Als Pferdebesitzer haben sich viele einen Traum erfüllt, andere wiederum sind mit Pferden großgeworden und saßen schon auf dem Rücken eines Vierbeiners bevor sie richtig laufen konnten. Pferde sind wunderbare Lebewesen, die viel Spaß und Freude bereiten können. Die Gesundheit der Vierbeiner liegt uns Pferdebesitzer deshalb sehr am Herzen. Die Sorge, dass der Vierbeiner krank werden oder sich verletzen könnte, hat wohl jeder schon einmal gehabt. Auch haben viele Pferdebesitzer teilweise Bedenken, sie könnten Krankheiten oder Verletzungen übersehen oder gar falsch einschätzen. Wir möchten Sie rund um das Thema Pferdekrankheiten und Pferdegesundheit informieren. Die wichtigsten und häufigsten Krankheiten haben wir hier für Sie zusammengefasst. Informieren Sie sich über Symtome und mögliche Lösungen. Wir geben hilfreiche Tipps, wie Sie Ihrem Vierbeiner helfen können, gesund zu bleiben oder schnell wieder fit zu werden.


Die Kolik beim Pferd: keine Seltenheit!

Kolik ist an sich keine Krankheit, sondern ein Überbegriff für Schmerzen im Bauchraum Ihres Pferdes. Es gibt verschieden Ursachen, die Koliken auslösen können. Oftmals sind Fehler in der Fütterung der Auslöser für eine Kolik beim Pferd. Jährlich erkranken 10 von 100 Pferden an einer Kolik. Die Ausmaße einer Kolik können sehr drastisch sein und oft stehen Sie vor der Entscheidung über Leben oder Tod.

Haben Sie die Sorge, dass Ihr Pferd an einer Kolik leidet, dann zögern Sie nicht und rufen einen Tierarzt!

Es gibt unterschiedlich starke Koliken. Während eine leichte Kolik auch vor Ort im Stall vom Tierarzt behandelt werden kann, muss das Pferd bei mittleren oder schweren Koliken oftmals in eine Pferdeklinik zur Behandlung. Ist z.B. der Darm verdreht, müssen Sie schnell handeln, da es sonst zu einem Absterben von Darmteilen kommt. Bei dieser schweren Art der Kolik, kommt Ihr Pferd oft um eine Operation nicht herum. Sie sollten sich jedoch im Voraus Gedanken machen, ob für Sie im Falle des Falles eine Operation für Ihr Pferd in Frage kommt. Denn in dieser Situation eine gut überlegte Entscheidung zu treffen, ist sehr schwierig und kostet Zeit, die Ihr Pferd manchmal nicht hat. Informieren Sie sich bei Ihrem Tierarzt über die Risiken und lassen Sie sich beraten. Schließen Sie evtl. eine OP-Kostenversicherung ab, dadurch können Sie den größten Teil der Kosten decken und die Entscheidung fällt Ihnen leichter. Es ist besonders wichtig, dass Sie eine Kolik frühzeitig erkennen und somit schnellstmöglich Ihrem Pferd helfen können.

Daher haben wir Ihnen die gängigsten Symptome aufgelistet. Doch beachten Sie, dass die Symptome vielseitig sind und pferdeindividuell unterschiedlich sein können.

  • Unruhe, ständiges Scharren in der Einstreu
  • wiederholtes Aufstehen und Hinlegen
  • Wälzen
  • Anschauen und Beißen des Bauches
  • Treten gegen den eigenen Bauch
  • Starkes Schwitzen
  • schmerzverzogener Ausdruck
  • apathisches Verhalten

Pferd liegend
Eine Kolik beim Pferd kommt öfter vor als man denkt.

