Was? Wann? Wie viel? Wie oft? Stellen Sie sich als Katzenbesitzer auch diese Fragen, wenn es um das Futter für Ihren vierbeinigen Liebling geht? Und ist Ihre Katze auch einer Meinung mit Ihnen? Eine gesunde Ernährung ist die Voraussetzung für ein langes, glückliches Katzenleben. Aber viele Samtpfoten sind äußerst anspruchsvoll und wählerisch, wenn es um das Futter geht. Wir beantworten Ihnen die Frage, wie eine optimale Ernährung für Katzen aussieht.


Die Katze richtig und gesund ernähren – was ist wichtig?

Zunächst einmal geht es um den Energieverbrauch: ist Ihre Samtpfote ein Stubentiger oder ein Freigänger? Ist sie eher ruhig oder sehr agil? Wie alt ist das Tier? Ein Katzenwelpe, ein Jungtier, erwachsen oder eine Seniorin? Leidet Ihre Katze an einer chronischen Schilddrüsenüberfunktion oder Niereninsuffizienz? Alle diese Ausgangsfaktoren bestimmen die Art und die Menge der Fütterung.

Im Allgemeinen sollte die Katzenernährung für gesunde Tiere folgende Nährstoffe beinhalten:

  • Eiweiß
  • Fett
  • Vitamine
  • Ballaststoffe
  • Mineralstoffe.


Grauweißer Kater auf dem Rasen frisst
Freigänger haben einen anderen Energiebedarf als Hauskatzen

Warum sind Katzen so wählerisch beim Futter?

Bei der Art des Futters will Ihr vierbeiniger Liebling sicher mitreden. Es ist individuell sehr unterschiedlich, ob eine Katze lieber Frisch-, Nass- oder Trockenfutter frisst. Bei Katzen gibt es im biologischen Sinn keine Nahrungsprägung wie etwa bei Koalas oder Pandas. Fleisch muss sein – lautet die Devise. Aber ob Huhn oder Rind, ob Fisch oder Wild – das spielt eigentlich keine Rolle. „Eigentlich“ deshalb, weil ihre fellige Mitbewohnerin das unter Garantie ganz anders sieht als Sie.

Die Sache mit der Mäkeligkeit beim Fressen Der sehr zurückhaltende Umgang der Miezen mit allem Neuen im Napf ist legendär. Anders als Hunde stürzen sich Katzen selten auf etwas, was der Mensch nach Hause bringt. Und schon gar nicht wird heute das gefressen, was gestern lecker war. Man spricht in dem Zusammenhang auch von „Neophobie“, einer Abwehr von allem Unbekannten in der Futterschüssel.

Was eine Katze mag oder nicht, das ist zum einen davon abhängig, was sie als junge Katze zu fressen bekommen hat. Wenn es auch keine irreversible Prägung bei Katzen gibt, so doch eine „sensible Phase“ auf dem Weg zum erwachsenen Tier. Was die Kätzchen in dieser Zeit lernen, bleibt ein Leben lang verankert – positiv wie negativ. Wenn Katzenwelpen also von Beginn an mit Trockenfutter ernährt werden, dann tun sie sich später schwer, Dosen- oder Frischfutter zu akzeptieren. Zum anderen haben Futtervorlieben eben auch mit persönlichem Geschmack zu tun. Wenn 99 Katzen gerne Fisch mögen – die hundertste mag ihn nicht. Da bleibt nur, es auszuprobieren. Allerdings ist der tägliche „Kampf“ Mensch kontra Katze, wenn es um das Futter geht, eben auch ein hausgemachtes Problem. Natürlich wollen wir alle unseren Katzen Abwechslung bieten und erziehen damit die Tiere ein Stück weit auch zur Mäkeligkeit. Nötig wäre es nicht, der Katze ständig wechselnde Geschmacksrichtungen im Napf vorzusetzen. Aber wer, der seine Katzen liebt, tut schon nur das, was nötig ist? 

 


BARF, Dosen- oder Trockenfutter?

