankung an dieser Stelle vor, hat das weitreichende Konsequenzen. Lesen Sie in unserem Ratgeber, welche Bauchspeicheldrüsenerkrankungen es beim Hund gibt und wie sich diese äußern. Außerdem erfahren Sie, wie deren Diagnose und Behandlung abläuft und wie die Heilungschancen stehen.


Welche Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse treten beim Hund auf?


Der Pankreas besteht aus einem exokrinen und einem endokrinen Teil und ist für den Körper ein lebenswichtiges Organ. Es ist verantwortlich dafür, dass die Verdauung der Tiere einwandfrei funktioniert. Seine hauptsächlichen Funktionen sind die Synthese und Abgabe von Verdauungsenzymen und weiteren Substanzen (exokriner Teil) sowie die Produktion von Hormonen (endokriner Teil). An diesem Organ können verschiedene Krankheiten entstehen, die teilweise lebensbedrohlich für den Hund werden können. Denn tritt eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse auf, sind seine Funktionen gestört und die Verdauung sowie die Nährstoffaufnahme beeinträchtigt.


1. Pankreatitis beim Hund

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung kann akut entstehen oder chronisch sein. Die Auslöser der caninen Pankreatitis sind in der Regel unklar und nicht nachvollziehbar. Diese Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund äußert sich durch diese Symptome:

  • Erbrechen
  • Schmerzen
  • Deutliche negative Veränderung des Allgemeinzustandes.

Die Pankreatitis beim Hund kann milde verlaufen. Dann bleiben meistens keinerlei Schädigungen zurück. Es kann aber in manchen Fällen zu schwerwiegenderen Verläufen kommen. Sollten Sie die oben genannten Symptome bei Ihrem Hund feststellen, ist der Besuch beim Tierarzt empfehlenswert. Vor allem wenn sich Ihr vierbeiniger Freund anders als normalerweise verhält, ist das wichtig. Denn ob eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung vorliegt oder nicht, das ist in der Regel immer ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es der Fellnase nicht gut geht.

Ursachen der Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund

Diese können vielseitig sein und werden bei der Diagnose durch den Tierarzt meist nicht eindeutig ermittelt. Bekannt ist eine Reihe von Risikofaktoren:

  • Adipositas
  • Fettreiche Mahlzeiten
  • Hyperlipidämie (Fettstoffwechselstörung), bei Zwergschnauzern vererbbar
  • Trauma
  • Schock
  • Diabetes mellitus
  • Morbus Cushing
  • Bestimmte Arzneimittel
  • Rassedisposition.

Wie äußert sich die Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund?

Tritt die Entzündung akut auf, möchten Sie Ihren vierbeinigen Freund natürlich so schnell wie möglich zum Tierarzt oder in die Tierklinik bringen. Daher fragen Sie sich, wie Sie die Anzeichen erkennen. Diese Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund kann folgende Symptome haben:

  • Bauchschmerzen: zeigt das erkrankte Tier durch die „Gebetshaltung“, er streckt die Vorderbeine aus und drückt den Oberkörper nach unten, während die Hinterbeine gestreckt bleiben; erinnert an das normale Strecken
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Keine Fresslust
  • Schwäche
  • Fieber
  • Dehydration
  • Vermehrte Atmung
  • Störung des Herzrhythmus
  • Gelbfärbung der Schleimhäute.


2. Exokrine Pankreasinsuffizienz – kurz EPI

Für diese Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund ist die Zerstörung oder der Schwund von Zellen des Organs verantwortlich. Als Folge kommt es zu einer eingeschränkten Produktion der Verdauungsenzyme, sodass zu wenige in den Dünndarm gelangen. Dies wiederum bringt eine verminderte Verdauung mit sich – am Anfang zunächst von Fetten. Der hohe Anteil an unverdauten Fetten schadet der Mikroflora des Dickdarms und stört die Aufnahme wichtiger Nährstoffe wie Vitamine, Elektrolyte und Spurenelemente

Symptome dieser Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund

Erste Anzeichen:

  • breiiger Kot bis hin zum Durchfall
  • Probleme mit der Haut und dem Fell.