Erste Hilfe im Fall einer Kolik

Wenn ein oder mehrere Symptome auf Ihr Pferd zutreffen und Sie die Vermutung haben, dass Ihr Pferd eine Kolik hat, dann können Sie bereits vor dem Eintreffen des Tierarztes Ihrem Pferd erste Hilfe leisten:

  • Nehmen Sie das Pferd aus der Box und führen Sie es im Schritt in einer Halle oder auf einem Reitplatz. Die Bewegung im Schritt wird Ihrem Pferd helfen gegen die Krämpfe anzukämpfen. Falls Ihr Pferd stark verschwitzt ist, dann ziehen Sie ihm eine Abschwitzdecke an.
  • Lassen Sie Ihr Pferd sich nicht wälzen oder hinlegen. Das würde die Symptome eher verschlechtern als verbessern.
  • Achten Sie darauf, ob Ihr Pferd äppelt, denn danach wird Sie später Ihr Tierarzt fragen.
  • Geben Sie Ihrem Pferd nicht zu fressen oder trinken bis zum Eintreffen des Tierarztes.
  • Bleiben Sie ruhig und stressen Sie Ihr Pferd nicht zusätzlich.

Kolikvariationen Mögliche Ursachen
Verstopfung des Blinddarms Zu kurz gehäckseltes Heu, Stroh und Gras
Verstopfung des Dickdarms Aufnahme großer Mengen an Stroh
Fehlgärungen im Magen Überhöhte Menge an Kraftfutter
Fehlgärungen im Blinddarm / Dickdarm Erhöhter Keimgehalt im Futter
Magenüberladung Unkontrollierte Aufnahme von jungem Weidegras, Trockerübenschnitzel
Störung der Funktion des Dickdarms Wassermangel
Sandkolik Vermehrte Aufnahme von Sand durch Heu oder Gras

Tipps um einer Kolik beim Pferd vorzubeugen

Um einer Erkrankung vorzubeugen sollten Sie bei der Fütterung auf folgendes achten:

  • Kraftfutterration auf mehrere Mahlzeiten pro Tag aufteilen
  • Futterqualität regelmäßig auf Verunreinigungen und Schimmel prüfen
  • Falsche Zubereitung der Futtermittel vermeiden (z.B. bei Rübenschnitzel und Mash die Quellzeiten beachten)
  • Ausreichende Versorgung mit Raufutter (min. 1,5 kg Heu / 100 kg Körpermasse)
  • Keine plötzlichen Futterwechsel; langsam an ein neues Futter gewöhnen
  • Immer ausreichend Wasser zur Verfügung stellen

Das richtige Futter um Koliken vorzubeugen:


Magengeschwüre bleiben oft lange unentdeckt.

Magengeschwür - Ein stiller Begleiter

Viele Sport- und Freizeitpferde, aber auch Fohlen leiden unter schmerzhaften Magengeschwüren. Oftmals sind Magengeschwüre stille Begleiter und bleiben zunächst unentdeckt. Im Magen des Pferdes steht die Produktion von Magensäure niemals still. Umso wichtiger ist es für die Vierbeiner immer ausreichend mit Raufutter versorgt zu sein, denn diese puffert die Magensäure ab und verhindert, dass die empfindliche Magenschleimhaut durch sie gereizt wird. Ist dies nicht gegeben, steigt das Risiko, dass die Magensäure reizend und verletzend auf die Magenschleimhaut einwirkt. Doch auch durch mechanische Reize kann die Magenschleimhaut geschädigt werden. Das Problem: Magengeschwüre kommen oft schleichend und es sind oftmals keine klinischen Symptome beim Pferd festzustellen. Es besteht die Gefahr, dass Magengeschwüre beim Pferd nicht entdeckt werden.

Daher müssen Sie besonders achtsam sein und folgende Anzeichen beim Pferd ernst nehmen:

  • verstärktes Speicheln
  • Zähneknirschen
  • leer Kauen
  • Koppen
  • Leichte Koliken direkt nach der Futteraufnahme
  • Gestresstes bis aggressives Verhalten Artgenossen oder Menschen gegenüber

Die Auslöser für Magengeschwüre können ganz unterschiedlicher Natur sein. Ein Pferd kann besonders gefährdet sein, wenn es mit folgenden Risikofaktoren konfrontiert ist:

  • Stress (Turniere, Rangkämpfe in der Herde, usw.)
  • Fütterung (Lange Nüchternzeiten und hohe Mengen an Kraftfutter)
  • häufige Transporte
  • hohe Leistung wie z. B. Rennbelastung

Magengeschwüren beim Pferd vorbeugen

Sie können fütterungsbedingt vorbeugen, in dem Sie die Kraftfuttermenge pro Mahlzeit auf maximal 0,3 kg / 100 kg Körpermasse limitieren. So können Sie eine zu starke Füllung des Magens Ihres Pferdes vermeiden und somit eine zusätzliche Belastung reduzieren.

