Hunde im Winter haben es sicherlich etwas leichter als wir Menschen. Dank ihres Fells, das im Winter noch dicker wird, kommen die meisten unserer tierischen Freunde sehr gut mit niedrigen Temperaturen zurecht. Dennoch gibt es einiges, was Sie in der kalten Jahreszeit beachten sollten, damit Ihr Hund gut durch den Winter kommt. Von der richtigen Pfoten- und Fellpflege über warme Kleidung und Leuchtzubehör bis hin zur Ernährung. Mit unseren Tipps ist Ihr Vierbeiner bestens gegen Kälte, Nässe und Dunkelheit gewappnet!


Können Hunde frieren?

Ja, Hunde können frieren. Nicht alle Hunderassen vertragen eisige Temperaturen gleich gut, unabhängig davon, ob Schnee fällt oder nicht. Laut einer US-Studie der Tufts University in Boston, die das Kälteempfinden von Hunden untersucht hat, frieren unsere Fellnasen sehr wohl. Es gibt dabei aber rassetypische Unterschiede. Wenn sie sich nicht bewegen, frieren im Winter am schnellsten kleine Hunde sowie kurzhaarige Rassen und das schon ab 6 Grad Celsius. 

Mit Temperaturen von 4 Grad und kälter kamen in der Studie nur noch größere Hunderassen ab 10 kg Körpergewicht problemlos zurecht. Zeigt das Thermometer zwischen 0 und -7 Grad, wird es bei mangelnder Bewegung für die meisten Hunde unangenehm. Besonders unangenehm wird es aber für die Kleinen wie Chihuahuas, Affenpinscher oder Yorkies. Fällt die Temperatur unter -7 Grad, freut es die wenigsten Rassen. Nur besonders winterfeste Freunde, wie etwa einen Alaskan Malamut oder Siberian Husky fühlen sich selbst im tiefsten Schnee pudelwohl.


Tipp Nr. 1: Bewegung gegen Kälte

Während Frauchen und Herrchen gut eingepackt für einen Spaziergang in die Kälte treten, kann sich ein Hund im Winter nur auf sein Fell verlassen. Rassen, die keine Unterwolle und kurzes Fell haben, wie der Dobermann, fangen an besonders kalten Tagen an zu zittern. Dagegen hilft nur Bewegung: Denn bereits bei zügigem Schritttempo kommt der Kreislauf in Schwung und sorgt von innen für Wärme, auch wenn der Hund draußen im Schnee tappen muss.

 

Längere Pausen beim Spaziergang lassen den Körper des Hundes dagegen auskühlen und können in einer Blasen- oder Nierenentzündung enden. Vermeiden Sie daher unbedingt, Ihren Hund im Winter lange auf dem kalten Boden sitzen zu lassen, während Sie sich z. B. mit anderen Hundehaltern unterhalten. Mit viel Aktivität sind auch längere Gassirunden gut möglich, ohne dass Ihnen oder Ihrem Vierbeiner eine Erkältung droht.

Wissenswertes: Diese Rassen vertragen Kälte am besten: Alaskan Malamut, Siberian Husky, Bernhardiner, Neufundländer, Berner Sennenhund, Pyrenäenberghund, Tibetanische Dogge, Samojede, American Akita.


Tipp Nr. 2: Hund gut abtrocknen nach jeder Gassirunde im Winter

Nach einem winterlichen Spaziergang bleibt das Fell lange feucht, besonders wenn es geregnet oder geschneit hat und Ihr Hund durch die weiße Pracht getobt ist. Trocknen Sie den Hund im Winter immer gut ab und lassen Sie ihn nicht auf kaltem Untergrund liegen. Eine Erkältung oder Blasenentzündung ist recht verbreitet und mit einfachen Mitteln gut vermeidbar.


Tipp Nr. 3: Das richtige Winteroutfit - Hundejacke oder Pullover

Das Thema Winterkleidung zaubert vielen Hundehaltern ein müdes Lächeln ins Gesicht. In einem Wintermantel oder einer Regenjacke fühlen sich die meisten Tiere in der Tat nicht besonders wohl. Dennoch ist Hundebekleidung nicht pauschal abzulehnen und hat meist nichts mit modischen Ansprüchen der Halter zu tun. Denn manche Vierbeiner brauchen tatsächlich einfach eine Wintergarderobe, wie etwa:

  • Hundesenioren und kranke Hunde, die kein starkes Immunsystem haben,
  • kleine und kurzhaarige Hunde ohne den Thermoschutz der Unterwolle,
  • Welpen, deren Temperaturregulierung noch nicht ausreichend funktioniert,
  • Tierschutzhunde, die einen kalten Winter aus ihren südlichen Herkunftsländern häufig nicht kennen.