Wenn Sie frische Nahrung füttern möchten, müssen Sie das Futter aus rohem Fleisch und Supplementen wie Vitaminen und Mineralstoffen selbst zusammenstellen. BARF steht für „Bones and raw food“, also Fleisch, Knochen und Mineralien. Eine optimale Abstimmung ist wichtig, damit Ihre Vierbeinerin mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt ist. Das Barfen birgt einige organisatorische Risiken, die dazu führen können, dass das rohe Fleisch Krankheitserreger überträgt. Es lohnt sich also vorab genau über das Thema BARF zu informieren.

Bei Nassfutter handelt es sich um Katzenmahlzeiten, die aus unterschiedlichem Fleisch oder Fisch, verschiedenem Gemüse zusammengesetzt sind. Es gibt Nassfutter mit Sauce, Gelee oder als Paté – und Katzen, die nur das eine oder nur das andere mögen. Allegemein sind Nassfutter bei Katzen oftmals sehr beliebt. Bei der Auswahl eines Nassfutters sollten Sie unbedingt genau hinschauen: es sollte frei von künstlichen Aroma-, Farb- und Koservierungsstoffen sein und keinen Zucker enthalten.

Trockenfutter kann mit einer langen Haltbarkeit, einfachem Transport und einer leichten Portionierbarkeit überzeugen. Inzwischen erfreuen sich Trockenfutter einer großen Beliebtheit, sowohl bei Katzen und bei Ihren Besitzern. Auch hier spielt die Qualität des einzelnen Futters eine wichtige Rolle. Zucker, Soja oder Weizen, sowie künstliche Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffe haben auch im Trockenfutter nichts verloren.

Manche Katzenhalter legen sich nicht auf eine Variante fest, sondern entscheiden sich für eine Mischfütterung. Auch das kann eine tiergerechte und ausgewogene Katzenernährung sein.

TIPP In der Natur decken die Vierbeiner ihren Bedarf an Flüssigkeit in erster Linie über die Nahrung. Für eine gesunde Katzenernährung sollten Sie darauf achten, dass Ihre Samtpfote ausreichend trinkt, besonders dann, wenn Sie Trockenfutter füttern. Manche Miezen wollen partout nicht gerne trinken und müssen „überlistet“ werden. Dabei helfen manchmal Trinkbrunnen, weil das plätschernde Wasser zur Flüssigkeitsaufnahme animiert. Auch tropfende Wasserhähne machen Spaß und wecken Neugier. Sie können aber auch über jedes Nassfutter einen Teelöffel Wasser geben oder spezielle Katzenmilch anbieten, die laktosefrei ist.

Bei Nass- und Trockenfutter gibt es inzwischen eine riesige Auswahl für Katzen mit speziellen Bedürfnissen. Sie können Futter für Allergiker kaufen oder für Tiere mit Nieren-, Magen-, Darm- und Leberproblemen oder Harnsteinen. Zudem gibt es Futter speziell für Jungtiere oder Senioren, Freigänger oder Wohnungskatzen und bestimmte Rassen.


Schlafendes getigertes Katzenbaby
Kitten brauchen eine andere Ernährung als erwachsene Katzen

Katzenfutter – die richtige Ernährung für Katzenbabys oder Seniorenkatzen

Heranwachsende Kätzchen benötigen für eine optimale Entwicklung bestimmte Nährstoffe. Wichtig ist ein hoher Protein-Anteil, um den Energiebedarf beim Toben, Spielen und Entdecken zu decken. Immer wichtig, aber hier besonders: Futter für Katzenkinder sollte Calcium, Magnesium und Phosphor enthalten, da diese Stoffe wichtig für das Wachstum und den Aufbau von Knochen und Muskeln sind. Das können Sie mit einem Nass- oder Trockenfutter auf einfache Weise erreichen, weil die speziellen Sorten auf die Bedürfnisse der Kätzchen ideal ausgerichtet sind. Besondere Bedürfnisse haben Samtpfoten auch im Alter. Bei Senioren, die sich weniger bewegen und mehr ruhen, zeichnet sich eine optimale Katzenernährung durch einen reduzierten Energiegehalt und Inhaltsstoffe aus, die den Stoffwechsel anregen und die Zellalterung verlangsamen.