Beachten Sie die Fütterungsreihenfolge: Erst Raufutter, dann Kraftfutter – Das Pferd produziert beim Futtern des Heus Speichel, der die Verdauung des Kraftfutters im Anschluss begünstigt. Nach der Fütterung von Kraftfutter sollte Ihr Pferd mindestens eine Stunde lang nicht getrabt oder galoppiert werden, so verhindert man die mechanische Reizung der Magenschleimhaut durch das Kraftfutter.

Ein weiterer Punkt, den Sie bei der Fütterung beachten sollten, ist, dass Fresspausen von über 4 Stunden nicht entstehen sollten. Denn durch den Nahrungsbrei, der mit Speichel vermengt ist, wird die Magensäure gepuffert und kann somit die Magenschleimhaut Ihres Pferdes nicht verletzen. Die Fütterung von Leinsamen ist zur Vorbeugung besonders zu empfehlen. Da die im Leinsamen enthaltenden Schleimstoffe sich schützend auf die Magenschleimhaut legen und eine Verletzung der Magenwand verhindern. Desweiten sollten Sie die tägliche Menge an Raufutter von min. 1,5 kg / 100 kg Körpermasse nicht unterschreiten.

 


Freies Kotwasser - Ein unangenehmer Begleiter

Kotwasser ist ein sehr häufiges und lästiges Problem für Pferdehalter und Pferd. Neben dem normal geformten Kot scheidet Ihr Pferd im Anschluss ungebundenes Kotwasser aus. Bei freiem Kotwasser wird entweder das Wasser im Dickdarm nicht aufgenommen, oder die Bindung an die Futterpartikel ist gehemmt. Dadurch wird das ungebundene Wasser einfach abgesetzt. Oft zeigt sich Kotwasser nur bei einzelnen Pferden im Stall, daher ist eine eindeutige Zuordnung zu einem Auslöser sehr schwierig. Zusätzlich sind die Ursachen von Kotwasser vielseitig. So können zum Beispiel folgende Faktoren Kotwasser auslösen:

  • Stress
  • Kälteeinbrüche
  • eine negative Energiebilanz
  • Verdauungsprobleme
  • ungenügend zerkautes Futter
  • vermehrte Aufnahme von Sand
  • zu wenig Bewegung

Leidet Ihr Pferd unter freiem Kotwasser, dann sollten Sie bei der Fütterung auf eine Stabilisierung der Darmflora achten. Durch Bierhefe und Leinsamen können Sie die Verdauung Ihres Lieblings unterstützen und Energiedefizite ausgleichen. Dadurch wird Kotwasser reduziert und Sie sorgen dafür, dass Ihr Pferd eine gesunde Verdauung besitzt. Ein zusätzliches Problem sind die unangenehmen Verklebungen an Schweif und Hinterbeinen Ihres Pferdes. Diese Verunreinigungen können zu Hautreizungen und Haarausfall an den betroffenen Stellen führen. Ein ziemlich lästiger Begleiter von Kotwasser. Sie sollten daher regelmäßig die Verklebungen entfernen und die Haut reinigen und pflegen z. B. mit Melkfett oder Wund- und Heilsalbe.

Erfahren Sie hier mehr über Kotwasser beim Pferd.

Wenn Sie das Problem des Kotwassers bei Ihrem Pferd nicht in den Griff bekommen, dann sollten Sie einen Tierarzt zu Rate ziehen.

Frage an unsere Futterexperten Darmmikrobiota - wie kann ich das Pferd hier bei Regeneration nach Medikamentengabe (Antibiotika,..) unterstützen? ► Die Darmflora des Pferdes z.B. nach Antibiotika-Gabe sollte man mit einer bedarfsgerechten Rauhfutterfütterung, d.h. 1,5kg/100kg Lebendmasse, oder besser 2kg/100kg Lebendmasse unterstützten. Auch Probiotika wie Lebendhefe oder Prebiotika wie Inulin können einen positiven Einfluss auf die Darmflora haben.

