So schön der Sommer auch ist, so lästig kann er für uns und unsere Hunde sein! Denn Sommerzeit heißt Parasitenzeit. Mit den warmen Temperaturen steigt das Risiko eines Zecken- oder Flohbefalls. Zecken und Flöhe gehören wohl zu den unangenehmsten Parasiten eines Hundes und machen unseren Vierbeinern das Leben schwer. Wir zeigen Dir, wie Du den Plagegeistern im Sommer wie im Winter den Garaus machst.


Nicht vollgesogene Zecke auf braunem Untergrund
Zecken warten in hohen Gräsern darauf, von Hunden und Menschen mitgenommen zu werden. Eine Kontrolle nach jedem Spaziergang minimiert das Zeckenbissrisiko.

Zecken beim Hund: Gesundheitsrisiken durch Zeckenbisse

Zecken gehören in Deutschland zu den bekanntesten parasitären Insekten. Sie lauern in hohen Gräsern, im Wald und auf Wiesen. Ob Hund oder Mensch – die spinnenartigen Tiere machen vor nichts Halt, sondern krabbeln zielstrebig an zarte Hautstellen, um dort genüsslich Blut zu saugen. Sind sie „voll“ genug, fallen sie ab und suchen sich nach einiger Zeit ihr nächstes Opfer.

Zecken sind jedoch häufige Überträger verschiedener Infektionskrankheiten wie z. B. Borreliose oder FSME. Gerade deswegen sollten sich Menschen und Hunde im Sommer vor den Parasiten schützen.

Eine mögliche Infektion erkennen

Ein Zeckenbiss muss nicht immer eine gefährliche Erkrankung zur Folge haben. Erkennst Du bei Deinem Hund jedoch folgende Symptome, solltest Du unverzüglich Deinen Tierarzt aufsuchen:

  • Wanderröte (Rote, sich ausbreitende Fläche um die Bissstelle. Bei Hunden eher selten und schnell abgeklungen.)
  • leichtes Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Lymphknotenschwellung
  • Gelenkschwellung
  • Lahmheit (ausgelöst durch Gelenksentzündungen)


Französische Bulldogge in hohem Gras
Wenn möglich, solltest Du in den Sommermonaten hohe Gräser meiden, da auf Wiesen und in Wäldern die meisten Zecken lauern.

Effektiver Schutz vor Zecken: Zeckenschutzmittel, Naturprodukte, regelmäßiges Absuchen und Kämmen

Leider gibt es nicht das eine „Wundermittel“, das Dir und Deinem Hund alle Zecken vom Hals hält. Aber Du hast die Möglichkeit, Deinen Hund entweder mithilfe von Naturprodukten oder chemischen Präparaten (vom Tierarzt oder aus dem Fachhandel)  zu schützen. Zuallererst solltest Du Deinen Hund nach jedem Spaziergang gründlich absuchen, um Parasiten sofort ausfindig zu machen und zu entfernen. Regelmäßiges Kämmen und Kontrollieren sind während der Zeckenzeit das A und O. In den meisten Fällen schützen die Präparate des Tierarztes vor Flöhen und Zecken. Dabei handelt es sich um Halsbänder, Spot-ons, Pulver, Shampoos oder Tabletten. Ob Du Deinen Hund zudem natürlich unterstützen kannst, besprichst Du bitte mit Deinem Tierarzt. 

Regelmäßiges Absuchen und Kämmen sind das A und O Ob chemisch oder natürlich: Eine Garantie für Zeckenschutz gibt es in beiden Fällen nicht zu 100 %. Am sichersten ist eine Kombination aus Präparat und das regelmäßige Absuchen nach einem Spaziergang oder einem Tag im Garten.

Die Borreliose-Impfung

Im Gegensatz zur Humanmedizin gibt es im tierärztlichen Bereich die Möglichkeit, Deinen Hund gegen Borreliose impfen zu lassen. Die Impfung schützt Deinen Hund vor den 3 häufigsten Borrelienstämmen in Deutschland, die für 90 % der Infektionen verantwortlich sind. Beachte, dass die Impfung lediglich vor einer Borreliose, nicht aber vor anderen Infektionen oder gar Zeckenbissen, schützt. 

Hund kratzt sich hinter dem Ohr
Nur 10 % der Flöhe leben auf dem Hund. Der Rest versteckt sich in seiner Umgebung.