Katzenernährung bei speziellen Bedürfnissen

Ist Ihre Mieze ernährungssensibel? Einige Katzen reagieren auf bestimmte Futtermittelbestandteile allergisch oder können sie nicht gut verdauen. Das kann sich in Verdauungsstörungen oder Fell- und Hautproblemen äußern. Häufig bekommen die Tiere Durchfall und Juckreiz. Verantwortlich dafür sind in vielen Fällen Getreidearten, aber manchmal auch tierische Eiweiße. Getreidefreies oder hypoallergenes Katzenfutter verzichtet auf diese typischen Allergene und bietet damit sensiblen Samtpfoten eine optimale Katzenernährung.


Katzenernährung bei chronischen Krankheiten

Leider tritt eine Nierenerkrankung bei Katzen häufig auf und betrifft ab einem Alter von 10 Jahren ungefähr jedes dritte Tier. Wenn Sie Ihren vierbeinigen Liebling entsprechend ernähren, können Sie sein Wohlbefinden begünstigen. Die Rezeptur der Katzenernährung sollte mit einem geringen Gehalt an Eiweiß, Phosphor und Mineralstoffen auf die Krankheit abgestimmt sein. Es gibt verschiedene Katzenfutter speziell bei Tieren mit chronischer Niereninsuffizienz (CNI), das eiweiß- und phosphatreduziert ist. Wenn Ihre Mieze das so gar nicht mag, dann sollen Sie ein hochwertiges Futter geben und einen Phosphatbinder zusetzen – aber das Wichtigste für eine nierenkranke Katze ist es, überhaupt zu fressen.

Auch Tiere mit chronischen Darmproblemen – etwa dem „inflammatory bowel desease“ (ibd) oder einer Pankreatitis brauchen eine besondere Ernährung – auf jeden Fall getreidedrei und hoch verdaulich.


Wieviel füttern und was ist die richtige Futtermenge?

Bei der idealen Katzenernährung spielt die Menge eine entscheidende Rolle. Wer zu viel füttert, riskiert Übergewicht. Wenn die Samtpfote zu wenig Nährstoffe erhält, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Wenn Sie sich für ein hochwertiges Nass- oder Trockenfutter entscheiden, ist die Rezeptur auf die Bedürfnisse von Katzen optimal abgestimmt. Jeder Hersteller gibt auf der Verpackung eine Fütterungsempfehlung an. An dieser können Sie sich orientieren, um die optimale Futtermenge für Ihre Katze herauszufinden. Berücksichtigen Sie dabei aber, wie aktiv ihre Katze ist, ob sie sich viel bewegt und ob sie zwischendurch Snacks bekommt.

Sitzende mollige rote Katze
Noch in Ordnung oder schon zu mollig?

Der tägliche Energiebedarf ist ein entscheidendes Maß für die richtige Futtermenge. Eine aktive Katze oder ein Freigänger stellen an ihre Katzenernährung höhere Ansprüche als eine Wohnungskatze. Ihr sollten Sie eine geringere Menge füttern, weil ansonsten die Gefahr von Übergewicht besteht. Ist Ihr vierbeiniger Liebling bereits etwas zu dick, können Sie die Menge reduzieren, damit er abnehmen kann. Bewegung ist gesund: Helfen Sie mit einem Sportprogramm, das Spaß macht. Cat Agility etwa gibt es auch für die Wohnung. Und last but not least: Fettreduzierte Katzennahrung kann beim Verlust der Pfunde helfen.

 

TIPP Wenn Ihre Katze schlecht gelaunt auf ein verringertes Futterangebot reagiert, können Sie etwas Futterzellulose zusetzen. Die quillt im Magen auf und sättigt – so kommt der Hunger später.


Wann ist der richtige Fütterungszeitpunkt?

Für die richtige Katzenernährung sollten Sie eine Routine einhalten, weil die Vierbeiner Gewohnheitstiere sind. Ein fester Zeitpunkt fürs Füttern ist daher empfehlenswert. Das muss keine feste Uhrzeit sein, aber ein bestimmter Zeitrahmen sollte es schon sein. Viele Halter unterliegen leider einem Missverständnis. Sie wollen die schlanke Linie ihrer Miezen erhalten und füttern nur morgens und abends – mit einem großen zeitlichen Abstand von neun bis zehn Stunden. Aber nur zweimal täglich zu füttern, bedeutet, eine immer hungrige und immer unter Strom stehende Katze zu haben.