Bei der Wahl des richtigen Winteroutfits ist ein bequemer Schnitt und ein wasserabweisendes Material wichtig. Ein Hundemantel für den Winter darf das Tier nicht einengen oder gar die Bewegung erschweren. Details wie Kapuzen, Bein- und Rutenschlaufen wirken meist störend. Umweltbewusste Halter sollten auch einen Blick auf die Zusammensetzung der Materialien werfen. Gerade bei wasserdichten Textilien kommt leider häufig viel gefährliche Chemie bei der Herstellung zum Einsatz. OEKO-TEX-zertifizierte Stoffe garantieren schadstoffgeprüfte Textilien und helfen Ihnen, verantwortungsbewusste Entscheidungen zum Schutze unseres Planeten zu treffen.Manche Hunde frieren leicht bei Kälte und brauchen im Winter zum Schutze ihrer Gesundheit die passende Bekleidung.

Kleiner Hund im Schnee
Ab 6 Grad Celsius frieren im Winter am schnellsten kleine Hunde und kurzhaarige Rassen.


Tipp Nr. 4: Achtung, Streusalz - Der richtige Pfotenschutz

Viel gefährlicher als die Kälte bleibt für Hunde im Winter aber eindeutig Streusalz. Bereits seit den 60er Jahren populär und großzügig in Anwendung, hat das salzige Winterstreu zahlreiche Nachteile für die Umwelt. Gelangt es mit dem Schmelzwasser in den Boden, schädigt es Flora und Fauna. Trotz der stark reduzierten Anwendung und zahlreichen Verboten, die vielerorts gelten, kommt das Streusalz oft noch illegal oder bei besonders harten Witterungsverhältnissen wie Eisregen zum Einsatz.

Bei Hunden führt das Auftausalz zu rissigen, trockenen und oft schmerzhaften Ballen. Nach dem Spaziergang im Matsch lecken sie sich gerne die Pfoten ab und schlucken dabei übermäßig viel Kochsalz. Dabei führen die in Streugut enthaltenen Chemikalien zu Magenproblemen. Reiben Sie die Pfoten Ihres Hundes daher vor jedem Winterspaziergang mit Vaseline, Olivenöl oder speziellem Pfotenbalsam ein, damit ein Schutzfilm entsteht und das Tausalz nicht haften bleibt. Verwenden Sie dabei nur naturbelassene Präparate – chemiebelastete Pflegemittel können ebenfalls zu Magenproblemen führen, wenn der Hund an den Pfoten leckt.

Wieder zu Hause angekommen, spülen Sie die Pfoten mit lauwarmem Wasser ab und trocken Sie sie anschließend gut. Ein feuchtes Mikroklima fördert die Vermehrung von Bakterien und Pilzen. Bei rissigen oder sehr rauen Stellen können Sie erneut eine dünne Schicht Pfotencreme zur Pflege auftragen – so sorgen Sie für einen richtigen und nachhaltigen Pfotenschutz. Wann immer möglich sollten Sie gestreute Wege vermeiden. Wald und Feld bieten wesentlich bessere Bedingungen für einen entspannten Winterspaziergang. Für besonders empfindliche Vierbeiner können Sie auch Hundeschuhe im Winter in Betracht ziehen.


Tipp Nr. 5: Pfotenpflege - Hundepediküre im Winter

Um die Haftung auf rutschigen winterlichen Böden zu verbessern, sollten Sie bei Ihrem Hund auf die richtige Krallenlänge achten. Das macht das Laufen leichter und sicherer – wer rutscht schon gerne aus? Sind die Haare zwischen den Zehen und Ballen zu lang, können sich im Schnee zwischen den Ballen und Zehen Eisklumpen bilden. Dadurch beginnt der Hund im Winter unter Umständen zu lahmen. Besonders betroffen sind langhaarige Rassen.

Stutzen Sie ihm daher vorbeugend diese Haare mit einer abgerundeten Schere. Sollte Ihr Hund besonders empfindliche Pfoten haben, können Sie Hundeschuhe in Betracht ziehen. Diese müssen allerdings gut passen und dem Tier volle Bewegungsfreiheit garantieren.


Tipp Nr. 6: Fellpflege – Bürsten gegen Kälte

Dieser Ratschlag soll Sie nicht etwa dazu verleiten, mit einer Bürste ausgestattet Gassi zu gehen. Bürsten an sich schützt nicht gegen die Kälte – es macht das Fell aber langfristig dichter! Bürsten Sie deswegen Ihren Hund regelmäßig im Herbst und Winter. So wird das Fell kompakter und entfaltet seine isolierende Wirkung komplett.


Tipp Nr. 7: Das Licht in der Dunkelheit

Spätestens nach dem Beginn der Winterzeit werden die Tage kürzer und es wird schneller dunkel. Längere Spaziergänge lassen sich nur teilweise auf die hellen Stunden verlegen. Eine Gassirunde im Dunklen birgt aber einige Risiken. Damit Sie Ihren Hund im Winter nicht aus den Augen verlieren und er für andere Verkehrstelnehmer gut sichtbar bleibt, sind ein Leuchthalsband oder am Mantel angebrachte Reflektoren sinnvoll.