 


Auch Stoffwechselerkrankungen kommen bei Pferden vor.

Stoffwechselstörungen beim Pferd: EMS und Cushing

EMS beim Pferd – was ist das überhaupt?

EMS – Equines Metabolisches Syndrom Das equine metabolische Syndrom, kurz EMS, ist eine Krankheit, die aus verschieden Symptomen besteht. Zum einen leidet Ihr Pferd unter starkem Übergewicht, mit einzelnen Fettdepots an Kruppe, Nackenkamm und Schulter. Bei EMS entsteht auch eine Insulinresistenz, die einen vermehrten Hunger bei Ihrem Pferd verursacht. Das natürliche Hungergefühl ist gehemmt und Ihr Pferd frisst ohne satt zu werden, was zu dem obengenannten Übergewicht führen kann. Daher ist EMS auch als „Wohlstandskrankheit“ bekannt. Pferde mit Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko an EMS zu erkranken. Zusätzlich ist durch die vermehrte Futteraufnahme auch das Hufrehe-Risiko höher. EMS ist ein Teufelskreislauf, der nur sehr schwer zu durchbrechen ist. Häufig vom equinen metabolischen Syndrom betroffen, sind im Allgemeinen schwere Rassen und Ponys. EMS muss von einem Tierarzt diagnostiziert werden.

Wie können Sie Ihrem Pferd mit EMS helfen?

Um Ihrem Pferd zu helfen, ist es sehr wichtig, dass Sie Ihr Pferd auf eine strenge diätische Fütterung umstellen.

  • Hierzu sollte die Fütterung nur 60-70% des Erhaltungsbedarfs decken.
  • Das Futter sollte durch eine voluminöse, energiearme Raufutterration von 1,2-1,5 kg Heu / 100 kg Körpermasse ersetzt werden.
  • Bieten Sie Ihrem Pferd Heu in einem engmaschigen Heunetz an, somit ist die Fresszeit verlängert.
  • Versorgen Sie Ihr Pferd zusätzlich mit einem stärke- und zuckerreduzierten Mineralfutter und einem Leckstein, damit ist es mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.
  • Ist Ihr Pferd sonst nicht krank und zeigt keine körperlichen Schäden, so sollten Sie die Bewegung Ihres Lieblings steigern, dass die ungewünschten Pfunde purzeln.

Cushing: Was passiert bei dieser Stoffwechselerkrankung?

ECS - Equines Cushing-Syndrom Das Equine Cushing-Sydrom, kurz ECS, entsteht durch eine Störung in der Hypophyse. Es erkranken überwiegend ältere Pferde über 15 Jahren an Cushing, was jedoch nicht bedeutet das jüngere Pferde nicht auch davon betroffen sind. Pferde mit ECS besitzen oft ein unübliche langes, welliges Fell. Desweitern ist der Fellwechsel gestört oder bleibt sogar ganz aus. Viele Pferde die unter Cushing leiden zeigen auch:

  • Muskelschwund
  • eine Fettumverteilung
  • Rehe-Schübe
  • Leistungsschwäche
  • erhöhte Infektionsgefahr
  • Läsionen, z.B. in der Maulhöhle
  • EMS

Das hilft Ihrem Pferd mit Cushing

Neben der Therapie durch den Tierarzt können Sie Ihr Pferd durch eine angepasste Fütterung unterstützen. Sollte Ihr Pferd zusätzlich unter Übergewicht und EMS leiden, müssen Sie bei der Fütterung auf einen geringeren Energiegehalt des Futters achten. Bei Muskelschwund versorgen Sie ihr Pferd mit hochwertigen Eiweißträgern, wie z. B. Sojaextraktionsschrot oder Reiskleie, um somit dem Muskelabbau entgegen zu wirken. Zusätzlich können Sie das angegriffene Immunsystem Ihres Pferdes mit Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E unterstützen. In Leinsamen sind diese besonders enthalten und Sie können z.B. durch eine Mashfütterung die Pferdegesundheit Ihres Pferdes unterstützen. Bei Weidegang müssen Sie darauf achten, dass einige Gräser einen sehr hohen Zuckergehalt besitzen und bei Cushing-Pferden Hufrehe auslösen können. Daher sollten Sie die Weidezeiten bei anfälligen Pferden beschränken.