Später im Verlauf der Krankheit:

  • Abmagerung trotz großen Appetits und Futterbedarfs
  • Große Kotmengen, „Fettstuhl“: voluminös, gelblich verfärbt, fettglänzend, schaumig, oft mit unverdauten Futterbestandteilen, häufig durchfallartig
  • Blähungen
  • Bauchkoller
  • Erbrechen
  • weitere Verdauungsstörungen.


Hund liegt auf dem Rücken im Gras, die Zunge hängt raus und der Besitzer tastet den Bauch ab
Achten Sie auf das Verhalten Ihres Hundes. Appetitsverlust, Antriebslosigkeit oder ständiges Lecken am Bauch, können Anzeichen für eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung sein.

Was sind Ursachen dieser Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund?

a) FÜTTERUNGSABHÄNGIG

Wird ein Hund mit großen Mengen Futter gefüttert und/oder erhält er ein falsches Gesamtverhältnis an Nährstoffen, kann es zu dieser Krankheit kommen.
Ebenso können minderwertige oder schwerverdauliche Komponenten im Hundefutter für die EPI verantwortlich sind.
Synthetische Zusatzstoffe in der Ernährung von Hunden können zu einer hormonellen Funktionsstörung führen. Sie kann wiederum diese Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund hervorrufen.

Expertentipp: Entscheiden Sie sich daher für ein hochwertiges Hundefutter, das perfekt auf die Bedürfnisse der Fellnasen abgestimmt ist. Bei Fragen oder Unsicherheiten bezüglich der richtigen wenden Sie sich an einen Tierarzt oder an Tierfuttermittelexperten.

b) URSACHEN FÜR EPI – UNABHÄNGIG VON DER ERNÄHRUNG DES HUNDES

Diese Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund kann vererbt werden. Dabei handelt es sich normalerweise um die chronisch exokrine Pankreasinsuffizienz (CPI). Sie ist für den typisch und wird oft im Alter von 1 bis 4 Jahren diagnostiziert.

Andere mögliche Ursachen können Verletzungen oder Krebsformen sein, welche die Zellen der Bauchspeicheldrüse beim Hund zerstören. Auch Infektionen oder eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung kann diese Erkrankung nach sich ziehen. Ist der Hormonhaushalt gestört, ist eine exokrine Pankreasinsuffizienz bei Hunden ebenfalls in der Folge möglich. Somit können auch Therapien mit Hormonen diese Krankheit verursachen, zum Beispiel langanhaltendes Verabreichen von Kortison, Progestagen für die Läufigkeitsbeeinflussung u. a. m.


3. Zuckerkrankheit oder Diabetes Mellitus: Störung der inneren oder endokrinen Funktion der Bauchspeicheldrüse des Hundes

Das Organ ist auch am Zuckerstoffwechsel beteiligt und produziert dafür vor allem die Hormone Insulin bei hohem Blutzuckerspiegel und Glucagon bei niedrigem Blutzuckerspiegel.

Ist die Tätigkeit der Bauchspeicheldrüse gestört, kann sie nicht genug Insulin abgegeben. Dadurch bleibt der Blutzuckerspiegel hoch.

Symptome dieser Bauchspeicheldrüsenerkrankung des Hundes:

  • Große Fresslust
  • Abmagerung
  • Übermäßiges Trinken
  • Sehr häufiges Urinieren
  • Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen.


Diagnose „Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund“ – wie stellt sie der Tierarzt?

Er wird den vierbeinigen Patienten untersuchen und anhand des Befunds eine Verdachtsdiagnose auf Pankreatitis oder exokrine Pankreasinsuffizienz stellen. Allerdings ist das nicht ausreichend, um die Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund eindeutig zu diagnostizieren. Der Nachweis ist bei Hunden schwierig und abhängig von der Erfahrung des Veterinärs. Daher sind weitere Untersuchungen erforderlich, um andere Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes mit ähnlichen Symptomen auszuschließen. Dazu gehören die Untersuchung des Kots im Labor sowie Ultraschalluntersuchungen und Röntgenaufnahmen.
Die Zuckerkrankheit lässt sich dagegen eindeutiger diagnostizieren. Ist ein Hund an dieser Bauchspeicheldrüsenerkrankung erkrankt, scheidet er mit dem Urinieren Glucose aus. Deshalb untersucht der Tierarzt den Urin sowie das Blut.


Wie sieht die Behandlung aus?