Obwohl Hunde bei einbrechender Dämmerung besser sehen als Menschen, können sie ihre Umgebung schlechter identifizieren als bei Tageslicht. Viele Vierbeiner reagieren in der Dunkelheit deswegen unter Umständen unentspannter auf Artgenossen oder Spaziergänger. Daher ist gerade bei Spaziergängen am Abend allgemeines Anleinen ratsam. Ein angeleinter Vierbeiner kann im Dunkeln schlechter unerwünschte Dinge vom Boden aufnehmen. Man kann den Hund auch leichter davon abhalten, den Schnee zu fressen.


Tipp Nr. 8: Ideen gegen den Winterblues

Die körperliche Aktivität unserer Haustiere ist im Winter oft etwas eingeschränkt. Damit unsere Schützlinge nicht zu dick werden, sollten Sie sich von Wind und Regen jedoch nicht abhalten lassen, nach draußen zu gehen. Abgesehen davon liebt fast jeder Hund das Toben im Schnee. Mit der richtigen Einstellung und wetterfester Ausrüstung für Mensch und Hund kann Ihnen auch schlechtes Wetter wenig anhaben. Sorgen Sie für Abwechslung – mit Suchspielen, Ball apportieren und kleinen Aufgaben mit anschließender Belohnung aus dem Futterdummy.

Hund tobt im Schnee
Nach dem Toben im Schnee muss der Hund gut abgetrocknet werden, um einer Erkältung vorzubeugen.

Stürmt oder hagelt es, helfen Spiele im mollig warmen Wohnzimmer gegen den Winterblues und sorgen für zusätzliche Bewegung sowie Beschäftigung. So können Sie Ihrem Hund nicht nur das Apportieren in den eigenen vier Wänden beibringen, sondern auch das Aufräumen seiner Spielsachen.


Tipp Nr. 9: Die weiße Pracht – Schnee fressen ist tabu

Viele Hunde mögen den Winter und reagieren vor allem auf Schnee besonders enthusiastisch: Schneeflocken fangen, in dem kalten Pulver herumtollen, Schneebälle apportieren – vom Welpen bis zum Hundesenior sorgt der Schnee für gute Laune und lässt unerwartete Energiereserven zum Vorschein kommen. Die Entzückung geht manchmal so weit, dass die Hunde den Schnee auch fressen. Davon sollten Sie Ihren Liebling besser abhalten.

Denn frisst Ihr Hund Schnee von gestreuten Wegen, nimmt er oft auch Streusalz oder Splitt mit auf. Das Salz reizt den Magen und kann Verdauungsstörungen auslösen. Die im Streugut enthaltenen Frostschutzmittel können die Nieren Ihres Tieres lebensbedrohlich schädigen. Eine Ethylenglykol-Vergiftung äußert sich durch Krämpfe, eine beschleunigte Atmung oder unkoordinierte Bewegungen und muss vom Tierarzt behandelt werden.

Auch ohne schädliche Zusätze kann die eisige Kost Mandelentzündung oder die sogenannte "Schneegastritis" hervorrufen - eine entzündliche Erkrankung der Magenschleimhaut, die oft von Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Fieber begleitet wird. Falls sich Ihr Hund vom Schneefressen nicht abbringen lässt und öfters gesundheitliche Probleme hat, setzen Sie zur Not einen Maulkorb ein.


Tipp Nr. 10: Winterspeck gefällig?

Bei Kälte braucht Ihr Hund mehr Energie, um seinen Temperaturhaushalt aufrechtzuerhalten. Schließlich ist die Differenz zwischen der Körper- und der Außentemperatur größer. Das bedeutet einen höheren Kalorienbedarf. Allerdings brauchen nicht alle Hunde in der kalten Jahreszeit automatisch eine höhere Kalorienzufuhr, also eine dem Winter angepasste Ernährung.

Nur Tiere, die sich viel bewegen oder dauerhaft der Kälte ausgesetzt sind, brauchen mehr oder kalorienreicheres Futter. Dazu gehören Sport- und Zughunde oder Hofhunde, die draußen leben. Kontrollieren Sie am besten regelmäßig das Gewicht Ihres Vierbeiners, um die Futtermenge unter Umständen entsprechend seiner Bedürfnisse anzupassen und Unter- und Übergewicht zu vermeiden.

 


Fazit

Der Winter muss keine Couchpotatoe-Zeit sein. Mit der richtigen Einstellung und wetterfesten Ausrüstung für Hund und Mensch können Gassirunden auch bei Kälte und im Schnee in der dunklen Jahreszeit angenehm und aufregend sein. Wichtig ist es nur, als Halter ein paar Kleinigkeiten zu beachten, damit Ihr Hund gut durch den Winter kommt. Eine wundervolle Winterzeit wünschen wir Ihnen und Ihrem Hund!