Zecken beim Hund richtig entfernen


Flöhe beim Hund: Wenn’s unaufhörlich juckt

Wenn sich Dein Hund unaufhörlich und vor allem hinter den Ohren kratzt, solltest Du ihn auf Flöhe untersuchen. Flöhe sind zwei bis vier Millimeter lange Parasiten, die sich vom Blut Deines Hundes ernähren. Da sie weit springen und schnell durchs Fell Deines Hundes krabbeln können, erkennst Du Flöhe meist an ihrem Kot, den sie im Fell hinterlassen. Beim Bürsten Deines Vierbeiners fallen Dir viele schwarze oder braune Krümel auf? Verreibe sie auf einem feuchten Taschentuch. Hinterlassen sie rötliche Spuren, handelt es sich um Flohkot. Ein Floh hat eine Lebenserwartung von ungefähr 3 Wochen, während ein Weibchen ca. 20 Eier pro Tag legen kann. 

WICHTIG Wenn Du den Verdacht auf Flöhe hast, allein jedoch keine Parasiten auf Deinem Hund ausfindig machen kannst, solltest Du Deinen Tierarzt aufsuchen. Dieser untersucht das Fell Deines Hundes gründlich und verschreibt Dir neben Flohmitteln auch juckreizstillende Salben oder, im Falle von Infektionen, Antibiotika.

Was tun bei einem Flohbefall beim Hund?

Bei einem Flohbefall gilt zuallererst: Ruhe bewahren. Da Flöhe nicht nur auf Deinem Hund, sondern vor allem auch in seiner Umgebung (in Körbchen, Decken, Textilien, Teppichen etc.) leben, gilt es, sowohl den Hund als auch die Wohnung zu entflohen. Um Deinen Hund von den Flöhen zu befreien, erhältst Du im Fachhandel und bei Deinem Tierarzt nützliche Präparate wie Sprays, Shampoos und Kämme. Darüber hinaus solltest Du das Augenmerk vor allem auf Deine Wohnung legen, da sich 90 % der Flöhe nicht auf Deinem Hund befinden.

Putzen, was das Zeug hält

Ein Flohbefall verlangt Ausdauer und Gründlichkeit. Hältst Du Dich jedoch an folgende Maßnahmen, kannst Du Flöhen den Garaus machen:

  • Alle Textilien, Körbchen, Decken, Kissen etc. bei mindestens 60° C waschen.
  • Spielzeuge und alles, was nicht heiß gewaschen werden kann, sollte für 48 h eingefroren werden.
  • Ecken, Sofas, Betten und alle Zimmer mehrmals intensiv saugen oder dampfreinigen (mehrere Tage lang).
  • Böden, Wände, Ecken und Kanten wischen.
  • Wischwasser und Müllbeutel sofort entsorgen.
  • Fogger oder Umgebungssprays verwenden, um Flöhe und Floheier zu vernichten.

 

Schutz vor Flöhen im Sommer und im Winter

Ähnlich wie bei einem Zeckenbefall gibt es auch gegen Flöhe spezielle Präparate vom Tierarzt oder aus dem Fachhandel. Meistens werden Spot-ons und Flohhalsbänder verwendet, aber auch Flohpulver und -shampoos sind häufige Hilfsmittel im Kampf gegen die Plagegeister. Vor allem in ländlichen Regionen ist die Wahrscheinlichkeit eines Flohbefalls hoch – und das nicht nur im Sommer: Da wir in Deutschland relativ milde Winter erleben, sind Flöhe auch in den dunkleren Monaten aktiv und suchen dann bevorzugt Schutz in unseren warmen Wohnungen.

Bei Flohbefall immer entwurmen Flöhe können ebenfalls Überträger diverser Infektionen und Endoparasiten sein. Trägt ein Floh bereits Bandwurmeier mit sich, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Dein Hund mit Würmern infiziert wird. Aus diesem Grund solltest Du Deinen Hund bei einem Flohbefall immer sicherheitshalber entwurmen lassen.


Fazit: Parasitenfrei durch tägliche Kontrollen

Flöhe und Zecken gehören zu den unangenehmsten Parasiten, die Deine Hunde in freier Natur aufschnappen können. Und obwohl es kein Wundermittel gegen Zecken und Flöhe beim Hund gibt, kannst Du Dich trotzdem schützen. Neben all den Präparaten, Sprays und Tabletten sollten jedoch vor allem die regelmäßige (tägliche) Fellkontrolle und das Ausbürsten auf Deiner Tagesordnung stehen. Wer seinen Hund gleich nach dem Spaziergang gründlich untersucht, kann aufgeschnappte Plagegeister entfernen, bevor sie sich festbeißen oder in Deiner Wohnung vermehren. 

Hund im Gras mit Ball
Zecken und Flöhe kann man durch chemische und natürliche Präparate fernhalten. Regelmäßige Fellkontrollen sind trotzdem das A und O.