Liegt eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse bei Ihrem Hund vor, ist er ein Intensivpatient, wird stationär behandelt und engmaschig überwacht. Zunächst ist eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit und Elektrolyten über Infusionen sowie eine gewisse Fastenzeit notwendig. Gegen die oft starken Schmerzen bekommt der vierbeinige Patient Schmerzmittel. Sobald er nicht mehr erbricht, kann bei dieser Bauchspeicheldrüsenerkrankung der Hund allmählich wieder Futter in kleinen Mengen erhalten. Des Weiteren erhält das Tier Medikamente, die auf das Ausmaß der Krankheit abgestimmt sind. Erbricht es zum Beispiel sehr stark, wird ein Mittel dagegen verabreicht.

Wurde bei Ihrem Hund EPI (Insuffizienz des exokrinen Pankreas) diagnostiziert, erhält er meistens Enzyme in Form von Pulvern oder Granulaten. Außerdem raten manche Tierärzte dazu, bei dieser Bauchspeicheldrüsenerkrankung des Hundes die Ernährung durch rohen Rinder-Pankreas in kleinen Stücken zu ergänzen. Es empfiehlt sich zudem auf ein fettarmes Hundefutter umzusteigen. Dazu gibt der Tierarzt Ihnen entsprechende Hinweise.

Liegt ein leichter Fall von EPI vor, empfehlen einige Experten, die Behandlung ausschließlich über eine Umstellung der Fütterung vorzunehmen. Erst bei einem mittelgradigen Fall dieser Bauchspeicheldrüsenerkrankung beim Hund sollten Verdauungsenzyme dem Futter beigemengt werden.

Um einen Hund mit Diabetes mellitus zu behandeln, wird ihm Insulin verabreicht und seine Ernährung auf kalorienarmes Futter umgestellt. Was Sie dabei beachten müssen, sagt Ihnen der Tierarzt. Weiterhin sieht eine erfolgreiche Behandlung oft vor, Hündinnen zu sterilisieren. Weibliche, nicht-sterilisierte Hunde sind nämlich von dieser Bauchspeicheldrüsenerkrankung häufig betroffen.

Hund in den Armen eines Tierarztes.
Wenn Sie eine Veränderung des Gesundheitszustandes feststellen oder den Verdacht auf EPI haben, wenden Sie sich direkt an Ihren Tierarzt. 


Wie ist die Prognose für Hunde mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen?

Milde Formen der akuten Pankreatitis haben positive Zukunftsaussichten und die Chance, dass der Hund wieder gesund wird, ist groß. Deshalb ist ein frühes Handeln auch so wichtig.

Ist eine Fellnase schon schwer erkrankt, kann die Bauchspeicheldrüsenerkrankung lebensbedrohlich sein. Die Infektion kann zu weiteren Komplikationen führen, zum Beispiel Versagen von Leber, Lunge und/oder Herz. Dann kann die Krankheit leider einen tödlichen Verlauf nehmen.

Ist eine chronische Pankreatitis bei Ihrem Hund diagnostiziert, ist üblicherweise eine lebenslange Therapie notwendig.

Bei einer exokrinen Bauchspeicheldrüseninsuffizienz kann das betroffene Tier mit einer entsprechenden Ernährung zusammen mit einer perfekt abgestimmten Beigabe von Enzymen gut weiterleben. Dies trifft vor allem auf einen einfachen oder mittelschweren Fall zu. Auf diese Weise ist es sogar möglich, dass sich das verdauungsenzymproduzierende Organ vollständig regeneriert.
Allerdings kann es bei schweren Fällen von EPI dazukommen, dass sich die Bauchspeicheldrüse nicht mehr erholt und dem Futter dauerhaft Verdauungsenzyme beigemengt werden müssen. Es besteht dann auch die Gefahr, dass die Bauchspeicheldrüsenerkrankung zum Tod des Hundes führen kann.

Die Prognosen bei der Zuckerkrankheit sehen recht gut aus. Durch ein Diät-Hundefutter sowie das Verabreichung von Insulin, lässt sie sich meist unkompliziert behandeln und in den Griff bekommen. Natürlich kann es auch bei dieser Bauchspeicheldrüsenerkrankung zu Verschlimmerungen und Folgeerkrankungen kommen. Regelmäßige Besuche beim Tierarzt sind daher wichtig, um diese schnell zu erkennen und behandeln zu können.