Liegende rote Katze leckt sich die Pfote
Eine satte Katze ist eine zufriedene Katze – und putzt sich mit Hingabe

Zum Wesen einer samtpfötigen Jägerin gehört es, zigmal am Tag kleine Beutetiere zu erlegen und zu fressen. Darauf ist ihr ganzes Verhalten und ihr Stoffwechsel ausgerichtet. Deshalb sollten Sie viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt anbieten. Es geht nicht um eine große Menge – und auch nicht darum, immer einen gefüllten Futternapf anzubieten. Das wäre genauso fatal. Im Gegenteil geht es darum, Futter als Anreiz anzubieten. Dafür darf Ihre pelzige Mitbewohnerin gerne ab und zu arbeiten oder Aufgaben lösen. Fummelbretter und Co machen es möglich. Aber auch Schleckmatten und Schlingernäpfe machen das Fressen zur positiven „Anstrengung“. Nicht zuletzt gibt es eine große Auswahl an programmierbaren Futterautomaten, die sich per Zeitschaltuhr einstellen lassen.


6 Tipps rund um die ideale Ernährung für Katzen

  • Essensreste und Lebensmittel sollten nicht auf dem Speiseplan Ihrer Katze stehen. Sie sind zu stark gewürzt und können zu Verdauungsproblemen führen. Einige Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln, Trauben und Rosinen, Avocados oder rohes Schweinefleisch sind gesundheitsgefährdend oder sogar giftig für die Tiere.
  • Ist Ihre Samtpfote sehr mäkelig und frisst daher schlecht, können Sie Ihr mit unterschiedlichen Futtersorten Abwechslung bieten. Allerdings könnte eine plötzliche Umstellung Verdauungsschwierigkeiten bedingen. Das gilt besonders, wenn Sie von Nass- auf Trockenfutter umstellen oder umgekehrt. Geben Sie daher immer erst eine kleine Portion der neuen zur alten Sorte dazu. Die vergrößern Sie schrittweise, bis das neue das alte Futter vollständig ersetzt hat.
  • Zum Wohle Ihres vierbeinigen Lieblings sollten Sie bei der Katzenernährung auf hochwertige Produkte achten. Das Futter ist daher im besten Fall frei von Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern und weiteren künstlichen Zusatzmitteln. Eine zuckerfreie Ernährung ist wichtig, weil ansonsten Übergewicht und Zahnprobleme die Folgen sein können.
  • Wenn Sie Ihrer Katze Fertigfutter geben, sollte es aus Inhaltsstoffe bestehen, die auch für den menschlichen Verzehr geeignet wären. So ist sichergestellt, dass es keine minderwertigen Inhaltsstoffe wie Schlachtabfälle und tierische Nebenerzeugnisse wie Federn und Fell enthält. Die besitzen wenige Nährstoffe und sind zudem schlecht verdaulich. Die genaue Zusammensetzung ist auf der Verpackung angegeben. Ein Produkt, bei dem diese Angaben fehlen oder ungenau sind, sollten Sie nicht kaufen.
  • Ist Ihre Katze ein Freigänger und frisst daher bei ihren Streifzügen auch einmal eine Maus oder ein anderes Beutetier, müssen Sie das bei ihrer Ernährung berücksichtigen. Um die ideale Futtermenge herauszufinden, sollten Sie ein wenig experimentieren, weil Sie nicht wissen, was und wie viel Ihr Vierbeiner bereits im Freien gefressen hat.
  • Wenn Ihr Tier das Futter im Napf verschmäht, hat es vermutlich keinen Hunger. Verhält sich die Vierbeinerin anderweitig auffällig, ist zur Sicherheit der Tierarzt gefragt, um Erkrankungen oder Vergiftungen abzuklären.

 


Fazit

Eine optimale Ernährung der Katze setzt auf hochwertige Inhaltsstoffe n berücksichtigt das Alter und die Lebensumstände des Tieres.