Hufrehe beim Pferd

Die Hufrehe ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut, verursacht durch ein Ungleichgewicht der Darmflora im Blinddarm. Das Ungleichgewicht führt zu einer Vergiftung Ihres Pferdes. Dadurch entstehen Entzündungsprozesse im Körper, die eine akuten Hufrehe auslösen. Hufrehe wird durch bestimmte Kohlenhydrate, wie Fruktane, Stärke und Zucker, die das Pferd über das Futter aufnimmt, verursacht. In folgenden Situationen ist Ihr Pferd gefährdet und Sie sollten es besonders gut im Auge behalten:

  • Überanstrengung
  • Gebärmutterentzündung (Fehlgeburten, Nachgeburtsverhalten)
  • Koliken
  • Fütterungsfehler
  • stärke- und zuckerreiche Futtermittel, falsche Fütterung
  • Umstellung von Stall- auf Weidehaltung
  • Beim Anweiden im Frühjahr
  • Weidegras mit hohem Fruktangehalt

Wie kann ich Hufrehe beim Pferd vorbeugen?

Die Fütterung von Pferden, bei denen Hufrehe ein bekanntes Problem ist, sollte grundsätzlich stärke- und zuckerreduziert sein. Ist Ihr Pferd anfällig für eine Weidehufrehe, sollten Sie es bei niedrigen Temperaturen (5-10 °C) trotz Sonnenschein nicht auf die Weide stellen. Da bei diesen Temperaturen das Graswachstum beschränkt und somit der Fruktangehalt sehr hoch ist. Dadurch steigt die Gefahr einer Hufrehe für Ihr Pferd. Desweiten sollte Sie die Umstellung von Stall- auf Weidehaltung über einen Zeitraum von 4 Wochen durchführen. So können sich die Darmbakterien langsam an die neue Futterzusammensetzung gewöhnen. Sie können somit ein Absterben der guten Bakterien und ein umkippen der Darmflora vermeiden. Anzeichen einer akuten Hufrehe sind:

  • Bewegungsunlust
  • Appetitlosigkeit
  • steifer / klammer Gang
  • „Sägebock“-stellung
  • Entlastung der Beine
  • Liegen und nicht Aufstehen wollen
  • Schmerzverzogener Ausdruck
  • Schwitzen

Zeigt Ihr Pferd Anzeichen einer Hufrehe, rufen Sie einen Tierarzt zur Hilfe!

Im Falle eines akuten Hufrehe-Schubs sollten Sie komplett auf Kraftfutter verzichten und Ihr Pferd ausreichend mit Heu füttern (min. 1,5 kg Heu / 100 kg Körpermasse).

Frage an unsere Futterexperten Kann man die Hufqualität durch die Fütterung verbessern und unterstützen? Mit welchem Futter kann ich die Hufqualität positiv beeinflussen? ► Für gesundes Hufwachstum brauchen Pferde ganz verschieden Substanzen, zum Beispiel Spurenelemente wie Zink und Kupfer und verschieden Vitamine und Vitaminähnliche Substanzen. Es macht wenig Sinn, einzelne Substanzen in hoher Dosis zu Füttern. Wir empfehlen immer ein auf ganzheitlichen Bedarf abgestimmtes Mineralfutter wie z.B. Josera Joker oder Josera Kraut&Rüben Mineralfutter.


Alle Jahre wieder zur feuchten Jahreszeit: Mauke & Strahlfäule

Mauke beim Pferd

Mauke ist eine weit verbreitete Pferdekrankheit und fast jeder Pferdebesitzer kennt das Problem. In der Fachsprache auch Fesselekzem genannt, da sich kleine Verletzungen und Reizungen im Bereich der Fesselbeuge zeigen. Im Verlauf vermehren sich die Bakterien und die Verletzungen werden immer schwerer. Bis dazu, dass sie die tieferliegenden Hautschichten durchdringen. Das Fesselekzem ist sehr schmerzhaft und kann sich bei Ihrem Pferd auch durch eine Lahmheit äußern. Ursachen hier für sind:

  • feuchte Bodenbedingungen (matschige Paddocks / Koppeln)
  • mangelnde Hygiene (Pferd stehen im Kot)
  • helles Fell an den Beinen
  • langer Behang, z.B. bei Friesen, Tinkern usw.

Die Ursache von Mauke beim Pferd

Oft spielen mehrere Faktoren zusammen für einen Ausbruch. Wichtig bei einer Mauke ist das Sauberhalten der betroffenen Stellen. Sie sollten die Maukestelle täglich gründlich waschen und trocknen halten. Es empfiehlt sich eine Waschlotion, die antibakteriell wirkt. Anschließend können Sie die Wunden mit einer Zinksalbe pflegen. Durch die Zinksalbe verhindern Sie, dass erneut Keime in die verletzte Haut eindringen. Somit kann sich die Haut wieder erholen. Bei wiederkehrender Mauke oder in schweren Fällen sollten Sie unbedingt einen Tierarzt zu Rate ziehen, damit Ihr Pferd bestens versorgt ist.

WICHTIG Bei einer Mauke ist das Reinigen und Pflegen der betroffenen Stellen sehr wichtig und sollte täglich erfolgen. Achten Sie zusätzlich darauf, dass Ihr Pferd auf trockenen Böden steht und sich keine Feuchtigkeit in der Fessel bilden kann.

Strahlfäule im Pferdehuf

Die Strahlfäule ist eine Erkrankung des Hufstrahls. Die Fäulnisbakterien greifen den Hufstrahl Ihres Pferdes an und zersetzen diesen. Durch Feuchtigkeit und mangelnde Hufhygiene können sich die Bakterien besonders gut vermehren und es kommt zu einem Auflösen des Strahls.

So erkennen Sie Strahlfäule:

  • Taschenbildung im Hufstrahl des Pferdes, die mit schwarzer Masse gefüllt sind
  • Fauliger Geruch beim Auskratzen der Hufe

Ist Ihr Pferd betroffen, sollten Sie Ihren Hufschmied anrufen. Durch großzügiges Ausschneiden entfernt dieser die faulen Stellen und somit die Fäulnisbakterien, kann man das Problem in den Griff bekommen. Auch über den Besuch des Hufschmieds hinaus sollte auf die Hygiene des Pferdehufs geachtet werden. Ist die Pferdekrankheit schon so weit fortgeschritten, dass sie auf die weiße Linie trifft, sollten Sie einen Tierarzt zur Behandlung hinzuziehen. Um der Strahlfäule vorzubeugen, sollten Sie Ihr Pferd auf trockenen Böden in einem hygienischen Stall halten. Desweitern sollten Sie die Hufe Ihres Pferdes täglich gründlich reinigen und regelmäßig den Hufschmied zur Hufpflege kommen lassen. Somit tragen Sie deutlich zur Pferdegesundheit Ihres Tieres bei.


Borreliose durch Zecken: Die Gefahr lauert auf der Weide.

Borreliose beim Pferd: Die Gefahr auf der Weide

Jedes Jahr, wenn die Temperaturen wieder über 6-8 °C steigen, erwachen die Zecken aus ihrer Winterruhe und machen sich auf die Suche nach Nahrung. Diese Nahrung finden sie in Form von Blut von Wirtstieren, zu denen auch Pferde gehören. Die Übertragung von Bakterien erfolgt beim Anzapfen der Tiere. Diese Bakterien heißen Borrelien und verursachen die Infektionserkrankung Borreliose. Die Borreliose ist keine unbekannte Infektionskrankheit, auch wir Menschen können davon betroffen sein. Die Symptome sind sehr vielseitig und oftmals bemerkt man die Erkrankung erst sehr spät. Kein Wunder, denn auch die Zecken tarnen sich sehr gut im Fell der Vierbeiner. Nicht jede Zecke überträgt Borrelien. Beim Übertragen der Borrelien bildet sich ein roter runder Kreis um den Zeckenbiss. Folgende Symptome können eintreten:

  • unspezifische und wechselnde Lahmheiten
  • starke Muskelverspannungen
  • ein klammer Gang
  • starker Gewichtsverlust
  • Hautveränderungen
  • ein geschwächtes Immunsystem

Ob Ihr Pferd an einer Borreliose leidet, lässt sich sehr leicht durch einen Antiköpertiter-Test im Blut feststellen. Ihr Tierarzt kann diese Blutuntersuchung bei Ihrem Pferd durchführen. Die Behandlung einer Borreliose ist beim Pferd genau so aufwendig wie beim Menschen. Die Borrelien liegen in aktiver und inaktiver Form im Körper vor und nur die aktive Form kann bekämpft werden. Die Behandlung erfolgt mit hochdosiertem Antibiotika über einen längeren Zeitraum. Daher sollten Sie in dieser Zeit besonders auf eine Fütterung mit hoher Verdaulichkeit und darmflorastabilisierender Wirkung achten. Durch die Zugaben von Leinsamen und Bierhefe können Sie Ihr Pferd während der Behandlung unterstützen.

Was tun gegen Borreliose?

Vorbeugend können Sie Ihr Pferd gegen Borreliose impfen. Lassen Sie sich hier durch Ihren Tierarzt beraten. Zusätzlich ist es sehr wichtig, dass Sie Ihr Pferd täglich auf festgebissene Zecken überprüfen da die Übertragung der Erreger innerhalb von 24h erfolgt und Sie durch das Entfernen der Zecken einer Borreliose vorbeugen können. Benutzen Sie unbedingt, zum Entfernen der Zecken, geeignetes Werkzeug, wie z. B. eine Zeckenzange. Diese ermöglicht es Ihnen, die Zecke zu entfernen ohne dass der Kopf der Zecke stecken bleibt. Zusätzlich können Sie Ihr Pferd mit Zeckenschutzmittel einreiben, welches Sie überwiegend am Kopf, Hals, Bauch, an den Beinen und unter den Schweifrüben auftragen.


Lahmheit beim Pferd

Lahmt ein Pferd, dann klingeln beim Pferdehalter die Alarmglocken. Kein Wunder, denn die Ursachen für die Lahmheit beim Pferd können so unterschiedlich sein. Vor allem dann, wenn man als Pferdehalter nicht mitbekommen hat, dass sich das Pferd im Training auf der Koppel oder im Stall verletzt hat, tappt man bei der Ursachenforschung zunächst im Dunkeln. Lahmt ein Pferd, dann heißt es grundsätzlich, dass das Pferd unter einem Schmerz leidet und der Bewegungsablauf durch eine Schonhaltung gestört ist.

So unterschiedlich sind die Ursachen beim lahmenden Pferd:

  • Entzündungen und Erkrankungen im Huf
  • Verletzung oder Entzündung an Sehnen oder Bänder
  • Muskelverspannungen oder -verletzungen
  • Knochenbruch oder Haarriss
  • Bluterguss
  • Verspannungen
  • Vergiftung
  • Bauchschmerzen
  • Vernagelung (beim Anbringen des Hufeisens)

Grundsätzlich gilt: Die Lahmheit beim Pferd kann am besten im Trab oder Gallopp lokalisiert werden. Untersuchen Sie das Pferd auf Blessuren und Verletzungen an den Beinen und leisten Sie gegebenenfalls erste Hilfe. Geht Ihr Pferd lahm, dann sollten Sie Ihren Tierarzt holen um die Ursache zu klären oder den Grad der Verletzung besser zu beurteilen und schließlich eine Behandlung einleiten zu können.


Fazit

Natürlich sehen wir sie am liebsten gesund und munter über die Weide springen - aber auch Pferde sind anfällig für besondere Erkrankungen. Seien Sie deshalb immer wachsam und ziehen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig den Tierarzt Ihres Vertrauens zu Rate. In jedem Fall gehört die Behandlung einer akuten Erkrankung immer in professionelle Hände.